CIA investiert in Social-Media-Mining

Das lässt sich aus einer Liste mit 38 bisher unbekannten Beteiligungen des Wagniskapital-Arms In-Q-Tel herauslesen. Sie wurde von The Intercept veröffentlicht. Auch Containerspezialist Docker und Mobile-Security-Anbieter Lookout erhielten Anschubfinanzierung aus dem Haushalt der CIA.

Überwachung und Auswertung von Sozialen Netzen ist ein Schwerpunkt der Investitionsstrategie von In-Q-Tel, der Wagniskapitalsparte des US-Geheimdiensts CIA. Das hat The Intercept aus einem ihm vorliegenden Dokument ableiten können, das 38 bisher unbekannte Investitionen von In-Q-Tel auflistet.

Data Mining mit Pathar Dunami (Bild: Pathar)Data Mining mit Pathar Dunami (Bild: Pathar)Als Beispiele für dieses Segment nennt die Publikation die Firmen Dataminr, Geofeedia, Pathar und TransVoyant. Sie seien im Februar bei einer CEO Summit genannten Veranstaltung von In-Q-Tel vorgestellt worden – zusammen mit Firmen aus anderen Bereichen, die eine Finanzierung der CIA erhielten.

Dataminr etwa visualisiert Twitter-Trends. Es eignet sich insbesondere für Polizeiarbeit und Hedgefonds. Geofeedia korreliert Inhalte und Ortsdaten in Social-Media-Posts etwa auf Instagram und Twitter, um die Verbreitung von Nachrichten zu kartografieren. Es zählt ebenfalls schon diverse Polizeibehörden zu seinen Kunden. Beispielsweise hat es sich mit Greenpeace-Aktivisten, Studentendemonstrationen und Befürwortern eines Mindestlohns beschäftigt.

Pathar hingegen ist auf Beziehungsnetze spezialisiert, die sich aus Posts und Retweets bei Facebook, Instagram oder Twitter ergeben. Dadurch kann es Einflusszentren und Zeichen für eine Radikalisierung ausmachen. Auch TransVoyant konzentriert sich auf Meinungsmacher. Es kann nach eigenen Angaben Zusammenrottungen und Drohungen gegenüber Journalisten aufklären. Zudem arbeitet es in Afghanistan mit dem US-Militär zusammen.

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Der Investitionsschwerpunkt erinnert The Intercept an einen Vortrag von David Cohen, dem zweithöchsten Mann bei der CIA, im September 2015. Ihm zufolge ließen sich den Nachrichten der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) auf Twitter wertvolle Informationen entnehmen – besonders in der Summe. Diese Tage berichtete das Wall Street Journal, Twitter habe im März 29.000 Konten des IS gelöscht. In der Zeit seien 26.000 neue erstellt worden.

Die Liste der bisher nicht bekannten In-Q-Tel-Investitionen ist aber auch abseits des Social-Media-Schwerpunkts interessant. So wurden das inzwischen von Cisco gekaufte Cloud-Management Cliqr, der Cloud-Analysedienst Databricks, Containerspezialist Docker und Mobile-Security-Anbieter Lookout gefördert. Auch zwei Spezialisten für Satelliten und Satellitenbilder, Orbital Insight und Spaceflight Industries, bilden zusammen einen kleinen Schwerpunkt.

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Themenseiten: Central Intelligence Agency, In-Q-Tel, Soziale Netze, Start-Up, Überwachung

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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