Snowden-Unterlagen: NSA und GCHQ fingen Drohnen-Videos ab

Jetzt bekannt gewordene Unterlagen aus dem Fundus des Whistleblowers Edward Snowden zeigen, dass amerikanische und britische Geheimdienste israelische und syrische Drohnen gehackt und deren Bilder abgegriffen haben. In einigen Fällen fingen die National Security Agency (NSA) und das General Communications Headquarter (GCHQ) sogar Videos ab, die ein Kampfjet während eines Einsatzes aufzeichnete. Das berichtet The Intercept.

NSA-Auge (Bild: ZDNet.de)An die Videos kamen die Geheimdienste überwiegend auf analogem Weg: Als Teil einer Operation namens „Anarchist“ entschlüsselten sie Satellitenkommunikation. Sie nutzten dazu etwa das quelloffene Image Magick sowie antisky eines Forschers der Universität Cambridge. Die Unterlagen lassen auch darauf schließen, dass eine Umstellung auf digitale Übertragung die Entschlüsselung erschwerte.

Die Einsatzzentrale der Operation „Anarchist“ war eine Station der Royal Air Force auf Zypern. Sie wird allgemein dazu genutzt, Satelliten- und Funkkommunikation in Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas wie Ägypten, Israel, Libanon, Syrien und Türkei abzufangen. The Intercept liegt unter anderem ein Handbuch für die dort tätigen Mitarbeiter vor.

Das Ergebnis der Spionageoperation waren überwiegend einzelne Standbilder aus den Videos. Die Mehrzahl wurde in den Jahren 2009 und 2010 gesammelt. The Intercept legt in einem zweiten Artikel eine Auswahl der Aufnahmen vor. Sie sind grobkörnig und wirken ohne die beigefügten Erläuterungen überwiegend nichtssagend.

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Die abgefangenen Bilder sollten zu großen Teilen der Kontrolle des Zustands der Drohnen selbst dienen. NSA und GCHQ konnten aus solchem Material wohl abschätzen, wie oft die Drohnen im Einsatz waren, aber nur selten, welche Erkenntnisse Israel oder andere Staaten durch ihren Einsatz gewannen.

Von besonderem Interesse ist das Bild einer mit einer Waffe ausgestatteten israelischen Drohne des Typs IAI Heron. Sie verfügt über eine Reichweite von etwa 350 Kilometern und kann bis zu 40 Stunden in der Luft bleiben. Wahrscheinlich ist das Bild der erste der Öffentlichkeit bekannte Beleg, dass Israel über bewaffnete Drohnen verfügt.

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