Amazon stellt Deep-Learning-Technik unter Open-Source-Lizenz

Die Deep Scalable Sparse Tensor Network Engine (DSSTNE) ist ab sofort unter der Apache-2.0-Lizenz auf GitHub verfügbar. Amazon selbst setzt sie dazu ein, Kunden seiner Verkaufsplattform passende Produkte zu empfehlen. Von der Freigabe erhofft es sich eine schnellere Weiterentwicklung und weitere Verbreitung der Technik.

Amazon hat seine Deep-Learning-Technik Deep Scalable Sparse Tensor Network Engine (DSSTNE) unter der Open-Source-Lizenz Apache 2.0 verfügbar gemacht. Sie steht ab sofort auf GitHub bereit. Damit folgt der Onlinehändler dem Vorbild anderer Konzerne wie Google, Facebook oder Microsoft, die zuletzt ebenfalls vermehrt Software als Open Source freigegeben haben.

Amazon.com (Bild: Amazon)In einer Fragen-und-Antwortensammlung erklärt Amazon, dass DSSTNE (ausgesprochen: „Destiny“) seinen hunderten Millionen Kunden beim Einkaufen hilft. „Wir unterstützen Sie dabei, das richtige Produkt aus unserem riesigen Angebot zu finden“, so das Unternehmen. „Gute Empfehlungen auszusprechen benötigt neuronale Netze.“

Nach eigenen Angaben veröffentlicht Amazon DSSTNE als Open Source, damit Deep Learning auch über Sprachverstehen und Objekterkennung hinaus in Bereichen wie Suche und Empfehlungen verstärkt zum Einsatz kommt. Man hoffe, dass Forscher auf der ganzen Welt zusammenarbeiten, um es zu verbessern. Aber noch wichtiger sei, dass es hoffentlich Innovationen in vielen weiteren Bereichen beschleunige.

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Die Cloud forciert Innovationen

Ohne Cloud-Technologie sähe der Alltag heute ganz anders aus. Dropbox, Facebook, Google und Musikdienste gäbe es nicht. Erst Cloud-Technologien haben diese Services ermöglicht und treiben heute Innovationen schneller denn je voran.

DSSTNE unterscheidet sich Amazon zufolge von anderen Deep-Learning-Bibliotheken dadurch, dass es dafür konzipiert ist, Probleme mit spärlichen Daten zu lösen, und dies auch schneller bewerkstelligt. Der Onlinehändler behauptet, es sei auf einer g2.8xlarge-GPU-Instanz in der Amazon-Web-Service-Cloud mehr als doppelt so schnell wie Googles Machine-Learning-System TensorFlow.

Google hatte TensorFlow im November 2015 quelloffen gemacht. Es selbst setzt die Technik in Anwendungen wie Google Fotos und Google Übersetzer ein sowie für Funktionen wie Suche und intelligente Antworten. Wie jetzt Amazon mit DSSTNE verspricht sich Google von der Freigabe von TensorFlow unter der Apache-2.0-Lizenz, mehr Entwickler für das System zu gewinnen und eine weitere Verbreitung der Technik.

Facebook hatte seine Werkzeuge für Machine Learning und künstliche Intelligenz bereits im Januar 2015 der Open-Source-Community zur Verfügung gestellt. Microsoft machte seit November 2015 die Entwicklertools Visual Studio Code und Xamarin sowie Teile seiner JavaScript-Engine Chakra und seine Blogging-Software Live Writer als Open Source verfügbar.

Amazon Web Services unterstützt wie einige andere führende Technikfirmen auch die Ende 2015 von Tesla-Gründer Elon Musk ins Leben gerufene Initiative OpenAI. Sie hat zum Ziel, die Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz voranzubringen.

[mit Material von Stephanie Condon, ZDNet.de]

Themenseiten: Amazon, Künstliche Intelligenz, Open Source, Software

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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