Fire-Tablet in China: Amazon kooperiert mit Baidu

Das Basismodell mit 7 Zoll kostet 499 Renminbi oder umgerechnet 72 Euro. Baidu stellt darauf Suche, Apps und sein Online-Videoportal zur Verfügung. Amazons Fire OS verzichtet auf Google Play, Youtube und Chrome und kommt stattdessen mit dem hauseigenen Browser Silk.

Amazon teilt mit, dass seine Tablets der Reihe Fire in China erhältlich sind. Das Basismodell mit 7-Zoll-Bildschirm, das nur Fire heißt, kostet 499 Renminbi oder umgerechnet 72 Euro. Für Suche, Apps und Integration von Online-Video kooperiert Amazon mit dem lokalen Anbieter Baidu.

Chinesische Version des Amazon Fire Tablet (Bild: Amazon)Somit erweist sich das Fehlen von Google-Apps und von dessen Diensten wie Youtube unter Fire OS als großer Vorteil für Amazon, was die Expansion nach China angeht. Fire OS basiert zwar auf Android, ist aber ein Fork ohne den Browser Chrome oder auch den App-Store Google Play. Stattdessen nutzt Amazon eine eigene Oberfläche und spielt einen eigenen Browser namens Silk auf.

Das Einsteigertablet wird im US-Weihnachtsgeschäft gerade für 50 Dollar verkauft. In Deutschland zahlen Endanwender aktuell 74,99 Euro für das 7-Zoll-Fire in der Version „ohne Spezialangebote“, also ohne Werbung. Hierzulande reicht Amazons Angebot bis zum High-End-Modell Fire HDX 8.9, das in der günstigsten Konfiguration mit 16 GByte nur „mit Spezialangeboten“ erhältlich ist und dann 379,99 Euro kostet. Werbefrei, mit 64 GByte und LTE-Modul zahlt man 594,99 Euro.

Amazon nutzt die zu niedrigen Preisen angebotene Hardware offensichtlich, um User zu binden und Umsatz mit digitalen Medienverkäufen zu generieren. Es hat das Fire-Tablet als Modell mit Rekordabsatz gefeiert, nennt aber keine Zahlen, die einen Vergleich mit Produkten anderer Hersteller ermöglichen würden.

Googles Android ist zwar das beliebteste Mobilbetriebssystem, Server oder einen Play Store unterhält Google in China allerdings nicht – weshalb ihm große Teile der durch Android möglichen Umsätze entgehen. Kein Wunder, dass der Konzern eine Rückkehr in das Land erwägt, aus dem er sich 2010 wegen Überwachung und Spionage zurückgezogen hatte. Chairman Eric Schmidt sagte im November 2015: „Wir würden sehr gerne China dienen“, und „wir sprechen weiter mit der Regierung.“

Schmidt war in der Vergangenheit als Kritiker von Zensursystemen im Allgemeinen und der chinesischen Großen Firewall im Besonderen aufgefallen. Er hatte sogar vorausgesagt, dass neue Technik dieses System zu Fall bringen werde. Bisher ist dies nicht eingetreten: Chinas Internetwirtschaft wächst trotz Zensur. Im Land gibt es 668 Millionen Online-Nutzer, und es ist aktuell auch der weltgrößte Markt für Mobiltelefone.

Eine Partnerschaft mit Baidu ist vor Amazon schon Microsoft eingegangen: Baidu.com ist die voreingestellte Startseite in Microsoft Edge. Der chinesische Anbieter wird auch zur Standardsuchmaschine des neuen Microsoft-Browsers. Zum Zeitpunkt dieser Bekanntgabe, nämlich im September, lief Windows 10 bereits auf mehr als 10 Millionen Geräten in China.

[mit Material von Kevin Tofel, ZDNet.com]

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