Yahoo kündigt Entlassungen und Milliardenabschreibung an

Wie erwartet müssen 15 Prozent der Belegschaft gehen, was rund 10.000 Mitarbeitern entspricht. Die Goodwill-Abschreibung auf sein Web-Eigentum und Tumblr belastet Yahoos Ergebnis im vierten Quartal mit 4,46 Milliarden Dollar. Ein neuer Strategieplan sieht auch den Verkauf von Unternehmenswerten vor, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Yahoo wird seine Belegschaft wie erwartet um 15 Prozent reduzieren und Unternehmenswerte wie Patente, Immobilien und Websites veräußern. Diese Maßnahmen sind Teil des jüngsten Strategieplans von CEO Marissa Mayer, den sie gestern im Rahmen der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen vorgelegt hat. Zudem kündigte sie eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von 4,46 Milliarden Dollar auf sein Web-Eigentum und das 2013 für 1,1 Milliarden Dollar übernommene Blog-Netzwerk Tumblr an.

Yahoo! (Bild: Yahoo!)Die Entlassungen betreffen rund 9000 Festangestellte und knapp 1000 Vertragsarbeiter. Büros in Dubai, Mexiko-Stadt, Buenos Aires, Madrid und Mailand sollen geschlossen werden. Von der Restrukturierung verspricht sich der Konzern jährliche Einsparungen in Höhe von 400 Millionen Dollar. Spätestens 2018 will er so zu Wachstum zurückkehren.

Die Pläne sehen auch den Verkauf von Unternehmenswerten vor, die nicht zum strategischen Kernbereich gehören. Dadurch will Yahoo 1 Milliarde Dollar einnehmen. Künftig wird es sich auf die Segmente Suche, Mail und Tumblr konzentrieren sowie auf die Magazinbereiche News, Sport, Finanzen und Lifestyle in Wachstumsmärkten. Auch die beiden Werbeplattformen Gemini und Brightroll bleiben erhalten. Die Magazinbereiche Games und Smart TV werden hingegen eingestellt. Seine zentrale Videostreaming-Plattform Screen hatte Yahoo schon Anfang Januar geschlossen.

Außerdem will der Konzern Nutzer enger an sich binden, insbesondere im Mobilbereich. Vor allem mit den unter dem Schlagwort Mavens zusammengefassten Bereichen Mobile, Video, Native und Social soll mehr Umsatz generiert werden, um Rückgänge in anderen Segmenten auszugleichen. Für 2016 erwartet Yahoo hier Einnahmen von 1,8 Milliarden Dollar.

„Wir glauben fest daran, mit dem heute vorgestellten Strategieplan Yahoos Transformation beschleunigen zu können. Dies umfasst harte Einschnitte bei Produkten und Ressourcen“, sagte Mayer. „Wir sind sehr stolz auf das Milliardengeschäft, das wir rund um Mobile, Video, Native und Social aufgebaut haben. Unsere Mavens-Strategie ermöglichte den Aufbau eines völlig neuen, nach vorne gerichteten Geschäfts mit enormen Wachstum in nur drei Jahren. Der heute angekündigte Plan baut auf dem Erreichten auf und wird unsere Wettbewerbsfähigkeit sowie unsere Attraktivität für Nutzer, Werbekunden und Partner in Zukunft deutlich erhöhen.“

Nach Abschluss der angekündigten Maßnahmen wäre Yahoo auch ein deutlich attraktiveres Übernahmeziel. Gerüchten zufolge hat AOL-Eigentümer Verizon bereits Interesse an einem Kauf bekundet.

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Für das vierte Quartal meldete Yahoo gestern einen GAAP-Nettoverlust von 4,43 Milliarden Dollar oder 4,70 Dollar je Aktie, der auf die Milliardenabschreibung zurückzuführen ist. Der Non-GAAP-Aktiengewinn betrug 0,13 Dollar. Der Umsatz belief sich auf rund eine Milliarde Dollar ohne Traffic Acquisition Costs (TAC), die das Unternehmen an seine Partner abführen muss.

Die Wall Street hatte mit einem Aktiengewinn von 0,13 Dollar bei Einnahmen von 1,18 Milliarden Dollar gerechnet. Nachdem die Yahoo-Aktie den gestrigen Handelstag in New York bereits mit einem Minus von 1,72 Prozent beendet hatte, verlor sie heute vor Börsenbeginn nochmals gut 1,5 Prozent und notierte gegen 10.40 Uhr bei 28,60 Dollar.

Im Gesamtjahr 2015 lag Yahoos Nettoverlust bei 4,36 Milliarden Dollar. Die Einnahmen ohne TAC betrugen 4,09 Milliarden Dollar.

[mit Material von Larry Dignan, ZDNet.com]

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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