Facebook kauft Virtual-Reality-Audiospezialisten Two Big Ears

Dessen Autorentools, Encoder und Rendering-Engine macht es als "Facebook 360 Spatial Workstation" frei verfügbar. Entwickler von VR-Inhalten können damit eine 3D-Soundkulisse erzeugen, die Träger eines VR-Headsets noch tiefer ins virtuelle Geschehen hineinzieht.

Facebook hat für eine unbekannte Summe den Audiospezialisten Two Big Ears übernommen. Das 2013 im schottischen Edinburgh gegründete Start-up hat eine 3D-Raumklangtechnik für Virtual-Reality-Filme und -Spiele entwickelt, die das Social Network als Teil der neuen Software-Suite Facebook 360 Spatial Workstation frei verfügbar macht.

Facebook 360 Spatial Workstation (Bild: Facebook)Two Big Ears hat die Akquisition in seinem Firmenblog bekannt gegeben. Darin heißt es: „Wir haben hart daran gearbeitet, Techniken und Tools zu schaffen, die definieren, wie immersiver Klang jetzt und in Zukunft in Virtual Reality und Augmented Reality erzeugt und erlebt wird. Wir sind stolz, zu sehen, welche Auswirkung unsere Arbeit auf so viele großartige Projekte hatte.“ Als Teil von Facebook könne man die Technologie noch schneller voranbringen. „Unsere Mission ist es, VR-Audio auf allen Geräten und Plattformen erfolgreich zu machen und Entwicklern weiter dabei zu helfen, das beste Erlebnis für Milliarden Menschen weltweit zu schaffen.“

Die für VR-Filme und 360-Grad-Videos einsetzbaren Autorentools sowie Encoder und Rendering-Engine von Two Big Ears sind ab sofort Teil der kostenlosen Facebook 360 Spatial Workstation. Die für VR-Spiele gedachten 3Dception-Plug-ins werden nicht mehr zum Download angeboten. Stattdessen will das Team von Two Big Ears sein Know-how und seine Kräfte mit der Facebook-Tochter Oculus VR bündeln, um VR-Audio weiterzuentwickeln.

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Zahlende Pro-Kunden von Two Big Ears werden einer FAQ zufolge entsprechend ihrer laufenden Verträge aber noch zwölf Monate Support erhalten. Außerdem sollen sich mit den Tools auch weiterhin VR-Inhalte für Plattformen und Geräte erstellen lassen, die nicht von Facebook oder Oculus stammen.

Mit den Tools von Two Big Ears können Entwickler von Virtual-Reality-Inhalten eine 3D-Soundkulisse erzeugen, die den Träger einer VR-Brille noch tiefer ins virtuelle Geschehen hineinzieht. Dazu lassen sich mehrere Klangquellen einrichten und mit den Videoinhalten synchronisieren. Das System berücksichtigt bei der Audioberechnung auch, wie Schall von Umgebungsobjekten reflektiert wird. Ein Youtube-Video vermittelt einen Eindruck davon.

Facebook selbst erklärte zu der Akquisition: „Two Big Ears hat die Art revolutioniert, wie Menschen Klang in Software wahrnehmen. Wir freuen uns, sie im Facebook-Team willkommen zu heißen und ihre unglaubliche Arbeit noch mehr Leuten über unsere Plattform zugänglich zu machen.“

Wahrscheinlich geht es Facebook bei dem Kauf darum, eine 3D-Audio-Engine für die Oculus-VR-Plattform im eigenen Haus zu haben. 2014 musste Oculus eine solche Engine noch von VisiSonics lizenzieren. Zugleich stärkt Facebook mit der Übernahme seine Position als zentrale Anlaufstelle für VR-Videoinhalte.

[mit Material von Sean Hollister, CNET.com]

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Themenseiten: 3D-Content, Audio, Facebook, Virtual Reality, Übernahmen

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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