Google veröffentlicht iOS-Tastatur mit integrierter Suche

Gefundene Daten lassen sich einkopieren, ohne die ursprüngliche App zu verlassen. Auch nach Smilys und GIFs kann man per Text suchen. Google erhofft sich dadurch offenbar vor allem steigende Suchanfragen unter iOS.

Google hat in den USA eine Tastatur für iOS namens Gboard eingeführt. Sie ermöglicht eine Suche, ohne die App zu verlassen. Auch nach GIFs und Smilys kann man suchen, indem man einen gewünschten Begriff eingibt. Der Download ist ab sofort im US-App-Store möglich.

Icon Google Gboard für iOS  (Bild: Google)Damit ist es beispielsweise möglich, während eines Chats in Apple Nachrichten (auch iMessage genannt) die Adresse eines Restaurants zu ermitteln und dem Gesprächspartner zu senden, ohne die App zu verlassen. Resultate erscheinen im von Googles Such-Apps bekannten Karteikartenformat.

Überdies unterstützt die Tastatur Eingaben durch Wischbewegungen von einem Buchstaben zum anderen statt Antippen. Für diese Eingabeweise sind vor allem die alternativen Tastaturen Swype und das von Microsoft übernommene SwiftKey bekannt.

Smily-Suche mit Gboard (Bild: Google)

Die iOS-Tastaturpläne Googles waren schon im März zu The Verge durchgesickert. Die Publikation sagte alle Funktionen korrekt voraus, auch die im seit 2013 existierenden Android-Pendant nicht zu findende Suche nach GIFs, Smilys und Bildchen durch eine Texteingabe. Nach seinen Angaben war die iOS-Ergänzung damals mindestens sechs Monate in Arbeit und durchlief seit einiger Zeit auch interne Tests.

Google verspricht sich von dem Projekt offenbar, die Zahl der Suchanfragen unter iOS deutlich zu steigern und so letztlich seinen mobilen Werbeumsatz zu erhöhen. Denn durch die in der Tastatur integrierte Suchfunktion müssen Anwender nicht erst die Google-Suche im Browser öffnen, sondern können jederzeit aus jeder Anwendung heraus direkt darauf zugreifen.

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Die Zahl der Suchanfragen ist für Google entscheidend, da es über seine Suchseiten die meisten und teuersten Anzeigen ausliefert. Auf dem Desktop suchen viele Nutzer auch häufig nach „Facebook“ oder „Gmail“, um die entsprechende Website aufzurufen, ohne die komplette URL eingeben zu müssen. Auf Mobilgeräten fällt dieser relativ hohe Prozentsatz jedoch weg, weil Anwender direkt die zugehörige App öffnen können.

Im vierten Quartal 2015 nahm Google durch den Verkauf von Anzeigen inklusive Traffic Acquisition Costs (TAC), die es an seine Partner abführen muss, insgesamt 19,09 Milliarden Dollar ein. Die über seine eigenen Websites erzielten Werbeerlöse stiegen im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 14,94 Milliarden Dollar und der über Google Network erzielte Anzeigenumsatz um 7 Prozent auf 4,14 Milliarden Dollar. Für die positive Entwicklung machte Finanzchefin Ruth Porat vor allem die mobile Suche und den Videodienst Youtube verantwortlich.

Noch einen Schritt weiter als Google geht übrigens Microsoft mit seinem Hub Keyboard für Android. Es ermöglicht nicht nur Suchvorgänge, die OneDrive- und Office-Dokumente einschließen, sondern enthält auch gleich eine Übersetzungsfunktion und einen Zwischenspeicher für Copy and paste, der mehrere Elemente umfasst.

[mit Material von Natalie Gagliordi, ZDNet.com]

Themenseiten: Google, Software, Tastatur, iOS, iPhone

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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