Youtube führt nicht überspringbare Werbung ein

Sie dauert nur sechs Sekunden - Nutzerproteste sind also unwahrscheinlich. Konzipiert wurde sie auf der Suche nach einem Smartphone-tauglichen Format. Wie bei Fernsehwerbung können die Kurzanzeigen nach Youtubes Vorstellung lange Spots eher ergänzen statt ersetzen.

Youtube hat ein zwar kurzes, aber nicht überspringbares Anzeigenformat eingeführt. Es nennt sich Bumper Ads. In einem Blogbeitrag erklärt Produktmanager Zach Lupei, man sei auf der Suche nach Formaten gewesen, die sich für Smartphone-Nutzer eigneten – und die sechssekündigen Bumper Ads hätten sich als beste Lösung erwiesen.

YouTube (Bild: YouTube)Die Kurzwerbung sieht Youtube vor allem als Ergänzung zu längeren Spots. Es könnte sich zum Beispiel um einen Ausschnitt daraus handeln, der an die lange Version erinnert und so die Werbewirkung verstärkt. Eine solche Kombination langer und kurzer Spots ist natürlich seit Jahrzehnten bei Fernsehwerbung bekannt.

Großartige Nutzerproteste gegen das Format sind aufgrund seiner Kürze nicht zu erwarten. Schließlich lassen sich lange Youtube-Werbungen auch erst nach fünf Sekunden überspringen.

ANZEIGE

Die Cloud forciert Innovationen

Ohne Cloud-Technologie sähe der Alltag heute ganz anders aus. Dropbox, Facebook, Google und Musikdienste gäbe es nicht. Erst Cloud-Technologien haben diese Services ermöglicht und treiben heute Innovationen schneller denn je voran.

Google-Manager Lupei zieht sogar eine japanische Gedichtform als Vergleich heran: „Wir betrachten Bumper Ads als das Pendant zum Haiku in der Videowerbung – und freuen uns schon, zu sehen, was die Kreativ-Community damit anstellen wird.“ Haikus sind dreizeilige Kurzgedichte mit nur 17 Silben.

Als erste Beispiele für Bumper Ads nennt Youtube etwa das Label Atlantic Records, das damit für das zweite Album der Band Rudimental wirbt: Jede Bumper Ad konzentriert sich dabei auf einen der Gastmusiker, die an der Produktion beteiligt waren. Auch Audi hat mit dem Format experimentiert und eine längere Videowerbung in Sechs-Sekunden-Häppchen zerlegt. Im Mittelpunkt steht jeweils ein mit Q beginnendes Wort wie Quantensprung oder Querpass, da Audi neue Modelle der SUV-Reihe Q bewirbt. Nicht am Test beteiligte Werbekunden werden das Format ab Mai buchen können.

Umfrage

Wie sieht in Ihrem Unternehmen die Ausstattung für mobile Mitarbeiter aus?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Parallel hat Youtube gerade die Home-Seite seiner Mobil-Apps überarbeitet und dabei die Unterteilung in Kategorien aufgegeben. Sie präsentiert sich jetzt als einheitlicher Stream von Empfehlungen, die durch Einsatz Künstlicher Intelligenz aber besser ausgewählt sein sollen. Die Präsentation erinnert an den Reiter Trends in der Webversion von Youtube.

Mit den neuen Funktionen und Formaten sucht sich Youtube vor allem gegen Facebook zu behaupten, das seit einem Jahr mit aller Macht ins Videosegment vordringt. Als wichtige Entwicklungen, die in nächster Zeit für Verschiebungen von Marktanteilen sorgen könnten, gelten 360-Grad-Videos und Livestreaming. Youtube hat diese beiden Trends gerade als erster der großen Anbieter kombiniert.

Themenseiten: Google, Marketing, Video, YouTube

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
Florian Kalenda
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Youtube führt nicht überspringbare Werbung ein

Kommentar hinzufügen
  • Am 28. April 2016 um 15:43 von Judas Ischias

    Oh, wie schön. Da freue ich mich aber sehr darauf.;)
    Vielleicht schaffen es dann endlich McDingsbums und der andere mit der Krone, es dann endlich mal mich zu überzeugen, eines ihrer Produkte zu kaufen, bzw. sogar deren Lokalitäten zu besuchen und dort etwas zu verzehren.
    Muss halt nur oft genug vorgenudelt werden, dann glaubt man alles was die Werbung einem so weismachen will.
    Na ja, vielleicht manchmal.;)
    Das wird mittlerweile mehr und mehr zum Krebsgeschwür. Kein Wunder dass die Leute so viel wie möglich Werbeblocker einsetzen. Überall ist es nur noch am aufploppen und die Werbebanner breiten sich ungefragt über das Display aus, das Feld zum schließen klitzeklein, und meistens gaaanz zufällig in der Nähe von der nächsten Werbung.
    Außerdem wird der Traffic geklaut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *