Bericht: Yahoo beginnt heute Übernahmegespräche

Yahoo verhandelt ab heute mit an einer Übernahme interessierten Parteien. Das berichtet Bloomberg mit Verweis auf Quellen, nachdem das Unternehmen am Freitag selbst angekündigt hatte, ein Komitee solle Verkaufsoptionen prüfen.

Yahoo! (Bild: Yahoo!)Als Kandidaten nennt die Publikation die US-Netzbetreiber AT&T und Verizon sowie Kabelnetzbetreiber Comcast, aber auch diverse Investoren. Insbesondere Verizon hat sich mit AOL schon ein vergleichbares Web- und Medien-Konglomerat ins Haus geholt. Vor zwei Wochen hieß es, dessen Chef Tim Armstrong solle die Lage bei Yahoo sondieren. Der Manager hatte eine Fusion mit Yahoo bereits einmal ins Auge gefasst, bevor seine Firma zu AOL kam. Er kennt Yahoo-CEO Marissa Mayer von ihrer gemeinsamen Zeit bei Google.

Gespräche bedeuten aber vorerst keine konkreten Angebote, wie Bloomberg betont: Konkrete Angebote sind keinesfalls vor März zu erwarten. Im Fall eines Buyout durch einen Investor kämen etwa Bain Capital Partners, KKR & Co und TPG in Frage.

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Yahoo strukturiert sich gerade neu, nachdem der langjährige Plan von Marissa Mayer, es als Mobile- und Video-Portal zu positionieren, als endgültig gescheitert gilt. Vergangene Woche kam es auch zu den ersten Entlassungen. Insgesamt müssen 15 Prozent der Belegschaft gehen, was rund 10.000 Mitarbeitern entspricht. Insbesondere reduzierte es seine Forschungsaktivitäten: Das verbleibende Kernteam der Yahoo Labs wird in Yahoo Research umbenannt und arbeitet künftig eng mit Produktteams zusammen.

Mayer erklärte am Freitag, Yahoo werde gleichzeitig strategische Alternativen (wie einen Verkauf) prüfen und seinen Turnaround-Plan verfolgen. Das dazu eingerichtete Komitee arbeitet mit Goldman Sachs, J.P. Morgan und PJT Partners als Finanzberater zusammen.

Zumindest Verizon-CEO Lowell McAdam hat aus seinem Interesse an Yahoo kein Geheimnis gemacht. Yahoos Aufsichtsrat arbeite noch „konsequent und logisch“ an der weiteren Planung, sagte er Anfang Februar CNBC. „Zum richtigen Preis wäre es meiner Meinung nach eine gute Sache für die Investoren, wenn man manche seiner Bereiche unter der Führung von Tim Armstrong mit AOL kombinieren würde.“

Yahoo muss zunächst überhaupt definieren, welche Geschäftseinheiten zum Verkauf stehen. Sein Anteil am chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba im Wert von derzeit rund 26 Milliarden Dollar und auch eine Beteiligung am eigenständigen Unternehmen Yahoo Japan stehen jedenfalls nicht zur Disposition. Zunächst hatte die Führung versucht, diese Beteiligungen in eine Tochter zu überführen, dies scheiterte aber an zu erwartenden Steuerforderungen.

[mit Material von Jake Smith, ZDNet.com]

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