Foxconn tauscht nach Übernahme Sharp-Management aus

Foxconn-Vize Tai Jeng-Wu wird neuer Sharp-CEO. Von 13 Board-Mitgliedern müssen zwölf gehen. Foxconn-Chairman Terry Gou kündigt auch erneute Entlassungen an der Basis an: Sharps "Ineffizienz" mache Kostensenkungen nötig. Fürs abgelaufene Finanzjahr meldete Sharp 1,3 Milliarden Euro Nettoverlust.

Sharp erhält ein neues Management, wie das Wall Street Journal berichtet. Nach der Übernahme des Konzerns durch Foxconn wird Tai Jeng-Wu, der zweite Mann in der Foxconn-Spitze und rechte Hand von Chairman Terry Gou, nun Chef von Sharp. Er löst Kozo Takahashi mit Abschluss der Transaktion im Juni ab.

Foxconn kauft Sharp (Bild: Foxconn/Sharp).Außerdem müssen zwölf von 13 Mitgliedern des Führungsgremiums gehen. Sharps Board schrumpft auf neun Mitglieder, von denen Foxconn (das offiziell als Hon Hai Precision Industry firmiert) sechs ernennen wird.

Einschnitte sind laut Foxconn-Chairman Gou auch an der Basis erneut nötig, trotz Tausenden Entlassungen in den letzten Jahren. In einer von der US-Zeitung eingesehenen E-Mail an die Sharp-Mitarbeiter heißt es, Sharp sei ineffizient aufgestellt, was eine Kostenreduktion erforderlich mache. Gou nennt diesen Schritt „äußerst schmerzhaft“.

Foxconn will den japanischen Konzern innerhalb einiger Jahre wieder auf Wachstumskurs bringen. Seine Entwicklung sei in der Lage, revolutionäre Technik hervorzubringen. Er hoffe, so viele Stellen wie möglich erhalten zu können, sagte Gou. Vor allem als wichtiger Hersteller von Smartphone-Displays ist Sharp eine Ergänzung für Foxconn. 2015 hatte Sharp beispielsweise ein 5,5-Zoll-Display mit 4K-Auflösung und IGZO-Technik angekündigt. Eine Auflösung von 3840 mal 2160 Bildpunkten entspricht einer Pixeldichte von 806 ppi.

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Sharp hatte Ende März ein auf 3 Milliarden Euro reduziertes Kaufangebot Foxconns akzeptiert. Eine erste Einigung war daran gescheitert, dass im letzten Moment eine Liste mit zusätzlichen Verbindlichkeiten auftauchte. Zwischenzeitlich waren über 5 Milliarden Euro im Gespräch gewesen – trotz Schulden in ungefähr gleicher Höhe.

Sharp meldete mit der Ankündigung auch sein Jahresergebnis. Fürs Fiskalquartal einschließlich März standen 162 Milliarden Yen (1,3 Milliarden Euro) Nettoverlust zu Buche. Im Vorjahr waren es 222 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro) gewesen. Als Grund nannte Noch-CEO Takahashi erbitterte Preiskämpfe im Bereich Smartphone- und Fensehdisplays sowie schwächere Nachfrage aus China. Er fühle sich schuldig für zwei Jahresverluste in Folge, sagte der Manager, und er hoffe, die neue Firmenleitung werde eine Kehrtwende schaffen.

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