Bericht: NSA erhält weniger Internetdaten als angenommen

Der US-Auslandsgeheimdienst National Security Agency (NSA) erhält offenbar von Providern weniger Daten über die Auslandskommunikation von US-Bürgern als bisher angenommen. Das geht aus einem als vertraulich eingestuften Bericht des NSA-Generalinspekteurs hervor, der der New York Times vorliegt. Konkret geht es um Überwachungsmaßnahmen nach dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA).

NSA-Auge (Bild: ZDNet.de)Bisher hatten Datenschützer und Kritiker des Geheimdiensts angenommen, dass Internetanbieter alle Daten, die sie durch ihre Netze leiten, an die NSA weitergeben. Tatsächlich kommen dort aber wohl nur E-Mails an, die die von der NSA vorgegebenen Ziele im Ausland verschickt haben oder die sich mit den Zielen beschäftigen.

Obwohl das Dokument, das die Zeitung durch eine Klage nach dem Freedom of Information Act erhalten hat, in weiten Teilen geschwärzt ist, enthält es auch nicht zensierte Passagen, die die Zusammenarbeit zwischen NSA und Providern beschreiben. Demnach übermittelt die NSA sogenannte Selektoren zu ihren Zielen im Ausland wie E-Mail-Adressen. Die Netzwerkbetreiber durchsuchen ihre Rohdaten schließlich nach diesen Stichworten und übergeben nur dazu passende Nachrichten.

ANZEIGE

Wie die Digitalisierung die PKW-Hersteller erfasst

Die große Anzahl von Automobilherstellern auf der CES zeigt, dass das Thema Digitalisierung auch die Automobilbranche erfasst. Um in der Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, passen die Unternehmen ihre Struktur an und modernisieren Geschäftsprozesse.

Diese Differenzierung ist laut New York Times wichtig, um mögliche Verstöße gegen die US-Verfassung beurteilen zu können. Kritiker werfen der NSA vor, mit der massenhaften Überwachung der Auslandskommunikation von US-Bürger den vierten Verfassungszusatz zu verletzen. Er soll US-Bürger vor staatlichen Übergriffen schützen, unter anderem vor willkürlicher Durchsuchung.

Das US-Gesetz FISA erlaubt der NSA, Kommunikation in den USA auch ohne Durchsuchungsbefehl abzuhören, solange das Ziel der Kommunikation ein nicht US-Bürger im Ausland ist. Sein Gegenüber darf aber ein US-Bürger sein. Das dafür eingerichtete Programm heißt Upstream. Dem Dokument zufolge sind Provider rechtlich verpflichtet, Daten zu vorgegebenen Selektoren auszuhändigen. „Die Provider sollten nur Kommunikation liefern, die diese Kriterien erfüllt“, zitiert die US-Zeitung aus dem Bericht des NSA-Generalinspekteurs.

Wie die NSA mit Kommunikation zwischen Personen außerhalb der USA umgeht, die durch US-Netze geleitet wird, geht nicht aus dem Bericht hervor. Sie sei nicht durch US-Gesetze geschützt und könne deswegen ohne Einschränkung abgefangen werden. Unklar ist, welchen Einfluss das neue Privacy Shield genannte Abkommen zwischen den USA und der EU zum transatlantischen Datenaustausch auf diese Praxis haben wird.

Tipp: Wissen Sie alles über Edward Snowden und die NSA? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Bericht: NSA erhält weniger Internetdaten als angenommen

Kommentar hinzufügen
  • Am 18. Februar 2016 um 8:19 von hugo

    Wer glaubt sowas? Fakt ist, das diese Behörde lügt, Gesetzte bricht und dies auch weiterhin tun wird, da sie es gewohnt sind und keinerlei Unrechtsbewußtsein haben. Habe früher schon behauptet das die anscheinend viele ehemalige Stasimitarbeiter angeheuert haben, die wären entsprechend immun gegen geltende Gesetze. Was nicht unabhängig überprüft werden kann und darf, sollte nicht kommuniziert werden. Es wird in absehbarer Zeit keinen 2. Snowden geben der uns dies beweisen könnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *