Ocean stellt portablen Linux-Webserver vor

Die ab Februar verkaufte Basiskonfiguration mit 16 GByte Storage kostet 149 Dollar, zuzüglich 15 Dollar Versand nach Deutschland. Die Wartung erfolgt per Smartphone-App, Browser oder direkt per SSH. Mit einer Akkuladung hält der Server bis zu zwei Tage durch.

Das kalifornische Unternehmen Ocean hat einen Minicomputer vorgestellt, der von Grund auf als Webserver konzipiert ist. Die erste Version soll ab Februar für 149 Dollar ausgeliefert werden – wenn auch in limitierter Stückzahl. Im Lauf des Jahres sind zwei weitere, nicht beschränkte Konfigurationen für 179 und 199 Dollar mit mehr Speicher geplant. Für eine Lieferung nach Deutschland stellt das System zusätzlich 15 Dollar in Rechnung.

Hosentaschenserver (Bild: Ocean)Allen Konfigurationen gemeinsam ist das Gehäuse mit der Größe eines aktuellen Smartphones, auch wenn der 170 Gramm schwere Server kein integriertes Display mitbringt. Er nutzt eine mit 1 GHz getaktete ARM-CPU des Typs Cortex-A7, 1 GByte DDR3-RAM mit 480 MHz und in der limitierten Einsteigerversion eine Speicherkarte mit 16 GByte, zusätzlich zu fest verbauten 4 GByte. Er verfügt über einen USB-3.0-Port ebenso wie über Bluetooth 4.0 LE und einen WLAN-Chip für IEEE 802.11b/g/n.

Ocean installiert Debian 8.1 Jessie mit dem Linux-Kernel 3.4.105+, Anwender können aber natürlich eine andere für ARM-Chips kompilierte Distribution nutzen, beispielsweise Ubuntu oder auch Android. Als Anwendungsbeispiele nennt Ocean Entwicklung und Betrieb von Webanwendungen mit Frameworks wie Node.js oder Ruby on Rails, einen Einsatz als modifizierter Router, als IoT-Hub oder für die Konfiguration von iBeacon- oder Eddystone-Informationssystemen.

Der verbaute Akku ist mit 4200 mAh spezifiziert. Das reicht laut Hersteller für zwei Tage andauernde CPU-Nutzung. Der Server kann auch „Power-Bank“ zum Laden eines Smartphones genutzt werden, da er die 1,3-fache Kapazität etwa eines Apple iPhone 6 hat. Selbst lädt er über Micro-USB-Buchse (Dauer: 4 bis 5 Stunden) oder drahtlos nach dem Qi-Standard (mindestens 10 Stunden).

Das Gehäuse, das an je einer Schmal- und Längsseite gekrümmt statt gerade ist und dadurch griffig wirkt, basiert laut Ocean auf einem Aluminium-Chassis. Es wird von Plastikabdeckungen umhüllt, die sich nur mit den richtigen Werkzeugen demontieren lassen, aber dann Änderungen an der Konfiguration (einschließlich Austausch der Speicherkarte) ermöglichen.

HIGHLIGHT

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Auf einen HDMI-Bildschirmanschluss hat Ocean bewusst verzichtet. Dies spare Akkulaufzeit und trage zur Sicherheit bei, erklärt es. Für den gedachten Einsatz als Mobile Server sei zudem kein Bildschirm nötig. Vielmehr lässt sich der Server über einen Browser von einem anderen System aus konfigurieren. Es besteht auch die Möglichkeit, über eine REST API auf Daten zuzugreifen oder Ocean direkt per SSH zu konfigurieren. Und schließlich gibt es eine Fernsteuermöglichkeit in Form einer App für Android und iOS, die per Bluetooth LE arbeitet – also nicht auf einem Umweg übers Internet.

In seiner FAQ stellt sich Ocean selbst die Frage: Warum sollte man nicht stattdessen einen Raspberry Pi verwenden? Anders als der zu Recht beliebte britische Minirechner ist Ocean von Grund auf für seinen Einsatzzweck als portabler Server hin ausgerüstet, was anders als beim Pi das Gehäuse und die Funktechniken einschließt. Ein hochgerüsteter Pi habe vielleicht ähnliche Funktionen, sei dann aber wahrscheinlich weniger portabel, schreibt Ocean.

Bisherige Minicomputer mit Linux oder Windows sind fast durchweg als Desktopersatz oder Mediacenter gedacht und werden zumeist direkt am HDMI-Port eines Bildschirms betrieben. Intel hatte beispielsweise auf der CES 2016 die zweite Generation seines Compute Stick vorgestellt. Statt Atom-CPUs sind nun Core-M-Prozessoren verbaut. Außerdem hat Intel die Speicherausstattung und die Konnektivitätsoptionen verbessert. Geplant sind drei Modelle – eins mit Windows 10 und zwei ohne vorinstalliertes Betriebssystem –, die im ersten Quartal in den Handel kommen sollen.

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Themenseiten: Linux, Ocean, Server

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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