Yahoo reduziert Forschungsaktivitäten

Yahoo hat seine eigenständige Forschungsabteilung im Google-Stil namens Yahoo Labs aufgelöst. Wie es in einem Blogbeitrag erklärt, wechseln zahlreiche Mitarbeiter in Produktabteilungen. Das verbleibende Kernteam wird in Yahoo Research umbenannt und arbeitet künftig ebenfalls enger mit Produktteams zusammen.

Yahoo! (Bild: Yahoo!)Zugleich verlassen die wichtigsten Manager der Abteilung das Unternehmen, nämlich Chief Scientist Ron Brachman und Vizepräsident Ricardo Baeza-Yates. Das neue Yahoo Research wird Yoelle Maarek anführen, bisher ebenfalls Vizepräsident für Forschung.

Yahoo Labs war 2006 als großes Forschungslabor an den Start gegangen. Während der Amtszeit von CEO Scott Thompson (bis 2012) verlor es schon einmal viele Mitarbeiter. Marissa Mayer hingegen investierte ab 2013 wieder stärker in die Forschung. Schon Ende 2014 soll sie nach Informationen von Business Insider aber gezwungen gewesen sein, den Aufwand zurückzufahren und das Labor stärker auf die Produktentwicklung zu fokussieren. Seit Mitte 2014 seien fast 30 Prozent aller Stellen weggefallen und mindestens fünf Filialen außerhalb der USA geschlossen worden, heißt es.

Yahoo hatte Anfang des Monats Entlassungen und eine Milliardenabschreibung angekündigt: 15 Prozent der Belegschaft müssen gehen, was rund 10.000 Mitarbeitern entspricht. Die Goodwill-Abschreibung auf sein Web-Eigentum und Tumblr belastet Yahoos Ergebnis im vierten Quartal mit 4,46 Milliarden Dollar.

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Von der Restrukturierung verspricht sich der Konzern jährliche Einsparungen in Höhe von 400 Millionen Dollar. Spätestens 2018 will er so zu Wachstum zurückkehren. Nach Abschluss der angekündigten Maßnahmen wäre Yahoo auch ein deutlich attraktiveres Übernahmeziel. AOL-Eigentümer Verizon hat bereits Interesse an einem Kauf bekundet.

Ein neuer Strategieplan sieht auch den Verkauf von Unternehmenswerten vor, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Dadurch will Yahoo 1 Milliarde Dollar einnehmen. Künftig wird es sich auf die Segmente Suche, Mail und Tumblr konzentrieren sowie auf die Magazinbereiche News, Sport, Finanzen und Lifestyle in Wachstumsmärkten. Auch die beiden Werbeplattformen Gemini und Brightroll bleiben erhalten. Die Magazinbereiche Games und Smart TV werden hingegen eingestellt. Seine zentrale Videostreaming-Plattform Screen hatte Yahoo schon Anfang Januar geschlossen.

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