Apple-Vizepräsident: FBI will zurück zu Sicherheitsstandards von 2013

"Sie haben uns nahegelegt, dass die Sicherheitsvorkehrungen von iOS 7 gut genug waren." Das trifft laut Craig Federighi aber nicht zu. "Die besten gestern verfügbaren Abwehrmaßnahmen können Angriffe nicht abwehren, denen wir heute oder morgen ausgesetzt sind."

Apple-Manager Craig Federighi hat in einem Gastbeitrag für die Washington Post erklärt, das FBI dränge darauf, dass Apple zu früheren Sicherheitsstandards zurückkehrt – nämlich der Technik, die iOS 7 im Jahr 2013 einführte. „Sie haben uns nahegelegt, dass die Sicherheitsvorkehrungen von iOS 7 gut genug waren. Aber die Sicherheit von iOS 7, damals auf der Höhe der Zeit, ist inzwischen von Hackern geknackt worden. Und was schlimmer ist, manche derer Methoden wurden zu einem Produkt und können jetzt von Angreifern gekauft werden, die weniger begabt, aber oft weit bösartiger sind.“

Craig Federighi (Bild: Apple)Craig Federighi (Bild: Apple)In der Diskussion um das iPhone 5C des Terroristen Syed Farook, dass das FBI durch Apple entsperrt wünscht, schloss sich Federighi der Darstellung von CEO Tim Cook an, die Anordnung eines Bundesgerichts laufe auf eine Hintertür hinaus. „Einmal erstellt würde diese Software – von der die Strafverfolgung zugibt, dass sie sie auf viele Geräte anwenden will – zu einer Schwachstelle, über die Hacker und Kriminelle großen Schaden an unser aller Privatsphäre und persönlichen Sicherheit anrichten könnten.“

Software verbreite sich schnell, und Sicherheit müsse laufend angepasst werden, argumentiert Federighi. „Großartige Software hat scheinbar grenzenloses Potenzial, menschliche Probleme zu lösen – und sie kann sich in einem Wimpernschlag weltweit verbreiten. Bösartiger Code verbreitet sich genauso schnell, und wenn eine Software aus den falschen Gründen erstellt wurde, besteht die riesige und noch wachsende Möglichkeit, dass sie Millionen Menschen schadet.“

Daher würde jeder gefährdet, müsste Apple seine Sicherheitsverbesserungen seit dem iPhone 5C und iOS 7 rückgängig machen. „Die besten gestern verfügbaren Abwehrmaßnahmen können Angriffe nicht abwehren, denen wir heute oder morgen ausgesetzt sind. Künftige Software-Innovationen werden auf einer Basis starker Geräte-Sicherheit aufbauen. Wir können es nicht riskieren, hinter diejenigen zurückzufallen, die Technik missbrauchen wollen, um Chaos zu verbreiten.“

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In der vergangenen Woche hatte Apple schon einen ersten Sieg errungen, als Richter James Orenstein vom Bezirksgericht für den Osten des Staats New York in einem ähnlichen Fall zu dem Schluss kam, das Unternehmen könne nicht gegen seinen Willen zu Hilfestellung für staatliche Ermittler gezwungen werden. Schließlich sei es nicht Apple, das die Strafverfolger von einem Zugriff auf die Daten hindere. Und die Auslegung des All Writs Act durch die Regierung sei so umfassend, dass sie gegen die Verfassung verstoße.

Auch hat Apple Rückendeckung durch Datenschützer und Sicherheitsexperten, Juristen, Konkurrenten und andere Technikfirmen erhalten. Microsofts Chief Legal Officer Brad Smith rief den Kongress sogar auf, ein beratendes Expertengremium zu schaffen. „Wir müssen berücksichtigen, dass im Sicherheitsbereich keine Technik so wichtig ist wie Verschlüsselung. Und trotz bester Absichten ist eines klar – der Weg in die Hölle beginnt an der Hintertür.“

[mit Material von Chris Duckett, ZDNet.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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2 Kommentare zu Apple-Vizepräsident: FBI will zurück zu Sicherheitsstandards von 2013

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  • Am 8. März 2016 um 9:37 von Raimond Herrmann

    Die Sicherheitsvorkehrungen damals waren für das FBI gut genug , aber nicht für den freien Menschen der ohne Schnüffelei leben möchte .

  • Am 8. März 2016 um 17:02 von Jörg

    Ist schon kurios, das sich noch kein Apfel-Alergiker geäußert hat. Jetzt wo das Eis und die Argumente für das FBI immer dünner werden, scheut das FBI nicht einmal vor „gut gemeinten“ Ratschlägen zurück. Was kommt als Nächstes?. Verschlüsselung wird generell verboten?.

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