CeBIT: Deutsche Telekom startet „Open Telekom Cloud“

Zum heutigen Beginn der CeBIT in Hannover hat die Deutsche Telekom den Start der „Open Telekom Cloud“ bekannt gegeben. Das Public-Cloud-Angebot kombiniert dem Bonner Konzern zufolge flexibel verfügbare IT-Ressourcen mit Service und deutschem Datenschutz. Zunächst können Kunden mit wenigen Klicks IT-Infrastruktur buchen, die dann innerhalb von Minuten verfügbar sein soll. Später will die Telekom den Service sukzessive ausbauen.

Open Telekom Cloud (Bild: Telekom)„Damit ergänzen wir unser bisheriges Angebot von Private-Cloud-Diensten entscheidend um eine Cloud, die einfach über das öffentliche Internet verfügbar ist“, erläuterte Telekom-Vorstand Timotheus Höttges auf der CeBIT. „Für unsere Kunden, ob große Unternehmen oder aus dem Mittelstand, ein wichtiger Service für ihre Digitalisierung – für uns ein zentraler Baustein auf dem Weg, die Nummer eins für Cloud-Services für Geschäftskunden in Europa zu werden.“

Mit der Open Telekom Cloud steigt der Konzern in ein Marktsegment ein, das bisher vor allem von US-Wettbewerbern wie Amazon, Google und Microsoft bedient wurde. Huawei steuert der Telekom zufolge „Hardware- und Lösungskompetenz“ bei, die eigene Großkundensparte T-Systems kümmert sich um Rechenzentrum, Netz, Betrieb und Cloud-Management.

Wie schon Microsoft bei seiner in Kooperation mit T-Systems angebotenen Deutschland-Cloud stellt die Telekom bei ihrer Open Telekom Cloud vor allem heraus, dass die darin abgelegten Daten in einem deutschen Rechenzentrum gehostet werden und somit dem deutschen Datenschutzrecht unterliegen. Das ist vielen Kunden spätestens seit den Enthüllungen des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden wichtig, durch die die Überwachungstätigkeiten von NSA und GCHQ öffentlich bekannt wurden. Laut der vom Branchenverband Bitkom veröffentlichten Studie „Cloud Monitor 2015“ erwarten 83 Prozent der deutschen Unternehmen von Cloud-Anbietern, dass sie ihre Rechenzentren in Deutschland betreiben. Ein Vorteil der Telekom ist in diesem Zusammenhang auch, dass sie anders als die US-amerikanischen Konkurrenten Amazon, Google und Microsoft nicht aufgrund des Patriot Act von US-Behörden gezwungen werden kann, Daten herauszugeben.

Die Open Telekom Cloud wird über das Telekom-Rechenzentrum in Biere (Sachsen-Anhalt) bereitgestellt (Bild: Telekom).

„Immer mehr Kunden entdecken die Vorteile der Public Cloud für sich. Aber sie wollen eine europäische Alternative“, erklärte Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division von T-Systems und verantwortlich für das Cloud-Geschäft. „Mit der Open Telekom Cloud bieten wir unseren Kunden jetzt die richtige Plattform und Lösung. Sie ist einfach, sicher und günstig.“

Beispielsweise kostet eine Virtuelle Maschine (VM) mit Windows Server sowie zwei virtuellen CPUs (vCPU) und 2 GByte RAM weniger als 0,17 Euro pro Stunde. Eine VM mit Open Linux, zwei vCPUs und 8 GByte RAM bietet die Telekom für unter 0,12 Euro pro Stunde an. Mit einem Konfigurator lässt sich die Open Telekom Cloud an die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden anpassen. Ihr Skalierung kann horizontal (durch die Anzahl der Maschinen) oder vertikal (durch die Spezifikationen der Maschinen) erfolgen.

Die Telekom bietet unterschiedlich ausgestattete Elastic Cloud Server für Workloads mit hohen Anforderungen an die Rechenleistung oder den Arbeitsspeicher der Virtuellen Maschinen an. Beim Betriebssystem haben Kunden die Wahl zwischen „Open Linux“ (OpenSUSE 42.1, CentOS 6.7, CentOS 7.2 oder Ubuntu 14.04), „SUSE Linux“ (SUSE Enterprise Linux 11 SP4 oder 12 SP1), „Oracle Linux“ (Oracle Enterprise Linux 6 oder 7) und „Windows“ (Windows Server 2008 Enterprise R2 SP1 oder Server 2012 R2 Standard). Darüber hinaus umfasst das Angebot Optionen für Block Storage, Virtual Private Cloud, Anti-DDoS-Service, Auto-Scaling, Image Management Service, Volume Back-up Service, Object Storage Service, Virtual Private Cloud und Elastic IP, Elastic Load Balance, Cloud Eye Service (CES) sowie Identity und Access Management (IAM).

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Die Open Telekom Cloud basiert auf der freien Cloud-Plattform Open Stack. Mit ihren offenen, aber standardisierten und häufig genutzten Schnittstellen soll sie Kunden die Integrations- und Anwendungsentwicklung erleichtern. Bei Bedarf sollen sich auch komplette Anwendungslandschaften vergleichsweise einfach von der Public Cloud in eine nochmals besser geschützte Private-Cloud-Umgebung verschieben lassen. Als ersten Partner der Open Telekom Cloud nennt der Bonner Konzern SAP.

Das neue Public-Cloud-Angebot soll der Telekom beim Erreichen ihres Ziels helfen, ihren Umsatz mit der Cloud für Geschäftskunden bis Ende 2018 zu verdoppeln. Im vergangenen Jahr legten die Cloud-Einnahmen allein bei T-Systems bereits deutlich zweistellig zu. Seit 2005 bieten die Telekom und ihre Tochter T-Systems Ende-zu-Ende-Cloudlösungen für Unternehmen jeder Größe an, von Beratung über Implementierung, Abrechnung und Kundenservice bis hin zu Wartung. Das Partnerökosystem umfasst Lösungen von Microsoft, SAP, Cisco, Salesforce, VMWare, Huawei, SugarCRM oder Informatica.

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