Bericht: iPhone-Hack kostete das FBI mehr als 1,3 Millionen Dollar

Siebenstellige Prämien für Sicherheitslücken in iOS sind allerdings keine Seltenheit. Die Investition hat sich laut FBI-Chef James Comey gelohnt.

Das Federal Bureau of Investigation (FBI) hat angeblich mehr als 1,3 Millionen Dollar ausgegeben, um an Informationen zu gelangen, die auf dem gesperrten iPhone 5C des San-Bernardino-Attentäters Syed Farook gespeichert sind. Das hat die Agentur Reuters anhand von Aussagen von FBI-Direktor James Comey errechnet. Bei einer Veranstaltung in London sagte er, der iPhone Hack habe mehr Geld gekostet, als er bis zum Ende seiner Amtszeit verdienen werde.

FBI (Bild: FBI)Laut Zahlen des US Office of Management and Budget beläuft sich Comeys Jahresgehalt auf 183.300 Dollar. In den verbleibenden sieben Jahren und vier Monaten an der Spitze der US-Bundespolizei würde Comey somit eine Vergütung von 1,34 Millionen Dollar erhalten – ohne mögliche Gehaltserhöhungen oder Boni. „Meiner Ansicht nach war es das wert“, kommentierte der Chef der US-Bundespolizei dem Bericht zufolge die Investition.

Ende März hatte das FBI mitgeteilt, es habe mithilfe einer dritten Partei Farooks iPhone 5C geknackt. Das Justizministerium stellte daraufhin seine Bemühungen ein, Apple per Gerichtsbeschluss zur Zusammenarbeit zu zwingen. Konkret ging es darum, eine Sicherheitsfunktion auszuhebeln, die bei mehrmaligen falschen Passworteingaben die Inhalte eines iOS-Geräts unbrauchbar macht.

Apple hatte sich mit dem Argument gewehrt, die Entsperrung sei nur über eine Hintertür möglich. Der von der US-Regierung angeführte All Writs Act räume den Behörden aber keine derartig weitreichenden Befugnisse ein.

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Das FBI bestätigte schließlich, dass die gefundene Entsperrmethode nur mit älteren iPhone-Modellen wie dem iPhone 5C funktioniert, nicht aber mit den aktuellen Apple-Smartphones wie iPhone 5S und iPhone 6S. Zu Details der Schwachstelle oder der Identität des „Unterstützers“ machten die Ermittler indes keine Angaben.

Kurz darauf brachte die Washington Post von Informanten in Erfahrung, das FBI habe sich von professionellen Hackern helfen lassen. Sie sollen für die von ihnen gelieferte Lösung, die auf einer bislang unbekannten Sicherheitslücke basiert, eine einmalige Zahlung erhalten haben. Dank der Hacker-Information konnte eine Hardware geschaffen werden, mit der sich das durch eine vierstellige PIN geschützte iPhone entsperren ließ, ohne besagte Sicherheitsfunktion auszulösen und damit die Löschung aller Daten zu riskieren.

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Dass sich Hacker für ihre Dienste bezahlen lassen, ist nicht ungewöhnlich. Das Geschäftsmodell einiger Sicherheitsanbieter basiert sogar auf dem Ankauf von Schwachstellen in Hardware und Software. Das Start-up Zerodium des Vupen-Gründers Chaouki Bekrar lobte im vergangenen Herbst beispielsweise ein Preisgeld von einer Millionen Dollar für einen iPhone-Hack aus. Das Preisgeld ging schließlich an eine nicht näher genannte Hackergruppe.

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Themenseiten: Apple, Federal Bureau of Investigation (FBI), Hacker, Security, Sicherheit, iPhone

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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5 Kommentare zu Bericht: iPhone-Hack kostete das FBI mehr als 1,3 Millionen Dollar

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  • Am 22. April 2016 um 22:25 von Mac-Harry

    Gut zu wissen, was also jemand aufwenden muss, um an die lächerlichen Daten eines iPhones zu gelangen. Und das war vom FBI, einer der mächtigsten Behörden beauftragt. Wer da behauptet, das iPhone sei unsicher, der lebt in einem anderen Sonnensystem.

    • Am 23. April 2016 um 8:47 von Judas Ischias

      Sehr bedauerlich, dass Du so realitätsfremd bist.

    • Am 23. April 2016 um 15:23 von C

      @Mac-Harry,

      wie @JI bereits geschrieben hat: Du hast keinen Kontakt zur Realität!

      1. iPhones (egal welches iOS darauf installiert ist) sind unsicher (Du hast ja stets das Gegenteil behauptet… hier nun der Beweis eines offiziell erwiesenen Hacks)

      2. Nur weil das FBI so dumm war, hierfür ordentlich Steuergeld zu verschleudern heißt das nicht, dass es dem Gegenwert entspricht. Die Hacker haben noch viel mehr im Petto. Hier wurde eine alte Rost-Laube zum Millionen-Preis verkauft, weil ein vermeintlicher Sammler mit viel Geld keine Ahnung hatte… und unter „Erfolgs-Druck“ stand.

      Nur weil Du den Kontext nicht kennst oder herstellen kannst heißt es nicht, das andere das nicht besser können. Geh mal in Dich.

  • Am 23. April 2016 um 11:34 von dieterdreist

    So siehts aus. Wenn das Knacken über eine Million kostet ist das was, was man wirklich nur dort einsetzt wo es nötig ist und in Relation steht zur Straftat.

  • Am 23. April 2016 um 17:30 von Judas Ischias

    Bedenklich ist aber, dass nicht nur dem FBI oder anderen Behörden diese Wege zur Verfügung stehen, sondern auch noch anderen „Gesellschaften, Organisationen, oder Verbrechern“,wobei die Bezeichnung frei wählbar ist.
    Wer über genug finanzielle Mittel verfügt, braucht sich um die Wege keine Gedanken zu machen.

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