Youtube-Überwachung: Google widerspricht israelischem Außenministerium

Die Regierung sieht Gewaltaufrufe in sozialen Medien als Problem. An einem Treffen dazu nahmen vergangene Woche der stellvertretende israelische Außenminister und Youtube-Chefin Susan Wojcicki teil. Jetzt korrigiert die Behörde ihre Erklärung, lobt aber nach wie vor "das gute Verhältnis zu Google".

Google hat einer Darstellung des israelischen Außenministeriums widersprochen, man habe gemeinsam eine Überwachung von Videos auf Youtube beschlossen. Das fragliche Treffen mit dem stellvertretenden Außenminister des Landes, Tzipi Hotovely, sei vielmehr ein Routine-Meeting gewesen.

YouTube-Logo (Bild: YouTube)Die Behörde hatte öffentlich erklärt, Google helfe dabei, vor allem Inhalte von der Plattform fernzuhalten, die zu Angriffen auf Israel auffordern. Dazu habe Youtube einen speziellen Mechanismus eingeführt. Inzwischen hat sie diese Erklärung als „Irrtum“ korrigiert.

An dem Treffen waren auf Googles Seite immerhin mit Juniper Downs eine leitende Mitarbeiterin der Rechtsabteilung und Youtube-CEO Susan Wojcicki beteiligt. Dem Konzern zufolge war es aber „nur eines von vielen, die wir mit Politikern diverser Länder abhalten, um unsere Richtlinien zu kontroversen Inhalten, Hinweisen darauf und ihrer Entfernung zu erläutern.“

Die Behörde räumte zwar eine Fehldarstellung ein, Ministeriumssprecher Emmanuel Nahshon betonte aber gegenüber der Agentur AAP, man sei „extrem dankbar für das gute Verhältnis zu Google“. Beide hätten das „gemeinsame Ziel, gefährliche Gewaltaufrufe aus Social Media zu entfernen.“ Und: „Wir haben volles Vertrauen in das für solche Löschungen zuständige Google-Team.“

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Trust Gap Survey: Status der Vertrauenslücke 2015

Der umfassende Einsatz von Mobilgeräten für berufliche Zwecke hat bei Mitarbeitern zu einem grundlegenden Wandel der Bewertung des Datenschutzes für ihre privaten Daten auf Mobilgeräten geführt. Vor 10 Jahren stellten Arbeitgeber den Arbeitnehmern Computer und Software zur Verfügung. Die meisten Mitarbeiter gingen daher davon aus, dass die Daten und Aktivitäten auf diesen Computern vom Arbeitgeber überwacht werden.

Allein in den letzten zwei Monaten fielen 100 Palästinenser und 17 Israelis Gewalttaten zum Opfer. Die israelische Regierung hält Online-Aufrufe für einen wesentlichen Faktor.

Für Google ist Israel ein besonders wichtiger Standort, hat es doch 2013 das dort ansässige Fahrdienst-Start-up Waze für eine Milliarde Dollar übernommen. Im Juli 2015 stellten beide gemeinsam einen Vermittlungsdienst für Pendler namens RideWith vor, der Menschen zusammenbringen soll, die einen ähnlichen Arbeitsweg haben. Zuerst wurde er für Tel Aviv angeboten.

Zudem versorgt Waze im Rahmen eines Projekts namens „Connected Citizens“ (Vernetzte Bürger) die israelische Regierung mit anonymisierten Verkehrsdaten. Dabei handelt es sich um einen Echtzeit-Stream. Eine solche Zusammenarbeit gibt es aber auch mit lokalen Behörden in Boston, Florida, Los Angeles, New York, San Jose und Utah (alle USA), Barcelona (Spanien), Jakarta (Indonesien) und Rio de Janeriro (Brasilien).

[mit Material von Corinne Reichert, ZDNet.com]

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Themenseiten: Google, Politik, Soziale Netze, YouTube, Überwachung

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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