Microsoft will intime Fragen an Cortana „nicht ermutigen“

Microsoft hat gegenüber CNN eingeräumt, dass eine beträchtliche Zahl Nutzer mit dem Sprachassistenten Cortana flirtet oder ihm intime Fragen stellt. „Wenn Sie Cortana besonders widerliche Fragen stellen, wird sie sauer“, zitiert die US-Publikation Microsoft-Mitarbeiterin Deborah Harrison. „Das ist nicht die Art Interaktion, zu der wir ermutigen möchten.“

Cortana (Screenshot: Microsoft)Dem Microsoft-Team hinter dem Assistenten ist nach Harrisons Darstellung durchaus bewusst, welchen Anzüglichkeiten Cortana ausgesetzt ist: Es hat als Vorarbeit mit tatsächlichen Assistentinnen über deren Erfahrungen gesprochen. Heute kann man in Internetforen, bei Computer Bild und bei Giga nachlesen, welche „witzigen“ Fragen manche Cortana stellen.

Cortana war im April 2014 von Microsofts Joe Belfiore ursprünglich als nicht geschlechtlich festgelegter Assistent vorgestellt worden – mit einem Ring als Symbol statt einem Gesicht und auswechselbarem Namen. Sie basierte aber auf einer weiblichen Figur aus dem Spiel Halo, und den Namen zu ändern machte sich kaum einer die Mühe – sodass sie inzwischen doch (möglicherweise nicht zuletzt auf Wunsch der Anwender) eindeutig als Frau charakterisiert wird. Wie in Halo hat sie die Stimme der Schauspielerin Jen Taylor. Fragt man Cortana aber nach ihrem Äußeren, beschreibt sie sich weiter als Ring.

Entwurfszeichnungen für Cortana (Bild: Microsoft)Entwurfszeichnungen für Cortana (Bild: Microsoft)

„Wir wollten sehr vorsichtig sein, dass sie in keiner Weise unterwürfig wirkte“, erklärt Harrison, die zu einem acht Mitarbeiter umfassenden Autorenteam für Cortana-Dialoge gehört. „Sonst hätten wir eine Dynamik zugelassen, die wir nicht fortsetzen wollten.“ Beispielsweise sage Cortana nie „sorry“.

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CNN zitiert zu der Frage auch Ilya Eckstein, CEO von Robin Labs, einem Anbieter von Sprachassistenten für Navigationslösungen. Er sagt, es gebe einen bedeutenden Markt für „intimere und/oder unterwürfige Assistentinnen mit sexuellem Unterton“.

Den meisten Anwendern sei wohl nicht klar, dass sie es mit einer Maschine zu tun hätten, kommentiert CNN. Das Gegenteil dürfte der Fall sein: Anwender fühlen sich gegenüber einer Maschine so unbeobachtet wie in einem Selbstgespräch. Dass Anbieter wie Microsoft, Robin Labs und alle Konkurrenten die Eingaben zumindest anonymisiert zur Verbesserung ihrer Dienste sammeln, also Menschen sie lesen können, wissen die wenigsten. Besondere Überraschungen könnte hier eines Tages Facebooks Messenger-Assistent M liefern, für den in vielen Fällen menschliche Mitarbeiter antworten.

Der Sprachassistent Cortana ist seit Dezember 2015 auch als Final für Android und iOS verfügbar – aber nur in chinesischer sowie englischer Sprache. In Deutschland können Android-Anwender das Programm zwar über APK-Mirror herunterladen und installieren, aber (anders als unter Windows) nicht auf Deutsch benutzen.

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2 Kommentare zu Microsoft will intime Fragen an Cortana „nicht ermutigen“

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  • Am 9. Februar 2016 um 16:41 von Mac-Harry

    Cortana auf dem iPhone ist wie Apple Mail auf einem WindowsPhone. Sinnfreier Blödsinn. Oder der verzweifelte Versuch, Fragmente einer schief gelaufenen Strategie zu retten. Watt’n Quatsch!

  • Am 10. Februar 2016 um 1:04 von Judas Ischias

    Na, da habe ich jetzt aber ganz andere Fragen erwartet.;)
    Ich will jetzt nicht preisgeben welche, denn die würden hier ganz sicher nicht veröffentlicht, aber was da gestellt wurde, ist doch total harmlos.
    Bei der Überschrift habe ich schon mit dem Allerschlimmsten gerechnet.

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