Android-Statistik: Lollipop legt deutlich zu

Es verdoppelt Anfang Dezember sein Wachstum nahezu auf 3,9 Punkte und kommt nun auf 29,5 Prozent. Damit liegt Lollipop nun vor Android Jelly Bean, aber weiter hinter Android KitKat. Die Version 6.0 Marshmallow verbessert sich nur leicht auf 0,5 Prozent.

Google hat seine Statistik für die Verteilung der Android-Versionen aktualisiert. In der Woche bis zum 7. Dezember lief Android 5.x Lollipop demnach auf 29,5 Prozent aller Geräte, die auf den Play Store zugriffen. Das entspricht einem Plus von 3,9 Punkten gegenüber November. In den Vormonaten hatte sich Lollipop lediglich um 2,1 beziehungsweise 2,4 Punkte verbessert.

Zudem überholte das inzwischen mehr als ein Jahr alte Lollipop die Versionen 4.1x bis 4.3 Jelly Bean, deren gemeinsamer Anteil von 29 auf 26,9 Prozent schrumpfte. Der bisherige Spitzenreiter Android 4.4 KitKat führt die Statistik mehr als zwei Jahre nach seiner Einführung unangefochten mit 36,6 Prozent an (minus 1,2 Punkte).

Android 6.0 Marshmallow steigert seinen Anteil auf 0,5 Prozent (Bild: Google).Die neueste Android Version – 6.0 Marshmallow – verbesserte sich um 0,2 Punkte auf 0,5 Prozent. Anfang November war sie erstmals in der Google-Statistik mit einem Anteil von 0,3 Prozent aufgetaucht, und zwar schon einen Monat nach ihrer Veröffentlichung. Der Vorgänger Lollipop hatte dafür mehr als zwei Monate gebraucht. Damit verbreitet sich Marshmallow weiterhin schneller als Lollipop. Android 5.0 brachte es im dritten Monat nach seiner Veröffentlichung allerdings schon auf 1,6 Prozent – dafür müsste Marshmallow seinen Anteil bis Anfang Januar mehr als verdreifachen.

Die inzwischen schon fast vier Jahre alten Versionen 4.0.3 und 4.0.4 Ice Cream Sandwich gaben zuletzt 0,4 Punkte ab und tauchen in der Statistik noch mit einem Anteil von 2,9 Prozent auf. Denselben Rückgang verbuchte auch Android 2.3.3 bis 2.3.7 Gingerbread, das nun auf 3,4 Prozent aller Android-Geräte läuft. Android 2.2 Froyo führt Google unverändert mit einem Anteil von 0,2 Prozent.

Auch in der Zukunft wird Android wahrscheinlich eine stark fragmentierte Plattform bleiben. Dazu tragen unter anderem Hersteller wie Samsung bei, die selbst neu vorgestellte Geräte ab Werk nicht mit der neuesten verfügbaren Android-Version ausstatten. Ein Beispiel dafür sind die Neuauflagen der Metall-Smartphones Galaxy A5 und A3, die erst Mitte Januar 2016 in den Handel kommen, aber mit Android 5.1 und nicht mit Android 6.0 Marshmallow.

Apples jüngstes Mobilbetriebssystem iOS 9 läuft rund zwei Monate nach Erscheinen schon auf 70 Prozent aller iDevices. Das belegt Apples jüngste Statistik, die alle iPhones, iPads und iPods Touch berücksichtigt, die am 30. November mindestens einmal auf den App Store zugegriffen haben. iOS 8 hält demnach noch einen Anteil von 22 Prozent, frühere Versionen kommen auf 8 Prozent.

Allerdings ist ein direkter Vergleich zwischen Android und iOS nicht ganz fair. Denn im Fall von iOS kontrolliert Apple sowohl die Hardware als auch die Software und damit den gesamten Update-Prozess von Anfang bis Ende. Bei Android stellt Google hingegen nur die Updates für sein Betriebssystem bereit. Gerätehersteller und Mobilfunkanbieter müssen jede neue Version zunächst testen und für ihre Geräte zulassen, außerdem haben sie alle ihre eigenen Zeitpläne und Fristen. Darüber hinaus hat Apple lediglich mehrere Generationen zweier ähnlicher iOS-Produkte im Angebot – das iPhone und das iPad (drei, wenn man den iPod Touch noch dazuzählen will). Der Android-Markt umfasst dagegen unzählige Smartphones und Tablets von vielen verschiedenen Herstellern.

Die relativ geringe Verbreitung der jeweils aktuellsten Android-Version bedeutet zugleich, dass viele Geräte anfällig für Malware und Datendiebstahl sind, da Updates für Googles Mobilbetriebssystem natürlich auch sicherheitsrelevante Patches umfassen, die für ältere Versionen nicht separat erhältlich sind. Ein Beispiel dafür ist ein Fehler in der Browserkomponente WebView unter Android 4.3 und früher, den Google nicht beheben wird. Immerhin versorgt es aber andere Komponenten, die nicht so eng mit dem Betriebssystem verzahnt sind, über Google Play Dienste mit Sicherheitsupdates.

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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