Ziel verpasst: Xiaomi bestätigt „über 70 Millionen verkaufte Smartphones“

Xiaomi erklärt in einer Pressemitteilung, es habe im Kalenderjahr 2015 „über 70 Millionen“ Smartphones verkauft. Damit blieb es unter seinem eigenen Ziel von 80 Millionen Geräten zurück, wie Marktforscher seit Monaten vermutet und kürzlich auch bestätigt hatten. Die Steigerung gegenüber 2014 mit 61 Millionen verkauften Geräten beträgt somit etwa 15 Prozent.

Xiaomi-Logo (Bild: Xiaomi)Ursprünglich hatte Xiaomi für 2015 sogar 100 Millionen verkaufte Endgeräte anvisiert. Seine erklärte Strategie ist es, möglichst viele Geräte in die Hände der Verbraucher zu bringen, um darauf aufzubauen und ihnen Software sowie Services für die Geräte zu verkaufen. Diese Strategie überzeugte die Anleger zunächst trotz bislang mäßiger Gewinne.

Das Wall Street Journal kommentierte vergangene Woche sogar, Xiaomis Bewertung mit 45 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2014 sei inzwischen nicht mehr zu rechtfertigen. Damals galt es als wertvollstes Start-up der Welt – noch vor Uber, das inzwischen bei einem geschätzten Firmenwert von 50 Milliarden Dollar steht.

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Zuletzt hatte sich Xiaomi – nach einem zeitweisen Verkaufsverbot infolge einer Klage durch Ericsson – auf den indischen Markt konzentriert, der ein stärkeres Wachstum aufweist als der chinesische. Mit dem ebenfalls dort operierenden Partner Foxconn konnte es sogar auf eine Produktion vor Ort verweisen, also den Slogan „Made in India“ nutzen. Diese Konzentration verlangsamte aber auch sein weiteres internationales Wachstum, während es auf dem chinesischen Heimatmarkt von Huawei überflügelt wurde, wie Canalys im Oktober 2015 berichtete.

Xiaomi widerspricht dieser Darstellung. In seiner jetzigen Erklärung bezeichnet es sich auch als Marktführer in China. Auf Nachfrage durch TechCrunch wollte es aber keine Verkaufszahlen für China oder andere Regionen nennen.

Huawei hingegen gelang es 2015 als erstem chinesischem Unternehmen, weltweit mehr als 100 Millionen Smartphones in einem Jahr zu verkaufen. Reuters meldete kürzlich 108 Millionen verkaufte Endgeräte, was einem Jahresanstieg um 44 Prozent entspricht.

2016 wird Xiaomi insbesondere zeigen müssen, dass es sein Geschäftsmodell erfolgreich umsetzen kann. Es verkauft seine Produkte zu besonders günstigen Preisen und strebt über die Verkäufe selbst nur geringe Gewinne an. Eine Monetarisierung über Services ist aber bisher noch nicht in einem Maß erfolgt, das Investoren und Analysten zufrieden stellen würde.

Xiaomi-CEO Lei Jun mit Mi Note (Bild: Xiaomi)Xiaomi-CEO Lei Jun mit Mi Note (Bild: Xiaomi)Im Herbst hatte Xiaomi erstmals Pläne für einen Markteintritt in den USA öffentlich gemacht. President Bin Lin sagte, man werde dort möglicherweise das Mi Note und Mi Note Pro anbieten. Zuletzt war Xiaomi nach Brasilien gegangen, wo es nach anfänglichen Flash-Sales inzwischen in einen Regelbetrieb mit Rund-um-die-Uhr-Verkauf übergegangen ist.

Brasilien ist zugleich die Heimat von Hugo Barra, der das internationale Wachstum des chinesischen Herstellers verantwortet. Ihm zufolge könnten Vietnam und Thailand als nächste Märkte folgen. Konkrete Angaben dazu gibt es noch nicht.

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