HPE: Zahl der Schadprogramme für mobile Geräte nimmt drastisch zu

Der Cyber Risk Report 2016 analysiert die Sicherheitsrisiken für Unternehmen im vergangenen Jahr. Die zehn am häufigsten ausgenutzten Software-Schwachstellen waren über ein Jahr alt. Windows zog auch 2015 die meisten Angriffe auf sich, aber bei Android und iOS steigerten sich die Bedrohungen überproportional.

Der heute veröffentlichte Cyber Risk Report 2016 von Hewlett Packard Enterprise (HPE) analysiert die Sicherheitsrisiken für Unternehmen im vergangenen Jahr. Er leitet daraus grundsätzliche Erkenntnisse ab und gibt Sicherheitsverantwortlichen Empfehlungen, um ihr Unternehmen zu schützen.

(Bild: Hewlett Packard Enterprise)

Wenig überraschend zog Microsoft Windows auch 2015 die meisten Angriffe auf sich. Die Auswertung ergab, dass 42 Prozent der Top-20-Schadprogramme auf Plattformen und Anwendungen von Microsoft zielten. Schadcode zielt demnach aber auch zunehmend auf die führenden mobilen Betriebssysteme. Android attestiert HPE dabei einen Zuwachs von Bedrohungen, Schadprogrammen und potenziell unerwünschten Anwendungen auf über neue 10.000 Bedrohungen, die täglich entdeckt wurden. Das entspreche bei Googles Mobilbetriebssystem einem Zuwachs um 153 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und iOS übertreffe das sogar noch mit einer Steigerung um 230 Prozent.

Bei rund 75 Prozent der untersuchten mobilen Anwendungen wurde mindestens eine kritische oder sehr gefährliche Schwachstelle ausgemacht. Bei den nicht-mobilen Anwendungen waren es mit 35 Prozent vergleichsweise weniger. Schwachstellen in Programmierschnittstellen waren in mobilen Anwendungen wesentlich häufiger als in Web-Applikationen zu entdecken, obwohl auch sie Risiken für Unternehmen bereithalten.

Auffällig war, dass die zehn im Jahr 2015 am häufigsten ausgenutzten Software-Schwachstellen über ein Jahr alt waren – und 68 Prozent sogar älter als drei Jahre. 29 Prozent aller 2015 erfolgreichen Schadprogramme sollen sogar weiter einen bereits zweimal gepatchten Stuxnet-Infektionsweg aus dem Jahr 2015 genutzt haben. Angriffe wurden außerdem professioneller, während sie sich von einem reinen Störfaktor zu einem gewinnträchtigen Geschäft entwickelten. Ransomware-Familien wie Cryptolocker richteten Schaden an, indem sie sowohl Dateien privater Nutzer wie auch von Mitarbeitern in Unternehmen verschlüsselten.

„Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen sehen sich heute mehr denn je in der Zwickmühle“, lässt sich HPE-Sicherheitsexperte Andreas Wuchner in einer Presseaussendung zitieren. „Sie müssen einerseits dafür sorgen, dass Innovationen schnell auf den Markt gebracht werden. Andererseits müssen sie ihr Unternehmen gegen immer professionellere Angriffe schützen. Das geht in unserer mobilen Welt nur durch den Schutz der Interaktionen zwischen Anwendern, Applikationen und Daten, unabhängig von Ort oder Gerät.“

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