Bericht: Intel plant Stellenabbau in Deutschland

Laut Wirtschaftswoche sollen in Deutschland bis zu 350 von 3500 Stellen entfallen sowie der Standort Ulm geschlossen werden. Auf betriebsbedingte Kündigungen wird der Chiphersteller angeblich verzichten. Weltweit baut Intel 12.000 Arbeitsplätze ab, um auf das rückläufige PC-Geschäft zu reagieren und "seine Zukunft zu sichern".

Intel beabsichtigt den Abbau von 300 bis 350 Stellen in Deutschland, berichtet die Wirtschaftswoche in einer Vorabmeldung. Der Chiphersteller beschäftigte hierzulande bislang 3500 Mitarbeiter und will demnach seine Belegschaft um rund 10 Prozent verringern. Schon im letzten Monat kündigte er den Abbau von weltweit 12.000 Arbeitsplätzen an, um auf das rückläufige PC-Geschäft zu reagieren.

(Bild: Ben Fox Rubin/CNET)Auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland wird Intel angeblich verzichten. Aus Arbeitnehmerkreisen will das Magazin erfahren haben, dass sich Management und Gesamtbetriebsrat darauf verständigt haben. Gespräche über Aufhebungsverträge seien bereits im Gange und sollen bis Ende Juni zum Abschluss gebracht werden.

Geschlossen wird dem Bericht zufolge außerdem Intels Standort in Ulm, an dem rund 60 Mitarbeiter tätig sind. Der Chiphersteller beschäftigt dort Entwickler für mobile Plattformen. Ihre Stellen könnten besonders gefährdet sein, nachdem Intel die Entwicklung von Smartphone-Prozessoren gestoppt hat. Ende April bestätigte Intel den Rückzug aus dem Smartphone-Geschäft, um das es so lange vergeblich gekämpft hatte. Eingestellt wurde die Entwicklung von SoCs, die für Smartphones und preisgünstige Tablets gedacht waren. Intels Hoffnungen wurden jedoch nicht erfüllt – den Markt der Mobilgeräte dominieren weiterhin klar Prozessoren der ARM-Architektur.

Der Stellenabbau ist Teil einer Restrukturierung, mit der Intel vor allem auf den Abschwung im PC-Geschäft reagiert. Weltweit plant es bis Mitte 2017 den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen. Laut Intel-CEO Brian Krzanich geht es dabei darum, Intels langfristige Zukunft zu sichern und das Unternehmen als führenden Anbieter in einer smarten, verbundenen Welt zu etablieren. Der weltweite Stellenabbau wird allerdings im zweiten Fiskalquartal rund 1,2 Milliarden Dollar kosten. Dem stehen laut Intel Einsparungen von 750 Millionen Dollar in diesem Jahr und ab Mitte 2017 von 1,4 Milliarden Dollar jährlich gegenüber.

Intel begründete die Maßnahmen mit einer beschleunigten Transformation „von einem PC-Unternehmen zu einem, das die Cloud antreibt und Milliarden von intelligenten, vernetzten Computing-Geräten“. Verstärkt werden sollen Investitionen in die Geschäftsbereiche Rechenzentrum, Internet der Dinge, Speicher und FPGA.

Die neue geschäftliche Strategie basiert Krzanich zufolge künftig auf fünf Säulen, erstens Cloud einschließlich Servern, Rechenzentren und Virtualisierung, zweitens internetfähigen Geräten von Sensoren über PCs bis zu Autos, drittens Speichertechniken wie 3D XPoint und programmierbare Halbleiter wie FPGAs, viertens Verbindungstechniken wie 5G-Mobilfunk und fünftens Herstellung. Zur Fertigung verwies der Intel-Chef auf das Mooresche Gesetz – noch immer gelte der Grundsatz, dass Halbleiter in regelmäßigen Abständen und bei konstanten Kosten um etwa die Hälfte kleiner werden.

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