Operation Dust Strom: Hacker greifen seit fünf Jahren kritische Infrastrukturen in Japan an

Anfänglich richteten sich die Angriffe auch gegen Firmen in den USA, Europa und Südkorea. Die Hacker verfügen über umfangreiche Geldmittel und Ressourcen. Als Hintermänner vermuten die Forscher einen Staat in der Region Südostasien.

Nicht identifizierte Hacker greifen offenbar schon seit 2010 kritische Infrastrukturen in Japan an. Das geht aus einem Bericht des Sicherheitsunternehmens Cylance hervor. Demnach gingen die Cyberkriminellen im Rahmen der Operation Dust Storm anfänglich auch gegen wichtige Industrien in Südkorea, den USA, Europa und anderen südostasiatischen Ländern vor. Inzwischen beschränken sie ihre Aktivitäten aber offenbar ausschließlich auf japanische Firmen oder japanische Niederlassungen von ausländischen Organisationen.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Zur möglichen Herkunft der Täter machte Greg Fitzgerald, Chief Marketing Officer von Cylance, keine Angaben. Ihnen stünden für die Angriffe allerdings erhebliche Geldmittel und Ressourcen zur Verfügung. Einziges Ziel sei es offenbar, die betroffenen Organisationen langfristig auszuspionieren.

„Es ist wahrscheinlich ein Staat aus der Region“, ergänzte Fitzgerald. „China und Nordkorea verfügen im Cybersecurity-Bereich über enorme Fähigkeiten und Ressourcen. Wir haben keine Hinweise in Bezug auf eines dieser Länder und unserer Ansicht nach ist das Konzept, ein Land zu beschuldigen, sehr gefährlich, weil es gefälscht werden kann – es kann so gedreht werden, dass es wie ein bestimmtes Land aussieht, obwohl es jemand anderes ist.“

Cylance arbeitet nach eigenen Angaben inzwischen mit dem japanischen Computer Emergency Response Team (CERT) zusammen. Die Angriffe würden weiter fortgesetzt und hätten zur Kompromittierung mehreren japanischer Organisationen geführt. Betroffen seien vor allem der Energiesektor, Öl- und Gasfirmen, Speditionen, Baufirmen und auch der Finanzsektor.

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Zu den Besonderheiten der Operation Dust Storm gehört die in der ersten Phase in Netzwerke und Systeme eingeschleuste Malware. Sie ist den Forschern zufolge an die einzelnen Ziele angepasst und darauf ausgelegt, über einen möglichst langen Zeitraum Daten zu sammeln. Die aktuellen Angriffswellen starteten im Juli und im Oktober 2015. Sie richteten sich gegen die japanische Tochter eines südkoreanischen Kraftwerkbauers. Die Hacker benutzten neben Techniken wie Spear Phishing auch spezielle Hintertüren und Varianten von Zero-Day-Lücken, um sich Zugang zu Netzwerken und auch Android-Geräten zu verschaffen.

Bisher sollen die Einbrüche aber noch nicht zu tatsächlichen Ausfällen bei kritischen Infrastrukturen geführt haben. „Die Angriffsmethoden, die benutzt wurden, um Zugriff auf Computer und Netzwerke zu erhalten, versetzen sie in die Lage, Schaden anzurichten oder Daten zu stehlen, falls sie es wollen“, erklärte Fitzgerald.

[mit Material von Charles McLellan, ZDNet.com]

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