Google verspricht bis zu 70 Prozent Datenersparnis mit Chrome für Android

Die erweiterte Datenkomprimierung soll den mobilen Internetzugang schneller und günstiger machen. Erkennt der Browser eine langsame Datenverbindung, zeigt er beim Aufruf einer Website keine Bilder an. Ist die Seite vollständig geladen, kann der Nutzer aber auswählen, ob im Nachhinein alle oder nur ausgewählte Bilder dargestellt werden.

Google hat die Datenkomprimierungsfunktion seines Chrome-Browsers für Android erweitert. Indem bei einer langsamen Internetverbindung die meisten Bilder beim Aufruf einer Website nicht geladen werden, sollen sich jetzt bis zu 70 Prozent der anfallenden Daten einsparen lassen, wie Produktmanager Tal Oppenheimer in einem Blogbeitrag schreibt.

Nachdem die Website vollständig geladen wurde, können Anwender auswählen, ob nachträglich alle oder nur ausgewählte Bilder angezeigt werden. Dazu genügt es, den eingeblendeten Hinweis „Bilder laden“ beziehungsweise die entsprechenden Platzhalter anzutippen.

Bei einer langsamen Datenverbindung verzichtet Chrome für Android auf Wunsch auf das Laden von Bildern, um so bis zu 70 Prozent Daten zu sparen (Bild: Google).

Zur Einführung der Datenkompression in seinen Mobilbrowsern für Android und iOS im Januar 2014 hatte Google Einsparungen von bis zu 50 Prozent versprochen. Um das Feature zu aktivieren, öffnen Chrome-Nutzer die Einstellungen und legen unter dem Menüpunkt „Erweitert“ den Schalter bei der Option „Datenkomprimierung“ um. Danach leitet der Chrome-Browser HTTP- und DNS-Anfragen über einen Proxy-Server. HTTPS-Verbindungen sowie Inkognito-Tabs sind ausgenommen. Zur Reduzierung des Datenverbrauchs werden – ähnlich wie bei Opera Turbo beziehungsweise Opera Max – die in den angefragten Webseiten enthaltenen Bilder sowie HTML-, JavaScript- und CSS-Inhalte vorab auf Googles Servern komprimiert.

JPG- oder PNG-Dateien konvertiert Google beispielsweise in sein Bildformat WebP, das ihm zufolge weniger Datenverkehr verursacht. Die komprimierten Webseiten werden dann über eine SSL-Verbindung an den Anwender geschickt. Mit der Kompressionsfunktion aktiviert sich gleichzeitig auch Googles Safe-Browsing-Technologie, die Chrome-Nutzer beim Surfen vor potenziellen Phishing- oder Malware-Webseiten warnt.

Zunächst macht Google die erweiterte Datenkomprimierung in Indien und Indonesien verfügbar. Dort ist die Mobilfunkinfrastruktur teilweise veraltet, sodass viele Nutzer nur über eine 2G-Verbindung online gehen können. Hier soll die Datenkompression den Internetzugang schneller und auch günstiger machen.

Oppenheimer zufolge wird die verbesserte Datenkompression in den kommenden Monaten auch in anderen Ländern starten. Ob und wann das erweiterte Feature Einzug in Chrome für iOS halten wird, erwähnt er in seinem Blogbeitrag nicht.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
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