Snapchat führt Werbeformate und Anzeigen-API ein

Snap Ads erscheinen nun bisweilen zwischen Beiträgen unterschiedlicher Nutzer. Sie lassen sich neuerdings auch interaktiv gestalten: Wischen führt dann zu einem Download, einem ausführlichen Video oder einem Artikel. Über die Ads API lassen sich personalisierte Anzeigen und Kampagnen automatisieren.

Snapchat hat in Vorbereitung eines von Anlegern erhofften Börsengangs neue Werbeformen in seiner App eingeführt. „Snap Ads Between Stories“ erscheinen zwischen Beiträgen unterschiedlicher Kontakte. Der Erzählfluss eines Nutzers wird also nicht unterbrochen. Ebenfalls neu sind erweiterbare „Snap Ads“: Hier kann der User per Wischbewegung die beworbene App installieren beziehungsweise ein ausführliches Video abrufen, eine Mobilwebsite besuchen oder einen Beitrag in einem Instant-Article-artigen Format aufrufen.

Snapchat (Bild: Snapchat)Für die Buchungen steht nun außerdem eine Ads API zur Verfügung. Snapchat verspricht im Interesse der User, jede Werbung zu prüfen, bevor sie erscheint. Auch die Ladezeiten sollen durch Werbung keinesfalls strapaziert werden, wie TechCrunch berichtet.

Neu ist auch ein Angebot, Technikpartner für die Entwicklung von Anzeigenlösungen zu vermitteln. Auch Kreativ-Agenturen empfiehlt der Messenger-Anbieter bei Bedarf. Snapchat bietet Werbetreibenden für gezielte Werbung die Kriterien Alter, Geschlecht, Standort, Gerät beziehungsweise Betriebssystem, Netzbetreiber und Interessen an.

Abgerundet wird das Angebot durch mit Partnern erstellte Messwerte. Diese Partner sind etwa Moat, Nielsen und die Google-Tochter Doubleclick. Werbetreibende sollen so exakte Zahlen an die Hand bekommen, welche Formate wie gut funktioniert haben. Allgemein rühmt sich Snapchat aufgrund einer Studie von MediaScience, Werbung auf seiner Plattform erhalte zweimal so viel Aufmerksamkeit wie solche bei Facebook und 1,3-mal so viel wie bei Youtube. Die Nutzer interagierten fünfmal so häufig mit seinen Werbeformen, wie sie auf Werbung auf anderen Plattformen klickten, heißt es.

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Open Telekom Cloud: Ressourcen auf Abruf

Von Capex zu Opex: Mit IT-Kapazitäten aus der Cloud statt von eigenen Servern verwandeln Unternehmen gerade verstärkt starre Investitionskosten in dynamische Ausgaben, die sich dem Geschäftsverlauf anpassen – und werden damit flexibler. Immer beliebter: Infrastructure-as-a-Service (IaaS) aus der Open Telekom Cloud.

Mit den umfangreichen Maßnahmen geht Snapchat über Experimente hinaus und versucht sich als ernsthafte Werbeplattform für seine junge Zielgruppe zu positionieren. Zusätzlich ist es beispielsweise weiter möglich, Filter (so genannte Linsen) zu sponsern.

Auch über Zusatzdienste für User versucht Snapchat Geld zu verdienen. US-Anwender können etwa drei gelöschte „Snaps“ für einen knappen Dollar noch einmal zurückholen und erneut ansehen.

Eine Finanzierung vom März bewertete Snapchat wie die vorangegangene Runde mit 16 Milliarden Dollar. Wie bei vielen Start-ups stand das größte Fragezeichen bisher hinter seinen Möglichkeiten, Umsätze zu generieren. Im August 2015 wurde bekannt, dass sein Jahresumsatz 2014 nur 3 Millionen Dollar betrug. Gleichzeitig machte das Social Network 128 Millionen Dollar Verlust – eine „hohe, aber nicht haarsträubende“ Summe, wie ein Analyst kommentierte.

Seine Nutzerzahl liegt derzeit bei 150 Millionen pro Tag. Und im Jahr 2015 machte es immerhin 59 Millionen Dollar Umsatz.

Das 2011 gegründete Unternehmen gehört zu den wichtigsten Anbietern im Bereich Social Networking. Snapchat erlaubt den Versand von Bildern und Videos, die nach einer vorgegebenen Zeit automatisch verschwinden. Im November 2014 führte das Unternehmen zudem einen Bezahldienst ein und Anfang 2015 begann es, mit der Funktion „Discover“ auch redaktionelle Inhalte zu integrieren.

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Themenseiten: Marketing, Messenger, Snapchat, werbung

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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