Bericht: Amazon steht vor Kauf von französischem Paketdienst

An Colis Privé ist Amazon bisher zu 25 Prozent beteiligt. Jetzt will es die verbleibenden 75 Prozent erwerben. Die Seattle Times berichtet auch von 1000 neuen Lastwagen-Anhängern und Verhandlungen über Lastflugzeuge, die Amazon anmieten möchte. Grund sind Probleme seiner Logistikpartner - zuletzt wieder im Weihnachtsgeschäft.

Amazon strebt zunehmend an, seine Pakete selbst auszuliefern. Nach Informationen der Seattle Times wird es dazu im ersten Quartal 2016 den französischen Paketdienst Colis Privé zu 100 Prozent übernehmen. Einem älteren Bericht von Le Figaro zufolge ist es seit 2014 zu 25 Prozent an dieser Firma beteiligt.

Amazon.com-Logo (Bild: Amazon)Der Figaro informiert auch, dass Colis Privé unabhängig arbeiten und auch andere Pakete als Amazons ausliefern wird. Ein Abschluss sei schon bald zu erwarten. Zugleich nutze Amazon selbst weiter auch andere Paketdienste, darunter DHL, FedEx und UPS sowie speziell in Frankreich La Poste.

Dennoch arbeite Amazon offenbar an einem Aufstieg zu einem weltweiten Transportunternehmen, schreibt die US-Zeitung. 2014 habe sich Amazon das Recht festschreiben lassen, 4,2 Prozent des britischen Paketdiensts Yodel zu kaufen. Im Dezember 2015 folgten zwei signifikante Schritte: Erstens kündigte es den Kauf von 1000 zusätzlichen Lastwagenanhängern an, in denen Logistikpartner seine Waren transportieren können. Und zweitens nahm es Verhandlungen auf, um 20 Lastflugzeuge des Typs Boeing 767 zu mieten.

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20 Boeing-Lastenjets würden eine bedeutende Ausweitung des Testlaufs bedeuten, den die Air Transport Services Group bisher schon am Standort Wilmington in Ohio für Amazon durchführt. Die Seattle Times glaubt, dass Amazon damit auf wiederholte Schwierigkeiten seiner Partner FedEx und UPS reagiert. So habe FedEx im Weihnachtsgeschäft 2015 zahlreiche Pakete nicht rechtzeitig zugestellt, wofür es Wetter und unerwartet viele Last-Minute-Käufe als Grund nannte. Zwei Jahre zuvor kam es bei UPS zu ähnlichen Problemen.

Amazon-Paket (Bild: CNET)Über den Eigenbedarf hinaus könnte Amazon den weltweiten Logistikmarkt revolutionieren wollen, zitiert die Seattle Times den Analysten Colin Sebastian von Robert W. Baird & Co. Es werde überschüssige Kapazitäten früher oder später anderen anbieten wollen – ähnlich wie bei der Cloudsparte Amazon Web Services, die ursprünglich für die eigene E-Commerce-Plattform geschaffen wurde. Und schließlich habe der weltweite Logistikmarkt (der neben dem Transport auch die Lagerung einschließt) ein Jahresvolumen von 400 bis 450 Milliarden Dollar.

Im dritten Quartal seines Geschäftsjahrs verbuchte Amazon Logistikkosten von 3,2 Milliarden Dollar. Es verfügt derzeit über 123 eigene Lager weltweit. Seine Experimente, gerade Lieferungen über kurze Distanzen selbst zu übernehmen, sind bekannt. Es greift auf Drohnen ebenso wie Fahrradkuriere und eine Flotte Privatfahrer zurück, um innerstädtisch in einer Stunde liefern zu können. In Seattle fährt es zudem wechselnde Schnäppchen mit einem Truck aus.

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Themenseiten: Amazon, E-Commerce, Übernahmen

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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