Microsoft: Lumia-Verkäufe um 73 Prozent zurückgegangen

Nach 8,6 Millionen Stück vor einem Jahr verkaufte es nun 2,3 Millionen Stück. Gegenüber dem Vorquartal mit 4,6 Millionen Geräten hat sich die absolute Zahl etwa halbiert. Der Umsatz ging um 46 Prozent zurück, während die Surface-Sparte ihren Umsatz um 61 Prozent steigern konnte.

Microsoft hat im abgelaufenen Quartal nur 2,3 Millionen Lumia-Smartphones verkauft – ein Rückgang um 73 Prozent gegenüber 8,6 Millionen Stück im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Der Umsatz mit den Geräten ging um 46 Prozent zurück.

Lumia 950 (Bild: Microsoft)Gegenüber dem Weihnachtsquartal hat sich die Zahl der verkauften Geräte ungefähr halbiert: Microsoft meldete im Januar 4,5 Millionen verkaufte Lumia-Smartphones. Das war bereits ein Rückgang um 57 Prozent gegenüber 10,5 Millionen im Vorjahresquartal und für manche ein „Sargnagel für Microsofts Mobilbetriebssystem.“ Offenbar konnten auch die neuen Spitzenmodelle Lumia 950 und 950 XL mit Windows 10 Mobile den Trend nicht wenden. Microsoft-Expertin Mary Jo Foley berichtet, selbst zahlreiche Microsoft-Mitarbeiter seien zu anderen Mobilbetriebssystemen gewechselt – und nicht nur solche, die dies zu Forschungszwecken tun müssen oder selbst Android-Apps schreiben.

Für die Surface-Sparte meldete Microsoft nun hingegen 1,1 Milliarden Dollar Umsatz, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 61 Prozent. Es nennt zwar die Produkte Surface Pro 4 und Surface Book als treibende Kräfte, weist für sie aber keine Stückzahlen aus.

Microsoft hat das Engagement für die Lumia-Sparte zuletzt massiv zurückgefahren. Nach den nicht nur fürs Weihnachtsgeschäft bestimmten, sondern auch mit Dockingstation und Businessfunktionen wie Continuum ausgestatteten Flaggschiffen Lumia 950 und 950 XL folgte im Februar noch ein Windows-10-Smartphone Lumia 650. Es siedelt sich zwischen dem Einstiegsgerät Lumia 550 und den High-End-Modellen 950 sowie 950 XL an. Das gilt auch für den Preis von 229 Euro. Zur Ausstattung zählen ein 5-Zoll-HD-Display, Qualcomms Snapdragon 212, 1 GByte RAM, 16 GByte erweiterbarer Speicher, LTE, ein Wechselakku und eine 8-Megapixel-Kamera.

Umfrage

Wie teuer dürfen 2-in-1-Geräte Ihrer Ansicht nach sein?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

Gerüchte um ein Surface Phone mit dem Design der Tablet-Reihe kursieren zwar weiter, doch soll Microsoft die Umsetzung auf 2017 verschoben haben – wahrscheinlich zusammen mit dem Windows-Update Redstone 2. Es könnte dann in drei Varianten für drei Preisbereiche vorgestellt werden. Für Sommer 2016 ist nun erst einmal das Major Update Redstone 1 für Windows 10 geplant.

Die Wahrscheinlichkeit eines Surface Phone dürfte sich erhöht haben, als der für die Surface-Tablet-Reihe zuständige Microsoft-Manager Panos Panay die Verantwortung für alle Premium-Hardware von Microsoft übernahm. Unter Panays Regie hat Microsoft schließlich schon ein nie veröffentlichtes Gerät konzipiert, das einem Surface Phone am ehesten nahekommt: das in letzter Minute abgesagte 7-Zoll-Tablet Surface Mini. Im Oktober bestätigte Panay erstmals offiziell dessen Existenz und erklärte, er habe es selbst eine Zeit lang eingesetzt, um Notizen zu machen und E-Mails zu entwerfen. Sein Fazit: „Es war großartig“ und „wie ein Moleskine“, also ein Notizbuch – und wohl entsprechend für die Nutzung mit dem Office-Programm OneNote ausgelegt.

ANZEIGE

Die Cloud forciert Innovationen

Ohne Cloud-Technologie sähe der Alltag heute ganz anders aus. Dropbox, Facebook, Google und Musikdienste gäbe es nicht. Erst Cloud-Technologien haben diese Services ermöglicht und treiben heute Innovationen schneller denn je voran.

Fürs dritte Fiskalquartal 2016 hat Microsoft gerade einen Gewinnrückgang um 25 Prozent auf 3,76 Milliarden Dollar gemeldet und mit einer einmaligen Steuerzahlung begründet. Ohne sie hätte der Non-GAAP-Gewinn bei 0,66 Dollar je Aktie und damit über den Prognosen gelegen. Die Cloudsparte erzielte mit 3 Prozent das größte Umsatzwachstum. Ihre Einnahmen kletterten auf 6,1 Milliarden Dollar. Serverprodukte und Clouddienste meldeten ein Plus von 5 Prozent. Der Azure-Umsatz legte sogar um 120 Prozent zu.

Tipp: Wie gut kennen Sie Windows? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Microsoft: Lumia-Verkäufe um 73 Prozent zurückgegangen

Kommentar hinzufügen
  • Am 23. April 2016 um 11:05 von Thomas Grahl

    Ich kann verstehen warum selbst Microsoft Mitarbeiter auf andere Geräte ausweichen. Als bestes Beispiel ist hier Outlook zu nennen, was zuerst auf anderen Plattformen mit neuen Funktionen ausgestattet wird. MS lässt die eigene Plattform verhungern!! Mein nächstes Phone wird mit Sicherheit kein MS Produkt mehr!!!!!!

  • Am 23. April 2016 um 13:42 von Debian gnome2

    Haultptoblem Preis. Löhne Steigen in immer mehr Leiharbeits und Niedriglohnsektoren nicht mehr…. Mehr als 100 Euro sollte ein Telefon nicht kosten…der Rest ist Luxussegment….

  • Am 23. April 2016 um 15:31 von Kamikater

    Wundert mich nicht, dass Microsoft mit den Geräten unter geht. Ich habe selbst ein Lumia 535 Dual Sim und werde mir in Kürze ein Android kaufen – noch lange bevor das Lumia überhaupt verschlissen ist.
    Weder unter 8.1 Denim noch unter Windows 10 Mobile ist das Ding auch nur ansatzweise benutzbar. Und der Skypezwang war der letzte Tropfen, der das Faß bei mir zum überlaufen brachte.
    Ich benutze Skype auf dem Desktop und kann nirgends verhindern, dass ich auch auf dem Lumia sämtliche Nachrichten empfange. Das „Deinstallieren“ der Skype App brachte nichts – die Nachrichten kommen trotzdem.
    Was nebenbei zeigt, wie man als Kunde verarscht wird.
    Und da Microsoft auf die schwachsinnige Idee kam, Skype und SMS als „Messaging“ zusammen zu fassen, kann man es nicht mal blockieren, da es dann auch keine SMS mehr gibt.
    So zwingt man Kunden die Dienste auf.

    Ansonsten ist alles, was einem Microsoft über die Geräte sagt, schlicht Marketinggelüge.
    Beworben wird das 535 mit 78 Stunden Musikwiedergabe – nach 2 Arbeitstagen mit Radio, also knapp 16 Stunden, ist der Akku leer.
    Apps sind unausgereift, stürzen häufig ab und der Datenverbrauch im Standby ist immens hoch. Ich habe auch Android Smartphones und mit diesen weit bessere Erfahrungen gemacht.
    Das 535 war mein erstes und letztes Lumia – wenn Microsoft bei Smartphones wieder vom Markt verschwindet, weine ich dem keine Träne nach.

  • Am 23. April 2016 um 19:06 von Sybok

    @Kamikater
    Dir ist aber schon klar, dass Du in den Einstellungen der Nachrichten-App einfach nur auf „Skype-Einstellungen“ gehen und dann auf „Abmelden“ klicken musst, um keine Skype-Nachrichten mehr zu bekommen?

    Das finde ich nun nicht sonderlich schwierig und sehe hier eher ein Layer-8-Problem. Standardmäßig empfängt die Nachrichten-App übrigens gar keine Skype-Nachrichten, das muss man erst aktivieren indem man sich einloggt. Sehr witzig also, dass Du Dich über angeblichen Skype-Zwang beschwerst. ;-)

    Mit der älteren, separaten Skype-App hat das übrigens natürlich gar nichts zu tun.

  • Am 24. April 2016 um 0:39 von Kamikater

    @Sybok: ich nutze Skype auf dem Desktop und das Lumia ist mit demselben Microsoft-Account angemeldet. Daraufhin koppelt Microsoft beides und Skype ist aktiv. Wenn ich mich abmelde, bin ich auch auf dem Desktop abgemeldet.

    Alternative: ich mache mir für das Smartphone einen Fakeaccount, damit das nicht mit dem PC gekoppelt wird. Damit gehen dann aber alle Verbindungen, also auch Emails, Termine und so, verloren.
    Alles oder nichts.
    Ich sehe das durchaus als Zwang an :).

    • Am 25. April 2016 um 12:40 von Sybok

      @Kamikater
      >“Wenn ich mich abmelde, bin ich auch auf dem Desktop abgemeldet.“
      Das stimmt nicht. Die Anmeldung auf dem Desktop hat mit der Anmeldung auf dem Smartphone nichts zu tun. Nicht einmal die Nachrichten-App (die wohl die wenigsten am Desktop für Skype-Nachrichten verwenden) sychronisiert den Anmeldestatus mit dem Smartphone, die Desktopapp aber schon gleich gar nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *