Andy Rubin investiert in Connected-Car-Start-up Nauto

Nautos Systeme aus Kameras, Sensoren und Clouddiensten unterstützen den Fahrer und zeichnen eventuelle Unfallursachen auf. Nebenbei lässt sich damit die Welt kartografisch erfassen. Sie werden derzeit weltweit getestet.

Der von Andy Rubin gegründete Start-up-Inkubator Playground Global hat Nauto 12 Millionen Dollar Finanzierung zur Verfügung gestellt. Das Start-up entwickelt ein vernetztes Fahrzeugsystem, das beispielsweise im Fall eines Unfalls Innen- und Außenaufnahmen macht sowie automatisch relevante Informationen versendet – etwa an eine Versicherung.

Innen- und Außenaufnahme in Nauto-App (Bild: Nauto)Innen- und Außenaufnahme in Nauto-App (Bild: Nauto)Es handelt sich um eine Finanzierungsrunde A. Nauto hofft, sich im großen Stil als Zulieferer der Automobilbranche etablieren zu können. Es hat bereits ein Pilotprojekt in der San Francisco Bay Area abgeschlossen und mit weltweiten Tests begonnen. Zunächst konzentriert es sich auf Fahrzeugflotten mit professionellen Fahrern.

Seine Ansprüche gehen dabei weit über das Melden von Unfällen hinaus. Es versteht sich als Daten-Aggregationsdienst, der Kameras, Sensoren und Cloud-Anbindung umfasst. Beispielsweise kann es auch überwachen, ob der Fahrer abgelenkt ist – und nebenbei Aufnahmen von Straßen auf der ganzen Welt sammeln, die sich etwa für autonomes Fahren oder Kartografie nutzen lassen.

Auf der Website von Nauto heißt es, Ablenkung des Fahrers sei schließlich die häufigste Unfallursache überhaupt. Es verfolge einen gesamtheitlichen Sicherheitsansatz, könne den Fahrer auch auf Gefahren hinweisen und am Ende einer Fahrt eine Zusammenfassung erstellen sowie wichtige Hinweise geben. Zugleich erleichtere es das Flottenmanagement, indem es mit Echtzeit-Sensoren Unfallursachen ermittle und falsche Schuldzuweisungen abweisen helfe.

„Wir schaffen ein sichereres, intelligenteres und staufreies Transportsystem, indem wir visuelle Daten, Maschinelles Lernen und Hardware so verbinden, dass Autoindustrie, Zulieferer und Endverbraucher profitieren“, kommentiert Nauto-CEO Stefan Heck per Pressemitteilung. „Jetzt, da wir über solide Finanzierung und Zugang zu den Einrichtungen und Kompetenzen von Playground haben, wird uns das noch schneller gelingen.“

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Andy Rubin war einer der Gründer und nach dessen Übernahme 2005 für Google tätig. Erst 2014 stieg er aus und gründete Playground Global, das vor allem Start-ups im Bereich Künstliche Intelligenz finanziert und fördert. Seine Vision hatte er erst im Februar geschildert. Rubin erwartet eine immer leistungsfähigere KI innerhalb der nächsten zehn Jahre, die heute noch unvorstellbare Aufgaben bewältigen kann. Künstliche Intelligenz werde schon bald als Cloud-Service verfügbar sein, glaubt er, und in einer Vielzahl von Gadgets und Maschinen wirken. Wie heute praktisch kaum mehr ein Gerät ohne Software auskommt, werde in absehbarer Zeit fast kein Gerät mehr zu kaufen sein, das nicht irgendeine Form von KI nutzt. Die Sensoren dieser Maschinen wiederum sollen Neuronalen Netzen Daten aus der realen Welt liefern.

Er stellte zu diesem Zeitpunkt auch klar, dass er tatsächlich an Dashcams für die Armaturenbretter von Autos arbeite – also einem ähnlichen System wie Nauto, wenn auch deutlich simpler. Diese will er kostenlos im Tausch gegen damit erfasste Daten abgeben – was Playground potentiell eine visuelle Echtzeit-Kartierung der Welt ermögliche.

[mit Material von Andrew Krok, CNET.com]

Themenseiten: Auto & IT, Big Data, Nauto, Playground Global

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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