GoPro kündigt Entwicklerprogramm an

Partner können Apps, Zubehör und Stative für seine Actionkameras anbieten. Zum Start sind etwa BMW mit einer Rundenzeiten-App und Fisher-Price mit Integration in Spielzeugreihen an Bord. Mit Works with GoPro gibt es auch eine Zertifizierungsmöglichkeit.

GoPro hat ein Entwicklerprogramm eingerichtet, in dessen Rahmen Partner Apps, Zubehör und Stative für seine Actionkameras anbieten können. Dies sieht es als Beginn einer Entwicklung weg vom Einzelprodukt und hin zu einer Plattform, die auch andere nutzen können.

Developer Program (Bild: GoPro)Das über Jahre aufgebaute Programm umfasst zum Start über 100 Firmen, darunter BMW mit einer App für Rundenzeit-Messungen und Fisher-Price mit Stativen, die diverse Spielzeugreihen ergänzen. Schon einige Wochen waren die Kooperationen mit Periscope und Toyota bekannt: Periscope ermöglicht in seiner App, GoPro-Kameras als Bildquelle fürs Streaming zu wählen, und Toyotas Modell Tacoma 2016 enthält einen Aufsatz für eine GoPro-Kamera.

Das Programm gibt diesen Partnerschaften einen offiziellen Rahmen. Es wird unterteilt in Works with GoPro, ein Verifizierungsprogramm für Zubehör, und das eigentliche GoPro Developer Program. Als Werkzeuge werden entsprechend ein „Camera Toolkit“ für iOS und Android sowie ein „Mechanical Toolkit“ angeboten. Das erste ermöglicht Apps, nicht nur auf die Kamera zuzugreifen, sondern auch Verschlusszeit und Blende, Betriebsmodi und Einstellungen zu kontrollieren. Auch die Verwaltung von aufgenommenen Fotos und Videos ist möglich – einschließlich Löschen. Dagegen spezifiziert das zweite, wie die Kamera mechanisch sicher fixiert werden kann.

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Der Aufnahme ins Entwicklerprogramm muss zunächst eine Bewerbung vorausgehen. Das Standard-Developer-Konto ist mit einer Gebühr von 99 Dollar im Jahr verbunden. Eine Registrierung als Premium Developer kostet 999 Dollar pro Jahr.

Kompatibilitätsprogramm (Bild: GoPro)GoPro konnte gerade seinen Aktienkurs mit der Nachricht beflügeln, dass es sich zum Monatsende mit Danny Coster verstärkt, der aus Apples 19-köpfiger Designabteilung zu ihm wechselt. Zudem sind für 2016 ungewöhnliche neue Produkte zu erwarten, darunter die Kamera-Drohne Karma und eine 360-Grad-Kamera für Aufnahmen, die sich auch als Virtual Reality erleben lassen. Zudem soll es voraussichtlich unter dem Namen Hero5 ein neues Actionkamera-Spitzenmodell geben.

Mit all diesen Schritten erhofft sich GoPro eine Trendwende. Schließlich musste es im Februar mit Zahlen fürs vierte Fiskalquartal einen Umsatzrückgang um 31 Prozent melden. Einen Monat zuvor hatte es schon angekündigt, sieben Prozent der Belegschaft zu entlassen. Ein enttäuschendes Weihnachtsgeschäft wurde mit schleppenden Verläufen im Handel erklärt; auch erwies sich der Preis des neuen Modells Hero4 Session als zu hoch. Aufgrund der Robustheit der Kameras ist wohl eine gewisse Marktsättigung erreicht: Die Kernzielgruppe besitzt nun überwiegend schon eine GoPro – und sieht unabhängig vom konkreten Modell keinen Grund für ein Upgrade.

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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