Bericht: Yahoo kündigt heute Entlassungen an

Die Entlassungsquote ist laut Wall Street Journal mit 15 Prozent höher als bisher erwartet. Ganze Bereiche sollen wegfallen, um kritische Anteilseigner wie Starboard zu beschwichtigen. Der Hedgefonds hatte zuletzt einen Führungswechsel gefordert.

Nach Informationen des Wall Street Journal wird Yahoo-CEO Marissa Mayer heute anlässlich der jüngsten Quartalsmeldung Entlassungen ankündigen. Sie fallen der Zeitung zufolge mit 15 Prozent der Belegschaft zudem höher aus als bisher erwartet.

Yahoo! (Bild: Yahoo!)Laut den Quellen des WSJ sollen auch mehrere Geschäftsbereiche dicht gemacht werden, um die Kosten zu senken. Damit würde die 2012 auf den Chefposten geholte ehemalige Google-Managerin zunehmend kritische Investoren wie Starboard beschwichtigen und sich etwas Zeit erkaufen, um die von ihr angestrebte Wende doch noch zu schaffen. Der Hedgefonds hatte zuletzt ein neues Management und einen Verkauf von Yahoos Kerngeschäften gefordert. Er drohte auch, bis zum Stichtag 26. März eine Reihe Vorschläge für neue Direktoren zu machen.

Unter Mayers Führung haben Yahoos Ausgaben stetig zugenommen – bei sinkenden Umsätzen. In den ersten neun Monaten 2015 gab das Unternehmen 3,9 Milliarden Dollar aus – 20 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014. Für steigende Kosten sorgten zuletzt vor allem Vereinbarungen mit Mozilla und Oracle, die im Browser Firefox beziehungsweise bei der Installation von Java-Updates für Yahoos Suche werben. Zudem gab Yahoo in dreieinhalb Jahren unter Mayer mehr als 2,3 Milliarden Dollar für Übernahmen aus.

Hingegen wurde die Zahl der Mitarbeiter seit 2012 bereits deutlich reduziert – von ungefähr 14.000 auf zuletzt 10.700. In den ersten neun Monaten 2015 mussten allein 1800 Angestellte gehen. Dies betraf vor allem Niederlassungen außerhalb der USA, etwa China, Indien und Kanada.

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Im laufenden Jahr hat Yahoo schon seine zentrale Anlaufstelle für Videos, Screen, eingestellt. Inhalte sollen jetzt wieder in Themenbereichen zu finden sein – und Eigenproduktionen unter Fernsehen. Abgänge im Management lassen auf eine Krisenstimmung schließen.

Mayers Strategie war es, den Konzern mit Apps auf eine von Mobilgeräten dominierte Zukunft auszurichten. sie erneuerte dazu Mobilwebsites wie Mail, Finanzen und Sport, kaufte reihenweise kleine App-Entwickler und auch das große Blog-Netzwerk Tumblr. Um Yahoo zu einem Premium-Medienunternehmen zu machen, wurden zudem bekannte US-Moderatoren wie Katie Couric geholt.

Dennoch reicht Yahoo heute als Portal für Suche und E-Mail nicht an Google sowie als Unterhaltungsanbieter nicht an Amazon und Netflix heran. Zudem sind viele Messaging-Nutzer zu Facebook oder noch jüngeren Wettbewerbern wie Snapchat abgewandert. In den USA zählt Yahoo dennoch weiter zu den drei meistbesuchten Website-Verbänden, hinter Google und Facebook. Comscore verzeichnete im Oktober 2015 210 Millionen Besucher.

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2 Kommentare zu Bericht: Yahoo kündigt heute Entlassungen an

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  • Am 2. Februar 2016 um 14:04 von Judas Ischias

    Ich verfolge die Geschichte bei Yahoo schon seit Jahren.
    Es ist statt besser, immer nur schlimmer geworden.
    Da halfen auch die Auswechselungen im Management nichts.
    Fehlausgaben ohne Ende und die Angestellten haben es durch Kündigung ausbaden müssen.
    Wie viele der gekauften Unternehmen wurden nicht eingestampft, sondern erfolgreich in Yahoo eingegliedert?
    Die Aktionäre müssen ja eine Engelsgeduld haben.

  • Am 2. Februar 2016 um 21:07 von Tom

    Wer will den noch Yahoo als Startseite einrichten ?
    Eine sinnlose Gossip-page vollgestopft mit Werbung, also beliebig austauschbar gegen MSN und der gleichen..falls einem wirklich nach diesem sinnbefreitem Mist ist.
    Nicht mal in den USA scheint das sonderlich anzukommen..trotz dieser Karikaturen /Vorbilder wie Trump,Palin und Kardashian-Clan.

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