Messenger-Anbieter Line will mit Börsengang 5,5 Milliarden Dollar erlösen

Der IPO soll im Juli zeitgleich in Tokio und New York erfolgen. Ein erster Versuch im Jahr 2014 und ein folgender waren gescheitert. Das Geld will Line einsetzen, um neue Umsatzquellen zu erschließen und seine zuletzt bei 218 Millionen stagnierende Nutzerbasis auszubauen.

Der Anbieter der Messaging-App Line will nach zwei gescheiterten Versuchen im Juli zeitgleich in Tokio und New York an die Börse gehen. Er rechnet mit einem Gesamterlös von bis zu 600 Milliarden Yen (rund 5,5 Milliarden Dollar), wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtet. Die Financial Times spricht hingegen von rund 3 Milliarden Dollar.

Line will im Juli an die Börse gehen (Bild: Line).Eigentlich wollte Line schon vor zwei Jahren an die Börse gehen und damit schätzungsweise 2 Billionen Yen (18 Milliarden Dollar) einnehmen. Der Versuch scheiterte jedoch unter anderem daran, dass es sich mit dem Mutterkonzern Naver nicht auf die genauen Bedingungen des IPO einigen konnte. Naver ist Betreiber des größten Suchportals in Südkorea.

Es soll damals auf einem größeren Anteil Stimmrechte bestanden haben, um sich für die Zukunft vor einer möglichen feindlichen Übernahme zu schützen. Inzwischen hat Naver seine Haltung offenbar überdacht und grünes Licht für den Börsengang gegeben.

Der südkoreanische Internetkonzern hält 100 Prozent an Line, das 2011 als NHN Japan startete, ehe es sich 2013 in Line Corp umbenannte. Der Messaging-Anbieter ist ein eigenständiges Unternehmen, zugleich aber auch Navers größte Umsatzquelle.

Mit dem Geld aus dem Börsengang will Line neue Einnahmequellen erschließen und seine Nutzerbasis erweitern, die zuletzt einige Quartale in Folge stagnierte. Für das erste Quartal 2016 meldete es 218,4 monatlich aktive Nutzer. Damit ist es deutlich kleiner als etwa WhatsApp, Facebook Messenger oder WeChat in China.

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Line hat seinen Hauptsitz in Japan, agiert aber auch in Taiwan, Thailand und Indonesien erfolgreich. Vor allem in Thailand ist es auf einem guten Weg, seine Präsenz weiter auszubauen, wo es bereits jetzt mit 33 Millionen Nutzern rund 50 Prozent Marktanteil hält.

Die mobile Messaging-Plattform erlaubt nicht nur Textnachrichten und kostenlose Anrufe. Nutzer können über sie auch Bezahlungen durchführen, Essen aus Restaurants in der Nähe bestellen, Spiele spielen, Videos streamen oder nach Stellenangeboten suchen.

Der Börsengang von Line könnte der zweitgrößte Japans werden. Der größte war mit 12 Milliarden Dollar die Teilprivatisierung der Japan Post im November 2015.

[mit Material von Philip Iglauer, ZDNet.com]

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