Project Loon: Mobilfunkkonzerne testen Ballons für Internetzugang

Die ersten Tests finden noch in diesem Jahr in Indonesien und Sri Lanka statt. Die Ballons liefern inzwischen Bandbreiten von bis zu 15 MBit pro Sekunde. Im vergangenen Jahr schaffte ein Ballon 19 Erdumrundungen in 187 Tagen.

Mobilfunkprovider in Indonesien starten noch in diesem Jahr erste Tests mit Googles Project Loon, um ländliche Gebiete per Ballon mit dem Internet zu verbinden. Das hat Astro Teller, Chef der Alphabet Tochter X (vormals Google X) auf der Konferenz TED im kanadische Vancouver angekündigt, wie Recode berichtet. Demnach sind auch in anderen Regionen Tests geplant.

Bisher habe die Entwicklung eines kostengünstigen und zugleich strapazierfähigen Ballon-Designs im Mittelpunkt gestanden, das eine vorhersagbare Navigation in der Stratosphäre erlaubt. „Wir haben eine Menge Ballons platzen lassen“, sagte Teller. Unter anderem habe man sich mit runden und kissenförmigen Designs beschäftigt.

Project Loon (Bild: Google)

Inzwischen liegt Teller zufolge ein Design vor, das alle Anforderungen an Kosten, Haltbarkeit und Navigierbarkeit erfüllt. Dieser Ballon habe im vergangenen Jahr in 187 Tagen 19-mal die Erde umrundet.

Dem Bericht zufolge haben die Entwickler auch die eigentliche Technik zur Herstellung einer Internetverbindung verbessert. Sie erlaubt nun Bandbreiten von bis zu 15 MBit pro Sekunde, was ausreichend für Video-Streaming sei.

Im nächsten Schritt soll die Technik nun in der Praxis, also im Rahmen eines echten Internetdiensts, getestet werden. Dafür unterzeichnete Alphabet eine Vereinbarung mit der Regierung von Sri Lanka, die für einen Anteil am Project Loon das benötigte Funkspektrum zur Verfügung stellt.

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Alphabet verhandele zudem mit Internetanbietern weltweit, ergänzte Teller. Die Vorstellung, dass in fünf bis zehn Jahren weitere fünf Milliarden Menschen auf das Internet zugreifen werden, sei sehr real. „Das wird die Welt auf eine Art verändern, die wir uns gar nicht vorstellen können.“

Teller ging auch auf X-Projekte ein, die nicht realisiert wurden. Als Beispiel nannte er ein raketenähnliches Frachtschiff, das ohne Landebahn landen kann. Dieses Vorhaben habe Google aufgrund der zu erwartenden Kosten von 200 Millionen Dollar alleine für einen ersten Prototyp aufgegeben. Das sei selbst angesichts der gut gefüllten Kassen von Google zu riskant gewesen.

Manchmal ändere sich aber auch im Lauf der Entwicklung die Ausrichtung eines Projekts, so Teller weiter. Googles selbstlenkendes Fahrzeug sei anfänglich so konzipiert worden, dass der Fahrer in schwierigen Situationen selbst das Steuer übernimmt. Dann habe man aber festgestellt, dass die Fahrer nicht darauf vorbereit seien, in solchen Situationen schnell die Kontrolle zu übernehmen. Deswegen entwickle man nun autonome Fahrzeuge, die allen Situationen im Straßenverkehr gewachsen seien.

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
Freier Mitarbeiter
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