Salesforce kauft Demandware für 2,8 Milliarden Dollar

Das ist ein Aufschlag von fast einer Milliarde auf den Börsenwert. Damit richtet Salesforce eine Commerce Cloud ein. CEO Marc Benioff feiert sie schon jetzt als "noch eine Milliarden-Dollar-Cloud".

Salesforce kündigt eine Übernahme des E-Commerce-Dienstleisters Demandware an. Es zahlt bei Abschluss 2,8 Milliarden Dollar und schafft damit die Grundlagen für ein neues Angebot, das es die Salesforce Commerce Cloud nennt – und das sich laut Salesforce-CEO Marc Benioff als „noch eine Milliarden-Dollar-Cloud“ erweisen wird.

Salesforce (Bild: Salesforce)Diese Commerce Cloud sieht Salesforce als Teil seiner Customer Success Platform, da sie Firmen neue Möglichkeiten eröffne, sich mit ihren Kunden in Verbindung zu setzen. Der Aufschlag für das seit 2012 börsennotierte Demandware ist beträchtlich, betrug sein Marktwert doch zuletzt nur 1,87 Milliarden Dollar. Die 75 Dollar pro Aktie sagt Salesforce den Aktionären in bar zu. Die Übernahme könnte in seinem zweiten Geschäftsquartal 2017 abgeschlossen werden, das am 31. Juli 2016 endet.

Für Demandware kommentierte CEO Tom Ebling, als Teil von Salesforce werde man „die Vision noch schneller umsetzen können, die weltweit führenden Marken mit den innovativsten Digitalhandelslösungen in die Lage zu versetzen, sich in jedem Kanal eins zu eins mit dem Kunden in Verbindung zu setzen.“ Als Kunden nennt der Anbieter etwa den Modeversand Land’s End, L’Oréal und Marks & Spencer.

Damit bekommt Salesforce auf eine neue Kundengruppe, die es vielleicht auch für andere Cloudlösungen gewinnen kann, tritt aber zugleich in Wettbewerb mit E-Commerce-Angeboten wie Amazon, Ebay, dessen als Magento ausgegliederter Sparte Ebay Enterprise und Shopify, die alle als Plattform Käufer und Shops in Kontakt bringen wollen, wie TechCrunch anmerkt. Salesforce verweist auf Zahlen von Gartner, wonach der Markt für E-Commerce-Plattformen jährlich um etwa 14 Prozent wächst – auf etwa 8,544 Milliarden Dollar im Jahr 2020.

Demandware war 2004 von Stefan Schambach mit 20 Mitarbeitern gegründet worden, der zuvor Intershop hochgezogen hatte. Als Vorbild für das abobasierte Geschäftsmodell nannte Schambach damals explizit Salesforce. Hauptsitz ist Burlington im US-Bundesstaat Massachusetts.

Kurz vor Jahresende 2015 hatte Salesforce den Marketing-Automatisierer MinHash gekauft. Dessen Assistent AILA durchforstet Online-Medien nach Trends und erstellt komplette Werbekampagnen „mit relevantem Thema, eindeutiger Nachricht und klarer Zielgruppe“. Die bisher modefokussierte Lösung lässt sich zweifelsohne anpassen. Zudem dürfte Salesforce am Team aus Datenwissenschaftlern interessiert sein.

Im April 2016 folgte eine Verstärkung mit dem KI-Start-up MetaMind. Es ist vor allem auf die Deep-Learning-gestützte Verarbeitung natürlicher Sprache spezialisiert. Die Technik soll in Salesforce Services integriert werden. In erster Linie geht es dem neuen Besitzer aber um das Know-how der Entwickler. MetaMinds Produkte wurden eingestellt.

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