„Project Reconnect“ stellt 25.000 Chromebooks für Flüchtlingshilfe bereit

NetHope.org hat in Berlin mit „Project Reconnect“ ein Programm vorgestellt, das im Bereich der Flüchtlingshilfe tätige, gemeinnützige Organisationen mit insgesamt 25.000 Chromebooks ausstattet. Ziel ist es, Flüchtlingen den Zugang zu Online-Bildungsangeboten und Informationen zu ermöglichen. Google.org, der philanthropische Arm des Internetkonzerns, spendete für das Projekt mehr als 5 Millionen Dollar. Weitere Unterstützer sind die Deutsche Telekom und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Project Reconnect (Bild: Google.org)Gemeinnützige Organisationen, die in Deutschland mit Flüchtlingen arbeiten, können sich ab sofort bis zum 8. Februar für die Project-Reconnect-Födermaßnahme bewerben. Anträge auf Spenden von bis zu 5000 Chromebooks sind unter reconnect.nethope.org einzureichen. Ausgewählte Organisationen können die Chromebooks ab dem 1. März in Empfang nehmen. Bewerbungen für eine zweite Projektphase müssen bis zum 8. März eingehen.

Mittels einer im Münchner Entwicklungsbüro von Google erstellten Management-Software lassen sich die webbasierten Laptops mit dem Betriebssystem Chrome OS von den jeweiligen gemeinnützigen Organisationen selbst einrichten und verwalten. „So kann Lernsoftware zum Beispiel zentral installiert werden und dann auf mehreren Chromebooks laufen“, erläutert Wieland Holfelder, Engineering Director bei Google Deutschland. „Dank des einfachen Installationsprozesses können sich die Organisationen weiterhin auf die Unterstützung der Flüchtlinge konzentrieren und brauchen sich nicht etwa mit komplizierten technischen Fragen auseinanderzusetzen.“

Die Deutsche Telekom unterstützt das Projekt, indem sie gemeinnützigen Organisationen WLAN-Zugang ermöglicht, damit die Chromebooks vor Ort mit dem Internet verbunden werden können. „Ein solches Projekt könnte keiner der Beteiligten alleine stemmen, aber gemeinsam können wir das umsetzen“, erklärte Gabriele Kotulla, Vice President Corporate Responsibility der Deutschen Telekom, bei der Vorstellung des Projekts in der Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Wilmersdorf, wo es bereits einen Testlauf mit verwalteten Chromebooks gibt. „Die Ausstattung der Notunterkunft Wilmersdorf mit WLAN und Chromebooks und insbesondere die Inbetriebnahme des Computerraums hier im Alten Rathaus sind der erste Schritt – denn Bildung und Sprache sind wesentliche Voraussetzungen, damit Integration gelingen kann.“

ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch ergänzte: „Die Chromebooks, zusammen mit der Internetverbindung, sind für die Bewohner oft die einzige Möglichkeit, den Kontakt zu ihren Familien zu halten. Außerdem sind sie Informationsquelle und Integrationshilfe – wie etwa durch Onlinesprachkurse. Wir freuen uns daher über die Unterstützung, denn in den Unterkünften fehlen oft Zeit und Ressourcen für derartige Projekte.“ Der ASB betreut nach eigenen Angaben derzeit in 170 Einrichtungen rund 50.000 Flüchtlinge. Insgesamt kamen alleine im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland.

Project Reconnect soll Flüchtlingen Zugang zu Bildungs-, Hilfs- und Informationsangeboten im Netz ermöglichen (Bild: Google.org).Project Reconnect soll Flüchtlingen Zugang zu Bildungs-, Hilfs- und Informationsangeboten im Netz ermöglichen (Bild: Google.org).

Alphabet-Chairman Eric Schmidt sagte zu Googles Beteiligung an Project Reconnect: „Als Google.org 2004 gegründet wurde, war unser oberstes Ziel, Menschen und Projekte zu würdigen, die die größten Herausforderungen der Menschheit des 21. Jahrhunderts angehen. Das gilt heute mehr denn je und ganz besonders vor dem Hintergrund der Flüchtlings- und Migrationskrise, die Europa gerade erlebt. Wir glauben, dass einigen der Herausforderungen, vor denen Menschen unter solch dramatischen Bedingungen stehen, mit Technologie begegnet werden kann. Aus diesem Grund spenden wir zusätzliche 5 Millionen Dollar, damit gemeinnützige Organisationen, die sich um Flüchtlinge in Deutschland kümmern, diesen in großem Umfang Zugang zu Informationen und Bildungsressourcen ermöglichen können.“

Politiker wie Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) begrüßten das Projekt. „Das schnelle Erlernen der deutschen Sprache, die zügige Integration in den Arbeitsmarkt sowie Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland sind wesentliche Faktoren für erfolgreiche Integration“, sagte der Bundesminister für besondere Aufgaben. Das Project Reconnect, das verschiedene Online-Angebote bündelt und für gemeinnützige Organisationen aufbereitet, nehme hier eine Schlüsselstellung ein.

NetHope ist ein 2001 gegründeter Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen. Es hat inzwischen 44 Mitglieder, darunter die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, Oxfam, SOS Kinderdörfer International sowie WWF International. Sie kümmern sich um einige der weichtigsten weltweiten Probleme wie Armut und Hunger, Flüchtlingsbewegungen, Menschenhandel, geschlechtsspezifische Ungleichheit und Umweltschutz.

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6 Kommentare zu „Project Reconnect“ stellt 25.000 Chromebooks für Flüchtlingshilfe bereit

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  • Am 25. Januar 2016 um 21:12 von Stefan R.

    naja, ich bin mir nicht sicher, ob das war bringt. Es gibt ja auch schon zahlreiche Seiten, die gratis-Services für Flüchtlinge anbieten (z.B.: http://no-single.de/ und http://wir-sind-alleinerziehend.de/) was das bringen wird, wird sich rausstellen. Aber grundsätzlich sehr gut, sich für die armen Menschen zu engagieren.

    • Am 25. Januar 2016 um 23:08 von Jakob

      Arme Menschen?
      In Deutschland gibt es Millionen Arme Menschen die kein Chromebook geschenkt bekommen.
      Aber das wäre ja Unterstützung von Sozialschmarotzern.
      Dann doch lieber den Wirtschaftsflüchtlingen hinterher werfen die die Rechner dann gleich auf dem nächsten Schwarzmarkt verkaufen.

  • Am 25. Januar 2016 um 23:04 von Wilhelm

    Notebooks an Flüchtlinge verteilen, die hier nie einen Tag gearbeitet haben und ebenso viel Geld bekommen wie Millionen Rentner die Jahrzehnte hier gearbeitet haben. Die hätten sich auch darüber gefreut, pfui.pfui!

    Ausserdem ist das rechtswidrig, denn solche Geschenke müssen auf Sozialeistungen angerechnet, bzw. verrechnet werden!

  • Am 26. Januar 2016 um 5:20 von Klaus

    Ich denke das wäre eine gute Möglichkeit, Wirtschaftsflüchtlinge ausfindig zu machen. Wer seinen Ausweis weg geworfen hat, wird trotzdem nach hause mailen/telefonieren. Die Metadaten werden ihn verraten. Aber die Vorratsdatenspeicherung ist vielleicht nur zur Überwachung von Bundesbürger. Denke es ist zu viel velangt, diese Daten zu Aufdeckung von Wirtschaftskrimminalität zu erheben.

  • Am 26. Januar 2016 um 12:42 von Judas Ischias

    Also ich lese in dem Artikel nichts davon, dass die Flüchtlinge die Geräte direkt bekommen, sondern die entsprechenden Organisationen, wo die Flüchtlinge dann hingehen müssen, um mit den Geräten zu arbeiten.

    • Am 14. Februar 2016 um 10:40 von ChrisHu

      Genau, kein Flüchtling bekommt ein Chromebook geschenkt, sondern nur die Institutionen, die einen ausführlichen Bewerbungsprozess durchlaufen und begründen, wie die Geräte eingesetzt werden.

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