Britische Polizei verhaftet mutmaßlichen FBI- und CIA-Hacker „Cracka“

Es handelt sich um einen 15-Jährigen. Nach sieben Stunden in Haft wurde er gegen Kaution freigelassen. Er hackte Konten von CIA-Direktor John Brennan und des US-Spionageverantwortlichen James Clapper. Durch eine Datenbank-Veröffentlichung könnte er verdeckte Ermittler enttarnt haben.

Britische Polizisten haben einen 15-Jährigen vorübergehend festgenommen, bei dem es sich vermutlich um „Cracka“ handelt, den Anführer der Gruppe „Crackas With Attitude“. Das berichtet Motherboard, das mehrfach mit „Cracka“ in Kontakt war und von ihm Informationen aus erster Hand über Angriffe erhielt. Auch der erste Hinweis auf eine Verhaftung kam nach seinen Angaben von „Cracka“ selbst.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Auf Nachfrage erfuhr die Publikation, dass die Verhaftung am Dienstag durch die South East Regional Organised Crime Unit (SEROCU) in Zusammenarbeit mit dem FBI durchgeführt wurde. Der Zugriff erfolgte in der Region East Midlands, deren Verwaltungssitz Nottingham ist. Ihm wird eine Reihe Computerverbrechen zur Last gelegt.

Einen echten Namen nannte weder „Cracka“ gegenüber Motherboard noch die Polizeieinheit. Nach eigener Schilderung wurde der Jugendliche nach siebenstündigem Aufenthalt in einer Zelle gegen Kaution freigelassen. „Sie versuchen, mein Leben zu ruinieren“, teilte er Motherboard mit, aber auch: „Ich bin unschuldig, bis man mir das Gegenteil beweist, habe also nichts zu fürchten.“ Er habe keinerlei Auskünfte erteilt.

Crackas With Attitude wurden bekannt, als sie im Oktober 2015 in das E-Mail-Postfach von CIA-Direktor John Brennan einbrachen. Das sei so einfach gewesen, ein Fünfjähriger hätte es hinbekommen, lautete ein Kommentar. Bei dieser und späteren Gelegenheiten warben sie mit dem Hashtag #FreePalestine und ähnlichen Botschaften für ein freies Palästina. Später zählten Amy Hess vom FBI, der Geheimdienstverantwortliche der US-Regierung James Clapper und Barack Obamas Technik-Berater John Holdren zu ihren Opfern.

Die Gruppe, bei der es sich nach eigenen Angaben um lauter Teenager handelt, konzentrierte sich auf einfache Angriffspunkte wie private E-Mail-Konten, zu denen sie oft mit Social Engineering Zugang bekam. Im November stießen sie aber auch auf eine Datenbank mit Regierungsangestellten und veröffentlichten später rund 4000 Namen, wodurch verdeckte Ermittler aufgeflogen sein könnten.

Unklar ist noch, ob Cracka auch derjenige Hacker war, der sich diese Woche eine Datenbank des US-Justizministeriums verschaffte. Sie enthält Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und andere Informationen von rund 20.000 FBI- und 9000 Homeland-Security-Mitarbeitern. Er selbst bestreite dies, schreibt Motherboard, ein früheres CWA-Mitglied habe aber ausgesagt, Cracka sei es gewesen und wolle nur nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich lenken.

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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1 Kommentar zu Britische Polizei verhaftet mutmaßlichen FBI- und CIA-Hacker „Cracka“

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  • Am 15. Februar 2016 um 20:10 von W. Schl.

    Nun ja Straftaten, wird hier nicht die Unfähigkeit von bestimmten Chefetagen bescheinigt wenn schon ein Junge von seinem Alter in derart „geschützte“ oder besser schutzwürdige Bereiche hinein kommt?? Und was kann geschehen wenn das andere hochversierte schon längst geheim tun ohne dass es bemerkt wurde? Wie sicher sind unsere Energiezentren? Von denen doch alles abhängt oder was geht heut ohne Strom?

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