AMD beschwert sich über unfaire Benchmarks

AMD wirft Intel erneut unfaire Geschäftspraktiken vor. Wie Ars Technica berichtet, soll das von Intel verwendete Benchmarking-Tool SYSmark die hauseigenen Prozessoren bevorzugen, weil es die reine CPU-Performance besonders stark betont. In einem Video vergleicht John Hampton, Direktor für Computer Client Products bei AMD, die Ergebnisse sogar mit dem Skandal um von VW manipulierte Abgastests für Dieselfahrzeuge.

AMD APU (Bild: AMD)In dem auf Youtube veröffentlichten Video mit dem Titel „Wahrheit oder Mythos?: Ist SYSmark ein verlässlicher Benchmark“, zeigt Hampton zusammen mit seinem Kollegen Tony Salinas SYSmark auf zwei PCs, die von einem Core-i5-Prozessor von Intel beziehungsweiser einer AMD-FX-CPU angetrieben werden. Während der Intel-Rechner 987 Punkte erreicht, erzielt die „vergleichbare AMD-Plattform“ nur 659 Punkte. „Das ist ein Unterschied von 50 Prozent. Recht erstaunlich und nicht realistisch in Bezug auf die Performance im wirklichen Alltag“, zitiert Ars Technica den AMD-Manager.

Um ihren Vorwurf zu untermauern, präsentieren Hampton und Salinas auch Ergebnisse des Benchmarks PCMark8, der „Aktivitäten der CPU, der GPU und der Video-Subkomponenten des Systems“ abbilden soll. Hier schrumpft ihnen zufolge der Unterschied zwischen Intel- und AMD-Prozessoren auf 7 Prozent. Ein von AMD geschriebenes Skript, das verschiedene Aufgaben in Microsoft Office ausführt, beendet das getestete Intel-System in 62 Sekunden, während der AMD-Rechner 64 Sekunden benötigt.

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In dem Video weist Hampton aber auch darauf hin, dass die Ausrichtung von SYSmark auf reine Prozessorgeschwindigkeit kein Geheimnis sei. Intel müsse seine Benchmarks auf Anweisung der US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) sogar mit einem Hinweis darauf veröffentlichen. Dass diese Entscheidung durch eine Beschwerde von AMD ausgelöst wurde, verschweigt Hampton jedoch.

Laut Ars Technica ist die reine CPU-Leistung für Technikbegeisterte, die „das schnellste System“ suchen, ein wichtiges Kaufkriterium ist. Das gelte vor allem für Spieler, denen eine hohe Single-Thread-Performance wichtiger sei als viele Kerne – was sich wohl erst mit der Einführung von DirectX 12 ändere.

AMD war auch Beschwerdeführer bei Kartellverfahren gegen Intel in Europa und den USA. 2009 verurteilte die EU-Kommission Intel wegen des Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung zur Zahlung einer Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Dollar. In den USA erzielten Intel und die FTC 2010 eine Einigung, die es Intel unter anderem verbietet, den Wettbewerb mit Anbietern von CPUs, GPUs und Chipsätzen zu behindern.

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2 Kommentare zu AMD beschwert sich über unfaire Benchmarks

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  • Am 20. Januar 2016 um 13:53 von René

    Das ist nur die Spitze des Eisberges. Was mir auffällt im Schweizer Detailhandel, es werden seit Jahren nur noch Intel PCs angeboten. Wer ein AMD System will, muss sich den PC selber zusammen stellen, oder in AT oder DE ein Komplettsystem kaufen. Vielen Dank für den guten Artikel.

  • Am 20. Januar 2016 um 14:13 von Georg Maertin

    Ich persönlich besitze einen AMD T1100 6 Kern mit Standard Takt von 3.3GHz.
    Amd T1100
    Nvidea GTX 580
    16 GB DDR3
    256GB SSD

    Ich konnte bis ende letzten Jahres alles ruckelfrei auf 1080p zocken.

    Seit Farcry 4 wird es nun schon schon knapp, aber das liegt nicht nur an der CPU, sondern auch an der Grafikkarten.

    Videos Rendern funktioniert auch schnell.

    Wieso also für einen Intel mit der gleichen leistung 50 – 100€ mehr zahlen?

    Ja ich habe schon mal überlegt auf Intel umzusteigen, aber nein ich werde es nicht tun.

    AMD rennt und das zu tollen Preisen.

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