Dropbox stellt die Apps Mailbox und Carousel ein

Komponenten sollen andernorts wieder auftauchen: einige Funktionen aus Mailbox in der Dokumentenmanagement-App Paper und Features aus Carousel in der Standard-Dropbox-App. Das Unternehmen konzentriert sich stattdessen auf Kollaboration für Unternehmenskunden.

Dropbox hat angekündigt, seine Produkte Carousel und Mailbox einzustellen. Stattdessen will es sich offenbar wieder stärker auf Unternehmensdienstleistungen konzentrieren. Carousel war eine Foto-Sharing-App, Mailbox hingegen versprach eine zeitgemäße Alternative zum Standard-Posteingang.

Dropbox-Logo (Bild: Dropbox)In einem Blogbeitrag entschuldigten sich die Dropbox-Gründer Drew Houston (heute CEO) und Arash Ferdowsi (CTO) für den Sinneswandel. Dropbox habe „die Konzentration unseres Teams auf Kollaboration und vereinfachte Zusammenarbeit erhöht.“ Komponenten beider eingestellten Produkte sollen andernorts weiterbestehen: einige Funktionen aus Mailbox in der Dokumentenmanagement-App Paper und Features aus Carousel in der Standard-Dropbox-App.

Die Gründer schreiben rückblickend: „Mit beiden haben wir versucht, die Einfachheit von Dropbox auch auf andere Aspekte im Leben unserer Anwender auszuweiten.“ Mailbox war 2013 übernommen worden, als sich Dropbox bemühte, sein Angebot an Mobil-Apps auszuweiten. 2014 überraschte es dann mit der Veröffentlichung von Carousel, einer Heimanwender-App. Vergleichbares Foto-Sharing gab es auch zu diesem Zeitpunkt schon von Google, Yahoos Flickr und natürlich Facebooks Instagram.

Mailbox wird nun am 26. Februar schließen. Carousel ist Dropbox‘ Ankündigung zufolge noch bis 31. Mai 2016 nutzbar.

Im Vorfeld von Dropbox‘ geplantem Börsengang wird spekuliert, dass es mit der Konzentration auf Firmenkunden Anleger beruhigen möchte. Im November hatte CEO Houston eine Zahl von aktuell 150.000 Unternehmenskunden genannt. In den letzten 10 Monaten allein seien 50.000 hinzugekommen, mehr als ein ungenannter Konkurrent – offensichtlich Box – überhaupt vorzuweisen habe.

Ergänzend erklärte der fürs Produkt zuständige Vizepräsident Todd Jackson, bisher habe es 2,6 Milliarden Verbindungen zu Dropbox‘ Plattform gegeben. Durchschnittlich würden jede Stunde 100.000 Ordner und Links geteilt. Die zunächst nur auf Einladung für Business-Abonnenten verfügbare App Paper nannte Jackson hingegen „eine völlig neue Art der Zusammenarbeit, aber mit Rückgriff auf bestehende Werkzeuge“.

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Den bisher verfügbaren Informationen nach ist Paper eine Antwort auf Konkurrenzangebote wie Box Notes, Google Docs sowie Evernote und greift auch Aspekte der Kommunikations-App Slack auf. Der Slogan „Ideen sammeln und gemeinsam ausarbeiten“ erinnert auch an Microsoft OneNote. Zu Facebooks gleichnamiger Newsreader-App Paper besteht hingegen kein Zusammenhang. Die App soll im Verlauf des nächsten Jahres allen Dropbox-Nutzern zur Verfügung stehen.

Mit Dropbox Enterprise hatte Dropbox zudem Anfang November ein erweitertes Angebot für große Unternehmen eingeführt. Houston nannte es „unsere mächtigste Werkzeugsammlung aller Zeiten für unsere größten Kunden“. Die Tools dienen der Einführung und Skalierung von Dropbox, liefern Unternehmenskunden aber auch zusätzliche Kontrollmöglichkeiten und auf sie zugeschnittene Support-Optionen.

[mit Material von Rachel King, ZDNet.com]

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