Facebook lässt Fotosynchronisierung auslaufen

Stattdessen setzt es auf die eigenständige Foto-App Moments. Ähnlich entschlossen zeigte es sich zuletzt 2014 bei der Ausgliederung seines Messenger. Das im Juni in den USA eingeführte Moments ist inzwischen auch in Europa verfügbar - trotz integrierter Gesichtserkennung.

Facebook informiert seine Nutzer, dass es die Fotosynchronisierung zwischen einem Mobilgerät und einem Facebook-Album in Kürze einstellen wird, wie TechCrunch berichtet. Ein Pop-up in der App, im News Feed sowie im Album mit den synchronisierten Handybildern empfiehlt stattdessen die Nutzung der eigenständigen Foto-App Moments.

App Moments (Bild: Facebook)Auch Fotosynchronisierung (oder im englischen Sprachraum „Photo-syncing“) war eine App, die Facebook vor Jahren eingeführt hatte, um Nutzern ein einfaches Online-Backup ihrer Bilder und zugleich simples Sharing zu ermöglichen. Sie sorgte im Hintergrund dafür, dass mit dem Mobilgerät gemachte Bilder in ein Online-Album bei Facebook flossen. Dort ließen sie sich bearbeiten, teilen oder auch löschen.

Den Umzug erleichtert Facebook, indem es in Moments automatisch die mit einem Facebook-Konto geposteten Bilder bereitstellt. Wer diese App nicht nutzen möchte, kann seine synchronisierte Sammlung als ZIP-Archiv herunterladen.

Damit scheint sich zu wiederholen, was Facebook mit dem eigenständigen Messenger praktizierte. Als es die Chancen der App sah, strich es die Messenger-Funktion aus seiner Universal-App. Nach anfänglichen Protesten schickte sich das separate Programm an, dauerhaft die Spitzenplätze in den Downloadcharts für Android und iOS zu besetzen.

Auf das erst Mitte Juni eingeführte Moments setzt das Social Network offenbar ähnlich große Hoffnungen. Zugleich will es möglicherweise Google Fotos angreifen, das unter Android wie iOS zu den beliebtesten Foto-Anwendungen zählt, nicht zuletzt danke der vergangene Woche eingeführten „geteilten Alben„.

Insgesamt scheint Facebook bei Apps eine Alles-oder-nichts-Strategie zu verfolgen. Erst kürzlich stellte es wieder einmal drei Apps ein, nämlich den Foto-Messenger Slingshot, den ohne Anmeldung nutzbaren Gruppenchat Rooms und die Kurzvideo-App Riff. Sie waren im Rahmen der internen Initiative Creative Labs entstanden, deren Website ebenfalls verschwand.

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Nutzer, die ihre Smartphonebilder mit einem Facebook-Album synchronisieren wollen, können nun auf Drittanbieter-Apps ausweichen, falls ihnen Moments aus irgendeinem Grund nicht zusagt. Eine Veröffentlichung auf Facebook ist bei Moments übrigens keine Notwendigkeit: Die App gruppiert die Bilder automatisch nach Datum und erkannten Gesichtern. Anschließend lassen sie sich aus der App heraus an Freunde verschicken oder auch in einem gemeinsamen – aber privaten – Album sammeln. Allerdings müssen alle Beteiligten bei Facebook registriert sein.

Moments war wegen der integrierten Gesichtserkennungstechnik zunächst nicht in Europa angeboten worden, wo Facebook seit 2012 auf den Einsatz solcher Technik verzichtet. Inzwischen ist es auch hierzulande für Android und für iOS verfügbar – ohne Verzicht auf die Gesichtserkennung.

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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