Europol schließt 999 Websites wegen Vertriebs von Fälschungen

Weltweit sorgte die Aktion zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts sogar für über 37.000 Website-Schließungen. Erstmals waren auch China, Hongkong und Japan beteiligt - nicht aber deutsche Behörden. Hinweise kamen von Firmen aus den Branchen Luxusgüter, Sportbekleidung, Ersatzteile, Elektronik, Arzneimittel und Kosmetika.

Polizeibehörden weltweit haben zum Auftakt der Weihnachts-Shopping-Saison 999 Sites schließen lassen, die angeblich Fälschungen vertrieben. 19 europäische Staaten waren beteiligt; Europol oblag auch die Koordination. Dazu kamen via Interpol erstmals Behörden in Argentinien, Chile, China, Hongkong, Japan, Panama, Peru, Südkorea und Thailand.

(Bild: Europol)Der Name der Operation lautete IOS VI, wie es in einer Mitteilung von Europol heißt. IOS steht dabei für „In Our Sites“, VI ist die laufende Nummer sechs. IOS I war im November 2012 durchgeführt worden.

Insgesamt wurden laut dem ebenfalls federführend beteiligten US-Zoll durch IOS-Operationen weltweit 37.749 Websites geschlossen, darunter auch solche, die betrügerische Domainnamen nutzten oder für Raubkopien warben.

Über die Vorgehensweise schreibt Europol: „Die Kooperation mit der Industrie bleibt wichtig, um gegen Urheberrechte verstoßende Websites zu überwachen und den betroffenen Ländern via Europol zu melden und somit das Internet letztlich zu einem sichereren Ort für Verbraucher zu machen.“ Zu den mitwirkenden Rechteinhabern hätten Firmen aus den Branchen Luxusgüter, Sportbekleidung, Ersatzteile, Elektronik, Arzneimittel und Kosmetika gehört.

Deutschland, Österreich und Schweiz zählten nicht zu den beteiligten 19 Ländern, wohl aber Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Der Direktor des für Urheberrechtsverstöße in den USA zuständigen IPR Center, Bruce Foucart, erklärte: „Diese Aktion belegt, dass inzwischen weltweit aggressiv gegen Online-Piraterie vorgegangen wird.“ Das zum Heimatschutz gehörende IPR Center bemühe sich, Verbraucher vor dem Kauf von Fälschungen zu schützen. Sonst könnten ihre Kontodaten in die falschen Hände geraten, und falsche Produkte seien schließlich auch „eine Bedrohung für Sicherheit und Gesundheit“.

Die Aktion erfolgte gezielt am Wochenende um die Schnäppchentage Black Friday und Cyber Monday, die zwar aus den USA stammen, an denen Shops inzwischen aber auch etwa in Deutschland mit Rabatten um Einkäufer buhlen. In den USA sind diese Tage typischerweise die umsatzstärksten im ganzen Weihnachtsgeschäft und werden entsprechend unter die Lupe genommen.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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