Yahoo warnt Nutzer vor mutmaßlich staatlichen Angriffen

Es folgt damit dem Vorbild von Google, Facebook und Twitter. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehört eine Überprüfung der Weiterleitungsoptionen. Über die Erkennungsmethodik verrät Yahoo nichts, gibt aber nur Meldungen heraus, wenn es sich "ziemlich sicher" ist.

Yahoos neuer Chief Information Security Office Bob Lord hat ein neues Programm angekündigt. In einem Blogbeitrag informiert er, das Unternehmen benachrichtige seine User nun, wenn es einen Angriff auf ihr Konto durch staatlich gesponserte Hacker vermute.

Yahoo! (Bild: Yahoo!)„Wir stellen diese spezifischen Benachrichtigungen bereit, damit unsere Anwender in Anbetracht dieser raffinierten Angriffe angemessene Maßnahmen zum Schutz ihres Kontos und ihrer Geräte ergreifen können“, schreibt Lord. „Damit diese Akteure keinen Einblick in unsere Erkennungsmethoden bekommen, machen wir keine öffentlichen Angaben zu solchen Attacken. Seien Sie aber sicher, dass wir solche Benachrichtigungen nur versenden, wenn wir ziemlich sicher sind, dass es sich um einen staatlich geförderten Angriff handelt.“

Der Blogbeitrag enthält auch einen Katalog an Sicherheitsvorkehrungen, die Yahoo betroffenen Usern empfiehlt. Unter anderem rät es, Weiterleitungsoptionen zu überprüfen, die von Eindringlingen manipuliert worden sein könnten.

Lord steht Yahoos Sicherheitsabteilung mit dem Spitznamen „The Paranoids“ seit Ende Oktober vor. Zuvor war er ebenfalls im Sicherheitsbereich für Rapid 7, Twitter, Red Hat, AOL und Netscape tätig. Er sollte nicht mit dem früheren AOL-Präsidenten gleichen Namens verwechselt werden.

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Yahoo hatte seine Sicherheitsmaßnahmen schon unter Lords Vorgänger Alex Stamos maßgeblich verstärkt, der 2015 als Chief Security Officer zu Facebook wechselte. Unter anderem ermöglicht Yahoo Zwei-Faktor-Authentifizierung und E-Mail-Verschlüsselung.

Mit der Maßnahme folgt Yahoo seinen Konkurrenten. Google hatte Benachrichtigungen zu vermuteten Angriffsversuchen von staatlicher Seite schon 2012 eingeführt – zwei Jahre, nachdem es sich selbst wegen solcher Angriffe aus China zurückzog. Facebook schloss sich kürzlich an, zögert aber, Informationen herauszugeben, wann und wo ein Angriff erfolgte. Und Twitter informierte diese Woche erstmals User „vorsorglich“, ihre Konten seien offenbar in staatlichem Auftrag angegriffen worden. Unter den mindestens elf Empfängern der Warnung war die deutsche Netzaktivistin und Bloggerin Anne Roth von der Partei „Die Linke“.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

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