Yahoo schließt Streaming-Plattform Screen

Yahoo hat sein zentrales Videostreaming-Angebot Yahoo Screen knapp zwei Jahre nach dem letzten Relaunch eingestellt. Es war als Anlaufstelle für eigene und lizenzierte Inhalte gedacht. Jetzt sollen sie wieder im Kontext von Spartenkanälen erscheinen – Konzerte beispielsweise bei Yahoo Music. Dies bestätigte ein Sprecher gegenüber Variety.

Yahoo! (Bild: Yahoo!)In den USA hat Yahoo ein vielfältiges Video-Angebot, von selbstproduzierten Serien über Football-Spiele bis zur NBC-Comedy-Serie Saturday Night Live. Allerdings musste es auf das ambitionierte Projekt im vergangenen Jahr 42 Millionen Dollar abschreiben. Die Leitung übernahm Martha Nelson, nachdem Chief Marketing Officer Kathy Savitt zu STX Entertainment gewechselt war.

Yahoo Screen war im Juni 2006 unter dem Namen Yahoo Video als Video-Sharing-Website gestartet. Nach einem Redesign im Februar 2008 wurde die Upload-Funktion Ende 2010 entfernt und im März 2011 alle nutzergenerierten Inhalte gelöscht. Im Oktober 2011 folgte dann die Umbenennung in Yahoo Screen. Bis vor kurzem fanden sich auf der Screen-Homepage im täglichen Wechsel redaktionell ausgewählte Videos.

Im September 2013 gab es einen Relaunch von Yahoo Screen mit mehr als 1000 Stunden Videoinhalten, darunter acht kurze Originalserien, mit Viacom als Partner. Als Weiterführung und „Screen 2.0“ soll Yahoo eine eigene Videoplattform in Konkurrenz zu Youtube geplant haben.

Künftig werden Originalserien wie „Sin City Saints“ und „Other Space“ im Bereich Fernsehen der Yahoo-Site zu finden sein. Anchorwoman Katie Couric soll zudem weiter täglich Nachrichtensendungen liefern. Ob aber Produktionen oder Stellen wegfallen, ist bislang unbekannt.

Für CEO Marissa Mayer, die im Oktober schon „mehr Fokus“ und Trennung von nicht erfolgreichen Projekten angekündigt hatte, setzen sich damit jüngste Schwierigkeiten fort. Die erhoffte Trendwende ist nicht eingetreten. Abgänge im Management lassen auf eine Krisenstimmung schließen. Investoren fordern sogar einen Verkauf von traditionellen Kerngeschäften wie E-Mail oder Suche.

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Mayers Strategie war es seit der Übernahme des CEO-Postens 2012, den Konzern mit Apps auf eine von Mobilgeräten dominierte Zukunft auszurichten. Die ehemalige Google-Managerin erneuerte dazu Mobilwebsites wie Mail, Finanzen und Sport, kaufte reihenweise kleine App-Entwickler und auch das große Blog-Netzwerk Tumblr. Um Yahoo zu einem Premium-Medienunternehmen zu machen, wurden zudem bekannte US-Moderatoren wie Katie Couric geholt.

Dennoch reicht Yahoo heute als Portal für Suche und E-Mail nicht an Google sowie als Unterhaltungsanbieter nicht an Amazon und Netflix heran. Zudem sind viele Messaging-Nutzer zu Facebook oder noch jüngeren Wettbewerbern wie Snapchat abgewandert. In den USA zählt Yahoo dennoch weiter zu den drei meistbesuchten Website-Verbänden, hinter Google und Facebook. Comscore verzeichnete im Oktober 2015 210 Millionen Besucher.

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