Intel kauft 360-Grad-Sportvideo-Spezialisten Replay Technologies

Er ermöglicht durch korrelierte Kamerasysteme Zeitlupen mit vom Anwender steuerbarer Rundumsicht. Solche Übertragungen erfordern massive Rechenleistung. Intel arbeitet seit 2013 mit Replay zusammen. Dennoch schloss dieses vor einer Woche noch eine Finanzierungsrunde ab.

Intel steht vor der Übernahme von Replay Technologies aus Israel, das mehrdimensionale Videotechnik für die Sportberichterstattung entwickelt. Ein Preis wurde nicht kommuniziert. Die israelische Nachrichtensite Globes hat von Quellen eine Summe von 175 Millionen Dollar genannt bekommen.

Intel (Bild: Intel)Beide arbeiten seit Jahren zusammen, wie Intels Senior Vice President Wendell Brooks in der Ankündigung betont: „Intel arbeitet seit 2013 mit Replay zusammen, um ihre interaktiven, immersiven Video-Inhalte auf Intel-Plattformen zu optimieren. Als natürlichen nächsten Schritt in unserer Beziehung freuen wir uns heute ankündigen zu können, dass Intel eine Vereinbarung zur Übernahme von Replay Technologies unterzeichnet hat.“

Allerdings gibt es auch Zeichen, dass diese „natürliche“ Entwicklung beinahe gescheitert wäre. So sollen die Übernahmegespräche Globes zufolge sechs Monate gedauert haben. Und während dieser Zeit, genauer gesagt vergangene Woche, schloss das israelische Start-up noch eine Finanzierungrunde ab. Sie brachte 13,5 Millionen Dollar Kapital. Hauptinvestor war Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP).

Insgesamt hat Replay somit 27 Millionen Dollar erhalten. Andere Investoren waren der Besitzer der Dallas Mavericks Mark Cuban, Samsung Ventures und OurCrowd.

Replay sitzt im Ramat Hahayil, dem Hightech-Viertel von Tel Aviv. US-Niederlassungen finden sich in Dallas (Texas) und Newark (Kalifornien). Es wurde 2011 von CEO Oren Yogev, CTO Mateo Shapira und COO Aviv Shapira gegründet. Das Start-up hat etwa 100 Mitarbeiter.

FreeD-Übertragungsraum bei einer Sportveranstaltung (Bild: Replay Technologies)FreeD-Übertragungsraum bei einer Sportveranstaltung (Bild: Replay Technologies)

Von ihm stammen mehrere Techniken für mehrdimensionale Videobilder. Bereits verfügbar ist Free Dimensional Video oder kurz FreeD, das man auch auf seiner Website sehen kann. Anwender bekommen dabei Bewegtbilder auf mehreren wechselnden beziehungsweise wechselbaren Perspektiven zu sehen. Kürzlich realisierten Intel und Replay gemeinsam zum Super Bowl 50 und dem NBA All-Star Weekend, also zwei wichtigen US-Sportveranstaltungen, eine vom Anwender kontrollierbare 360-Grad-Zeitlupenfunktion. Schließlich heißt Replay nichts anderes als Zeitlupe – seine Forschung geht aber auch in die Bereiche Virtual Reality und Augmented Reality.

Intel kommentiert, eine so datenintensive Vermittlung von Sportveranstaltungen passe perfekt zu seinen Hochleistungslösungen. Die „Digitalisierung des Sports“, wie CEO Brian Krzanich das nenne, habe erst begonnen, und Intel werde sie anführen.

Mit dem Kamerasensor RealSense hat Intel aber auch ein System für dreidimensionale Aufnahmen im Programm. Er wurde schon in PCs und Smartphones integriert sowie als Zubehör verfügbar gemacht. Eine Augmented-Reality-Brille mit der Technik soll in Vorbereitung sein.

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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