Google und Fiat Chrysler bauen selbstlenkenden Minivan

Bloomberg konkretisiert einen Bericht des WSJ von vergangener Woche: Es soll sich um den Chrysler Pacifica handeln. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne hatte am Wochenende Bereitschaft zu einer Kooperation signalisiert. Er sieht die parallele Entwicklung selbstlenkender Technik in der Branche als Geldverschwendung an.

Die Alphabet-Tochter Google hat sich einem Bericht zufolge mit Fiat Chrysler zusammengetan, um eine Reihe selbstlenkender Minivans zu konzipieren. Grundlage ist laut Bloomberg das Modell 2017 des Chrysler Pacifica. Es handelt sich um ein Hybridfahrzeug.

Der Pacifica 2017 verfügt im Elektrobetrieb über rund 50 Kilometer Reichweite. Im gemischten Betrieb sind es 850 Kilometer. Er bietet bis zu acht Personen Platz. Unklar ist, in welchen Stückzahlen die Autos hergestellt werden sollen, ob also für einen Test oder ein breiter angelegtes erstes Projekt. In der Vergangenheit hat Google testweise schon die Fahrzeugtypen Toyota Prius und Lexus RX350 mit seiner selbstlenkenden Technik versehen.

Update 4. Mai: Google hat bestätigt, dass es rund 100 Chrysler Pacifica umbauen wird.

Chrysler Pacifica (Bild: Fiat Chrysler)

Vergangene Woche hatte das Wall Street Journal von vor dem Abschluss stehenden Verhandlungen zwischen Google und Fiat Chrysler über eine technische Partnerschaft berichtet. Am Wochenende erklärte Fiat-Chrysler-CEO Sergio Marchionne dazu, er würde sehr gern mit Google und anderen Technikfirmen zusammenarbeiten.

„Mein Ansatz ist es, für Technik völlig offen zu sein“, sagte er der Publikation Automag. Die Branche verschwende Geld, wenn sie mehrere Versionen der gleichen Technik parallel entwickle. Eine Konsolidierung könne hier für mehr Gewinn sorgen. Wenn er 2018 als CEO ausscheide, wolle er Fiat Chrysler in einer besseren Position für einen Merger hinterlassen.

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Google gilt als der wahrscheinlich fortgeschrittenste Anbieter selbstlenkender Technik. Seine Fahrzeuge haben mehr als zwei Millionen Testkilometer auf normalen Straßen hinter sich. Autos zu bauen hat Google nach eigenem Bekunden aber nicht vor – zumindest nicht über Prototypen hinaus. Vielmehr will es mit Herstellern kooperieren. Im April hat es dem Vernehmen nach mit General Motors verhandelt, beide konnten sich aber nicht einigen, wem die gemeinsam entwickelte Technik und anfallende Daten gehören sollten. Im September deutete Google-Gründer Sergey Brin an, diese könnten zunächst als Dienstleistung angeboten werden, damit die Menschen die Technik erst einmal ausprobieren könnten. Zudem „kommen die Fahrzeuge dann jeden Tag zu uns zurück“, was Updates und Verbesserungen ermöglichen würde.

Vergangene Woche schlossen sich Google, Ford, Lyft, Uber und Volvo zu einer Lobbygruppe namens Self-Driving Coalition for Safer Streets zusammen, die den Weg für eine Straßenzulassung selbstfahrender Autos vor allem in den USA erwirken soll. Das Ziel seien „klare Regeln“ für selbstlenkende Fahrzeuge – ohne übertriebene Eile. Zudem wolle man Gesetzgebern, Regulierern und der Öffentlichkeit die Sicherheits- und sozialen Vorteile selbstlenkender Fahrzeuge nahebringen.

[mit Material von Jake Smith, ZDNet.com]

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1 Kommentar zu Google und Fiat Chrysler bauen selbstlenkenden Minivan

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  • Am 3. Mai 2016 um 22:05 von Gast

    „Mein Ansatz ist es, für Technik völlig offen zu sein“ sagt der Chrysler Chef
    …nun…heutzutage sollte man schon etwas kritischer sein, vor allem bei einem fahrbaren Gerät, das lebende Personen befördert…da wirkt diese Aussage etwas naiv und kindisch…will man ein Auto von einer Firma, deren Chef das so sieht?…viele vielleicht…ich nicht…aber das Bild/Auto ist sehr schön!

    Gibt es da nicht ein Sprichwort:
    „Wer nach allen Seiten offen ist, der kann nicht ganz dicht sein.“ oder so ähnlich…

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