Tim Cook bezeichnet Steuerdebatte als „politischen Blödsinn“

"Apple zahlt jeden Steuerdollar, den es zahlen muss", sagte der CEO seinem Interviewer Charlie Rose. "Liebend gern" würde er 74 Milliarden Dollar Auslandsumsatz in die USA zurückführen, könne das aber nicht, "weil es mich um 40 Prozent bringen würde. Das ist ein Steuergesetz, das fürs Industriezeitalter geschaffen wurde, nicht fürs Digitalzeitalter."

CEO Tim Cook hat in einem Interview energisch Behauptungen widersprochen, Apple zahle auf seine Gewinne außerhalb Nordamerikas kaum oder keine Steuern. „Das ist totaler politischer Blödsinn. Da steckt keinerlei Wahrheit drin. Apple zahlt jeden Steuerdollar, den es zahlen muss“, formulierte er.

Tim Cook bei CBS' "60 Minutes" (Screenshot: ZDNet)Tim Cook bei CBS‘ „60 Minutes“ (Screenshot: ZDNet)

In dem für die Sendung „60 Minutes“ auf CBS vorgesehenen Interview durch Charlie Rose sagte Cook auch: „Wir zahlen mehr Steuern in diesem Land als irgendwer.“ Und „liebend gern“ würde er 74 Milliarden Dollar Auslandsumsatz in die USA zurückführen, könne das aber nicht, „weil es mich um 40 Prozent [durch Steuern] bringen würde, es heimzubringen. Und das halte ich nicht für vernünftig.“

Das Problem sei grundsätzlicher Natur: „Das ist ein Steuergesetz, das fürs Industriezeitalter geschaffen wurde, nicht fürs Digitalzeitalter. Es ist rückständig. Es ist schrecklich für Amerika. Es hätte vor vielen Jahren korrigiert werden sollen. Es ist höchste Zeit, das zu erledigen.“

Cook äußerte sich in dem Gespräch auch über Verschlüsselung und Überwachung. Die Anschläge von Paris hätten seine Haltung dazu nicht verändert. „Es gab da Vorschläge, wir sollten eine Hintertür haben. Die Realität ist aber: Richtet man eine Hintertür ein, dann für alle, für die Guten und die Bösen. Ich glaube nicht, dass man einen Kompromiss aus Privatsphäre und Nationaler Sicherheit finden muss. Das ist eine übertrieben vereinfachte Haltung. Wir sind Amerika, wir sollten beides haben.“

Zwei Drittel seiner Umsätze macht Apple im Ausland – und behält das Geld dort, um keine US-Steuern zahlen zu müssen. Wie andere internationale Konzerne vermeidet es aber auch in der Ferne hohe Steuern, indem es ganze Regionen von Niedrigsteuerländern aus verwaltet. Das sind etwa Irland für Europa und Singapur für den Pazifikraum.

Immer mehr Staaten bemühen sich, Steuervermeidungsstrategien internationaler Konzerne auszuhebeln. So beschwerte sich Großbritannien im Sommer 2013, Apple zahle trotz einem operativen Gewinn von 68 Millionen Pfund im Land keine Steuern. Im gleichen Jahr legte Italien das Konzept einer Google-Steuer vor. 2014 zogen die Briten nach, und China forderte von Microsoft eine Steuernachzahlung in Höhe von umgerechnet 110 Millionen Euro. Australische Steuerfahnder nahmen Apple, Google und Microsoft im April 2015 unter die Lupe. Ende April 2015 informierte Apple seine Anlieger, es könnte zu „erheblichen“ Steuernachzahlungen in Irland gezwungen sein.

[mit Material von News.com]

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20 Kommentare zu Tim Cook bezeichnet Steuerdebatte als „politischen Blödsinn“

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  • Am 21. Dezember 2015 um 15:28 von M@tze

    Soll jetzt kein Apple-Bashing werden, den Namen kann man gegen jeden anderen Großkonzern austauschen! „Apple zahlt jeden Steuerdollar, den es zahlen muss“ – natürlich, sonst wäre es ja Steuerbetrug. Sie (die Konzerne) zahlen aber nicht jeden verdammten Dollar, den sie eigentlich zahlen sollten (weil die Gesetze das so hergeben). „Wir zahlen mehr Steuern in diesem Land als irgendwer.“ – Nebelgranate, ihr macht ja auch den meisten Umsatz/Gewinn. „Und „liebend gern“ würde er 74 Milliarden Dollar Auslandsumsatz in die USA zurückführen, könne das aber nicht, „weil es mich um 40 Prozent [durch Steuern] bringen würde, es heimzubringen. Und das halte ich nicht für vernünftig.“ Ich halte es auch nicht für vernünftig, jeden Monat einen guten Teil meines Gehaltes dem Staat zu überlassen, aber so ist das nun mal – nennt sich soziale Verantwortung. Würde jeder (!) Großkonzern nicht nur auf Shareholder Value und seinen eigenen Vorteil schielen, wie viel besser könnte die Welt sein…

    • Am 21. Dezember 2015 um 22:45 von PeerH

      1. Du bist kein Großkonzern, auch der Bäcker um die Ecke würde so handeln, er hat nur nicht die Möglichkeit.
      2. Google zahlt etwa 19%, Microsoft 22-24% und Apple 26% Steuern. Von den drei zahlt Apple ‚am meisten‘ Steuern.
      3. Die Politik macht Gesetze, auch Steuergesetze, und könnte das jederzeit ändern.
      4. Soziale Verantwortung ist nicht der Sinn und Zweck eines Aktienunternehmens. Klingt blöd, ist aber so.
      5. Nebelgranate hin oder her: Apple zahlt sehr hohe Steuern, schafft zudem sehr viele Jobs (interne, externe, durch App Markt Entwickler, etc.), und andere Konzerne, die auch sehr viel verdienen, verlegen ihren Hauptsitz auf die Caymans oder in andere Steueroasen, was Cook eben nicht macht oder auch machen würde.

      Ansonsten finde auch ich den Shareholder Value für eine Fehlentwicklung, weil dadurch oftmals langfristige Strategien verhindert werden. Hauptziel ist schneller Gewinn, das nächste Quartal, höchstens das übernächste.

      Aber gerade Apple ist ein Beispiel dafür, dass das nicht zwingend der Fall sein muss. Da wird über das nächste Quartal hinaus geschaut – wie man z.B. an der Apple Watch Entwicklung (Gründlichkeit und Konzept vor Hui und Pfui und schnell hingrützen) sehen kann, oder wie gezielt und über mehrere Jahre Apple im chinesischen Markt expandiert ist. Samsung hat z.B. alles einfach reingeschmissen – nimm, was Du kriegst – und dann wurden sie mit den selben Mitteln von Xiaomi und Huawei aufgerollt.

      Shareholder Value wäre das, was einige Großaktionäre bei einer Aktionärsversammlung gefordert haben: sich z.B. nicht um Menschen mit Behinderung kümmern, und die Software dadurch billiger machen (Cook sagte denen, dass sie ihre Apple Aktien verkaufen sollten, und dass er einen Teufel tun würde, aber nicht auf sie hören), die Geräte im Preis senken (Billig iPhone = schneller Gewinn, das Morgen ist egal – Cook straft die ganze Analysten Gilde Lüge, die reden auch nicht mehr davon), und dass Apple eben keine Show macht und 20 Geräte ankündig, oder gar auf den Markt wirft – von denen dann vielleicht keines erfolgreich ist. Ein Gerät kommt dann auf den Markt, wenn sie davon überzeugt sind, dass es sehr gut und fertig ist.

      Es geht also auch mit Shareholder Value anders, aber die meisten Unternehmen gehen den einfachsten Weg: von der Substanz leben, und schnellen Erfolg suchen – als ob es kein Morgen gäbe. Und wenn alle Stricke reissen, wird das Management ausbezahlt, das Unternehmen wird verkauft, und viele Mitarbeiter müssen das dann durch Job-verluste ausbaden.

      Man kann Apple viel vorwerfen, aber wenn Cook das Geld in die USA schaffen, und dafür Extra Steuern zahlen würde, wären die Aktionäre zurecht sauer.

      Btw.: andere Unternehmen nutzen das Geld um teure Einkäufe zu tätigen. Vielleicht sollte man sich die Mühe machen und mal darüber nachdenken, womit Microsoft die Lumia/Smartphonesparte von Nokia bezahlt hat. Ich denke nicht, dass das Geld war, das aus dem Ausland in die USA geschafft, mit 40% Extra besteuert, und dann wieder rausgeschafft wurde, um Nokias Lumia Sparte zu übernehmen.

      Und nach nicht einmal zwei Jahren sind die meisten Ex-Nokia Mitarbeiter ‚entsorgt‘ worden – einen Aufschrei gab es ob dieses eigentlich moralisch fragwürdigen Verfahrens nicht. Eigentlich ist so ein Verhalten für Heuschrecken typisch.Ok. So ist Kapitalismus eben.

      Aber diskutiert wird sehr gerne über Apple, weil sie eben keine Mega-Deals durchführen. Die teuerste Übernahme war Beats, und das waren m.E. etwa 3 Milliarden Dollar. Lumia etwa 7-8 Milliarden, WhatsApp etwa 15 Milliarden (?). Nur mal in Relation. Da sind auch einige Jobs weggefallen, was schlimm genug war, aber ganz offensichtlich war Apple an mehr als nur den Geräten und der Technik interessiert.

      Wenn jemand weiß von welchem Konto (US-internes oder ausländisches Konto) diese Übernahmen bezahlt wurden, einfach mal hier reinschreiben. Ich vermute, dass eher nicht mit +40% besteuertes Geld genommen wurde. Das wäre jedenfalls wirtschaftlich nachvollziehbar.

      • Am 22. Dezember 2015 um 10:35 von M@tze

        Mein Beitrag war eine allgemeinen „Anklage“ der Konzerne, jeglich mögliche Steuervermeidungstechnik zu nutzen und damit den Staaten Steuereinnahmen zu entziehen (welche auch für Sozialleistungen gebraucht werden) UND sich im Nachhinein noch hinzustellen und zu behaupten, Ihnen wäre nicht klar worüber diskutiert wird – sie würden ja Steuern zahlen. Das steht bei mir auf einer Stufe wie Alois Mueller (der Eigentümer von Mueller Milch), welcher sich nach der Wende extrem an staatlichen Subventionen bereichert hat, seine ganzes Vermögen aber lieber ins Ausland schafft, um hier ja keine Steuern zahlen zu müssen. Dafür habe ich einfach kein Verständnis. Keine Ahnung, wie Du es mal wieder geschafft hast aus diesem Kontext einen ProApple und Contra MS & Co Beitrag zu kreieren…

        • Am 23. Dezember 2015 um 10:20 von PeerH

          Weil in der Realität nichts im luftleeren Raum existiert, und man sich die Mühe machen sollte zu schauen was links und rechts passiert.

          Nur, weil Du vorneweg ’soll kein Apple-Bashing werden‘ vorsetzt, heißt es nicht, dass kein Apple-Bashing daraus geworden ist. Denn wäre dem so, würdest Du eben den einen oder anderen Großkonzern auch direkt genannt haben. Und das habe ich gerne nachgeholt, inkl. Blick nach links und rechts, damit Dein Kommentar im richtigen Kontext gesehen werden kann.

          Das sollte natürlich kein Bashing gegen Google oder Microsoft sein. Und auch nicht gegen Samsung, die ich vergaß, und die nur 12-14% Steuern zahlen, und eine derart enge Nähe zum Staat haben, dass der ihre Steuern gar anpasst, damit die Dividende stimmt.

          Im Übrigen habe ich meine Antipathie gegen das Shareholder Value Prinzip bestätiggt, so viel Einigkeit haben wir wohl selten.

  • Am 21. Dezember 2015 um 16:50 von Mac-Harry

    Das Problem liegt in der Tat nicht bei Microsoft/Apple/Google usw, sondern in der fragmentierten, non-globalen nationalistisch orientierten Steuergesetzgebung. Wir bekommen das ja noch nicht mal für Europa hin, geschweige denn weltweit. Dabei wäre es recht einfach für die Digitalökonomie: Steuern werden dort bezahlt, wo der Endverbraucherumsatz anfällt. Fertig. Dann klappt das auch mit unterschiedlichen Steursätzen. aktuel kann von A nach B geschoben werden, wie alle lustig sind und wer das nicht macht, zahlt hat gerne. Ob er sich dadurch „sozial“ nennen darf, naja, das wäre an den Haaren herbei gezogen. Apple ist nicht das Problem. Es ist ein Problem des politischen Willens.

    • Am 21. Dezember 2015 um 22:46 von PeerH

      Das Stichwort heißt ‚Globalisierung‘. Die Entwicklung ist zu schnell für die Politik, und bisher meinten sie eben, dass die Brotkrumen, die sie als Steuern kriegen, doch sehr schön sind. Nun merken sie, dass das kein gutes Geschäft ist. Aber effektiv etwas daran ändern will keiner.

  • Am 21. Dezember 2015 um 16:59 von C

    DAS ist ein Apple-Bashing:

    Apple hat mit dem Irischen Staat Sonder-Konditionen für seine Besteuerung vereinbart. Die EU hat das gerügt und verfolgt nun dieses illegale Gebaren.

    Wenn Apple – wie alle anderen Irischen Unternehmen besteuert worden wäre, gäbe es formal keinen Anlass zur Kritik. So aber, nun 2,00% statt der in Irland üblichen 12,5% zu zahlen – ist Steuerbetrug. Die EU muss noch darüber abschließend befinden. Eine Straf-Zahlung steht auch noch aus.

    FRAGE: warum musste Apple hier Sonder-Konditionen vereinbaren?
    Steuern bezahlt man, man handelt nicht wie auf dem Türkischen Basar.

    • Am 21. Dezember 2015 um 22:53 von PeerH

      Warum? Weil sie seit den 70ern dort investieren und Jobs sichern. Das musst Du aber nicht Apple fragen, sondern frag die irische Regierung, warum sie das gemacht haben?

      Ansonsten sit es aber schön, dass Du schon einen Schritt weiter bist und mehr weißt, als der Rest der Welt. ;-)

      „So aber, nun 2,00% statt der in Irland üblichen 12,5% zu zahlen – ist Steuerbetrug. Die EU muss noch darüber abschließend befinden.“

      Dieses ganze Verfahren ist eine Farce, denn eigentlich müsste die EU die irische Regierung anklagen, und nicht Apple. Denn die haben nach rein marktwirtschaftlichen Regeln gehandelt – ‚handeln‘. Wenn Du die Möglichkeit siehst den Preis zu drücken, dann tust Du das auch. So funktioniert Wirtschaft.

      Wenn die irische Regierung aber Vereinbarungen trifft, die ungesetztlich sind, dann ist das deren Problem, und sie müssten sich vor der EU verantworten.

      Ansonszen finde ich es natürlich bezeichnend, dass Du weder Amazon, noch Fiat, Starbucks, Microsoft, Google, etc. nennst. Machen alle das selbe in der EU. Und zumindest bei Google, Microsoft und Apple habe ich Dir schon mal die durchschnittlichen Steuersätze laut Quartalszahlen genannt:

      Google: etwa 19%
      Microsoft: etwa 22-24%
      Apple etwa 26%

      Aber das vergisst Du gerne wieder. Das ist dann gewissermaßen die von Dir bekannte Garstigkeit. Aber vielleicht lässt das Deine Google-Brille nicht zu, Dich daran zu erinnern? ;-)

      • Am 22. Dezember 2015 um 11:17 von C

        Warum?
        Weil die Apfel-Herren meinten, sie seien etwas Besonderes und könnten (Steuer-)Forderungen stellen – was sie aber nicht sind. Es war nur Steuer-Betrug im Sinn. Leider haben die Apfel-Herren auch noch auf der anderen Seite (Irische Regierung) Gehör gefunden. Eine ABFUHR hätten sie bekommen sollen….

        Es gehören immer zwei dazu.

        Die Irische Regierung (verantwortliche Minister) wie auch die verantwortlichen Apfel-Manager gehören angeklagt und hinter Gittern.
        Ebenso die anderen Konzerne. Keiner sei ausgenommen. Ohne vorzeitige Entlassung. Für Irland gilt: 12,5% sind 12,5% – und nicht weniger.

        Im übrigen informiere Dich doch mal sachkundig, bevor Du anderen falsche Informationen unterstellst. Außer vernebeln kommen keine Fakten vor Dir in der Sache. Nur ablenken. Das funktioniert nicht bei mir!

        • Am 22. Dezember 2015 um 17:03 von Aua

          Vernebeln? Scheint eher Dein Thema zu sein. Neben dem bashen. Hast Du denn mal geschaut, wieviel die anderen zahlen? Ausgerechnet einer von denen, die mir als Basher aufgefallen sind, und der nur Unsinn von sich gibt, ausgerechnet der schreibt über vernebeln? Kurios.

          • Am 22. Dezember 2015 um 22:31 von C

            @PeerH

            Ertappt – mein Lieber!

            Link:
            http://www.zdnet.de/88233530/apple-warnt-investoren-vor-erheblicher-steuernachzahlung-an-irland/

            Du hast Kenntnis davon – siehe Kommentar im o. g. Link – dass Apple nur 2% Steuersatz bezahlt hat – uns stellst diese Tatsache, die Ich hier berichte, in Zweifel?

            Es tut mir sehr Leid, aber Deine Glaubwürdigkeit ist schon Negativ. Null wäre geschmeichelt. So aber outest Du Dich als Propaganda-Organ…

          • Am 23. Dezember 2015 um 10:12 von PeerH

            Manchmal frage ich mich wirklich, was Die Quelle Deines Hasses ist. Es ist mehr als das übliche bashen, es scheint tatsächlich eine persönliche Sache zu sein. Traurig.

            Dass ich von den 2% wweiß, steht außer Frage, ich lese viele News zu Apple. Aber dass Du Genie bereits weißt, dass es zur Verurteilung kommt, das scheinst Du bereits zu wissen.

            Dass Cook für ein bekanntes Risiko Vorsorge treffen muss, ist normal. Als CEO ist er dafür verpflichtet. Du scheinst daraus in Deiner Antipathie eine Art Eingeständnis einer Schuld zu erkennen – was eben falsch ist.

            Wenn ich ein Haus baue, dann ist es normal zu fragen, inwieweit ich mich an den Infrastrukturkosten beteiligen muss. Und wenn ich von einer Gemeinde mit niedrigeren Steuern und besserer Infrastruktur gelockt werde, gehe ich da hin. Wenn ich dann noch etwas mehr aushandeln kann, ist das exakt das, was jedes Unternehmen macht – beste Bedingungen fordern.

            Wenn nun, nach fast 40 Jahren jemand meint, ich würde das ‚ausnutzen‘, und man mich anklagt, obwohl ich mit der Gemeinde eine legitime Einigung erzielt habe, dann ist da was falsch – die Anklage sollte der Gemeinde gelten, die die Bewingungen ermöglicht hat, WENN es denn nicht legitim war. Andernfalls steht es mir frei die Gemeinde auf Schadenersatz zu verklagen, weil ich unter falschen Voraussetzungen gelockt wurde, und nun einen Schaden erleide – den ich eine Gemeinde weiter evtl. nicht erlitten hätte.

            Der Fehler lag wenn, dann auf Seiten der irischen Regierung, und das ist das, was ich als komisch ansehe. Die Politik macht Mist, und nun will man ein Unternehmen büßen lassen. Obwohl es für die Politik ein Leichtes gewesen wäre das frühzeitig zu ändern.

            Deswegen ist das eine Farce. Das versuche ich Dir zu erklären, aber Deine Antipathie scheint nix anderes als Hass zu kennen. Deswegen sind Deine Kommentare weniger Kommentare sondern sinnloses Bashing unter ignorieren der Realität.

            Aber wer weiß: vielleicht glaubst Du ja, dass Aktiengesellschaften ihren hauptsächlichen Sinn in altruistischen Aktionen sehen, und diese gerne mehr Steuern zahlen als nötig. Dann solltest Du aber an Deinem Weltverständnis noch etwas feilen, die Realität ist eine andere.

            Deine Verbitterung lässt Dich dann auch in der falschen Spalte auf meinen Komentar antworten. ;-)

          • Am 23. Dezember 2015 um 11:27 von C

            @PeerH

            Firmen zahlen in Irland 12,5% Steuern. Apple 2,00%.
            Da Gesetze für alle gleich gelten, hätte Apple auch die 12,5% zahlen müssen. Haben sie aber nicht, weil sie bei der Irischen Regierung „vorstellig“ geworden sind und eine illegale Dauer-Sonder-Steuer-Regelung gefordert und bekommen haben.

            DAS ist das Verwerfliche, es überhaupt probiert zu haben. Das sie dieses auch noch bekommen haben (Korrupte Politiker) ist eine andere Sache. Manche sind eben „Gleicher“ vor dem Gesetz, oder wie?

            Mit dem „vernebeln“ habe Ich schon den richtigen getroffen.
            Nichts anderes sind Deine Aussagen hier: ablenken, vernebeln, verdunkeln statt zuzugeben, dass diese Aktion Mist ist.

          • Am 23. Dezember 2015 um 12:25 von PeerH

            Eben das ist Stuss: „Haben sie aber nicht, weil sie bei der Irischen Regierung „vorstellig“ geworden sind und eine illegale Dauer-Sonder-Steuer-Regelung gefordert und bekommen haben.“

            Wie die Untersuchung ausgehen wird, weiß noch niemand (außer Dir?). Und offensichtlich weißt Du nicht, wie Wirtschaft funktioniert. Frag mal Nokia (Bochum) und Samsung (Berlin) bezüglich Subventionen – abkassiert und gegangen, trotzdem sie Subventionen kassiert haben.

            Wie auch Deine These, es seien ‚korrupte Politiker‘ im Spiel gewesen, Stuss ist – denn dann hätte man diese angeklagt. Bisher hat das noch niemand behauptet, aber Du bist wieder schlauer.

            Du willst in Deiner wirren Welt bleiben, alles klar.

          • Am 23. Dezember 2015 um 12:53 von C

            Wer hat denn Apple veranlasst, bei der Irischen Regierung vorstellig zu werden und Sonder-Steuer-Konditionen zu fordern?

            Das hat doch Apple selbst aus eigenem Antrieb getan – oder haben die Irischen Regierungsvertreter bei Apple gebettelt, weniger Steuer-Einnahmen von Apple fordern zu dürfen?

            Dein Weltbild und Deine Wahrnehmung der Tatsachen ist verzerrt mein Lieber, und zwar ganz gewaltig! Du bringst hier Ursache und Wirkung bewusst durcheinander. Apple hat agiert, die Irische Regierung (falsch) reagiert. Das steht doch inzwischen fest.

      • Am 22. Dezember 2015 um 12:22 von Schlaumeier

        In dem Bericht geht um Apple. Und PeerH fällt dazu nur ein gleich wieder erst mal Google-Bashing und MS-Beashing zu betreiben. Immer erst mal von den Apple-verbrecher ablenken. PeerH und Mac-Harry sind glaube ich die einzigen hier im Forum die auch gerne mehr Steuern zahlen damit die Betrügerfirma Apple weiterhin kaum Steuer zahlen muss.

    • Am 22. Dezember 2015 um 8:38 von Jörg

      Ja, du hast recht. Apple hat sich Steuervorteile in Irland gesichert. Das ist aber kein Betrug, da die irische Finanzverwaltung dem zugestimmt hat. Das Ermittlungverfahren der EU-Kommission hat auch nicht die Steuergesetze Irlands im Visier. Vielmehr geht es um die Frage, ob Irland mit solchen Sonderkonditionen verbotene Subventionierung betreibt und dadurch Apple und allen anderen, z.B. DELL, die ähnliche Verträge besitzen, einen Marktvorteil verschafft. Überbrigends: Man muss nicht immer zu unseren europäischen Nachbarn schielen, wenn es um Steuervermeidung geht. Deutsche Autovermieter lassen ihre KFZ gerne dort zu, wo ihnen Rabatte bei KFZ-Steuer gewährt wird. Deshalb sind bestimmte Kennzeichen besonders häufig an Miet-KFZ zu sehen. Das sind leider die Schattenseiten des Förderalismus und nur die Politik kann hier für faire Bedingungen sorgen. Da zu aller erst aber immer regional/national gedacht und gehandelt wird, scheint eine echte Lösung der Steuerungleichbehandelung für kaum wahrscheinlich.

      • Am 22. Dezember 2015 um 11:10 von C

        Es ist Steuerbetrug gegenüber dem Irischen Steuerzahler und den Irischen Firmen, die korrekt veranlagen.

        • Am 22. Dezember 2015 um 17:00 von Unsinn

          Das ist Unsinn. Denn die irischen Steuerzahler profitieren seit fast vier Jahrzehnten davon, dass Apple sowohl Steuern zahlt, als auch Jobs in einer strukturarmen Region sichert. Andernfalls hätte der irische Staat diese Aufgabe übernehmen müssen – mit Steuergeldern.

          Wenn, dann wurde durch das Vorgehen der irischen Regierung (Niedrigsteuern) die EU geschädigt. Aber dann muss man auch fragen, wie das in Franken (strukturarme Region in Bayern) mit Subventionen aussieht, oder in den neuen Bundesländern.

          Dieses einseitige Apple-bashen ist einfach nur dumm.

          • Am 22. Dezember 2015 um 22:21 von C

            Nein, Irland hat bereits mit 12,5% Firmen-Besteuerung schon eine niedrige Steuer-Rate.
            Apple hatte bewusst Irland ausgesucht.
            Es bedurfte nicht der Dauer-Sonder-Steuer-Regelung, um 2% Steuersatz zu ergaunern. Einmalige Fördermaßnahmen sind da außen vor.
            Das ist die bittere Wahrheit, die Apfel-Freunde nicht wahrhaben wollen. Erst die User abzocken, dann noch die einzelnen Staaten…

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