Verizon-Tochter AOL kauft VR-Videoproduzenten Ryot

Der Medienkonzern baut damit eine Rundum-Video-Nachrichtenberichterstattung auf. Als erstes AOL-Medium wird die Huffington Post profitieren, mit der Ryot schon früher zusammengearbeitet hat. Eine Oscar-Nominierung erhielt es noch vor seiner Konzentration auf VR-Produktionen für einen normalen Dokumentarfilm.

AOL hat mit Ryot einen Spezialisten für 360-Grad-Video übernommen. Einen Kaufpreis nannte es nicht. AOL will damit nach eigenen Angaben eine 360-Grad-Video-Nachrichtenberichterstattung aufbauen. Als erste Publikation des Medienhauses wird die Huffington Post von der Maßnahme profitieren.

Langfristig sollen aber alle zu AOL gehörenden Sites und Marken mit einem VR-Nachrichtenangebot ausgestattet werden, darunter die Techblogs Engadget und TechCrunch sowie der Autoblog. AOL gehört seit 2015 dem Telekommunikationskonzern Verizon, der aktuell auf Yahoo bietet, um es mit AOL zu einem noch umfangreicheren Medien- und vor allem Online-Video-Angebot zu fusionieren.

Ryot-Website in Partnerschaft mit  der Huffington Post (Screenshot: ZDNet.de)

AOL (Bild: AOL)Ryot wurde 2012 als Nachrichtenangebot und Dokumentarfilm-Studio gegründet. Es produzierte zunächst normale Videos und Filme, darunter den Dokumentarfilm Body Team 12 über die Ebolafieber-Epidemie im Jahr 2014, der für einen Oscar nominiert wurde. Erst in den letzten Jahren spezialisierte es sich auf Virtual-Reality-Produktionen, die es etwa für die Agentur Associated Press anfertigte. Auch für die Huffington Post hat es schon gearbeitet und ihr etwa eine Dokumentation über ein Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos geliefert, mit der Schauspielerin Susan Sarandon als Sprecherin und Moderatorin. Besonders bekannt wurde ein kurzer VR-Film über Aufräumarbeiten nach einem Erdbeben in Nepal.

Ryot bietet auch eine eigene VR-App an. Mit preisgünstigen Smartphone-basierten Lösungen wie Google Cardboard und Samsung Gear VR nimmt Virtual Reality derzeit einen Aufschwung; mit HTC Vive und Oculus Rift sind seit kurzem auch zwei höherwertige echte VR-Brillen mit wachsender Unterstützung an Software verfügbar. Sie kosten allerdings noch 600 bis 800 Euro und erfordern einen High-End-PC zu Preisen ab etwa 1000 Euro.

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Noch deutlich teurer ist vorerst die Produktion von hochwertigen Rundum-Videos, die aus zusammengesetzten Aufnahmen mehrerer Kameras bestehen. Das für die Produktion nutzbare Stativ GoPro Odyssey etwa, an dessen Entwicklung Google beteiligt war, nimmt bis zu 16 Kameras auf. Und Nokias Ozo besteht aus acht Weitwinkelkameras mit einem Aufnahmewinkel von 195 Grad und einer Blende von f/2.4. Ozo ist für den professionellen Einsatz inklusive Streaming konzipiert, kostet aber auch in der Grundausstattung 60.000 Dollar. Eine Rundum-Kamera für Heimanwender entwickelt hingegen GoPro.

Als bekannte Produktionsfirmen für VR-Video nennt The Verge auch Jaunt, Vrse.work und Wevr. Youtube hostet bereits eine Sammlung an Rundum-Videos unterschiedlichster Qualität und hat gerade Unterstützung für Live-Streaming eingeführt.

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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