„Labs Network Industrie 4.0“ für vernetzte Testumgebungen gegründet

Das firmenneutrale Netzwerk soll die erforderliche Struktur von Praxistests initiieren und Industrie 4.0 in mittelständischen Firmen fördern. Es sieht sich als "Allianz aus Unternehmen, Verbänden, Politik und Forschung". Zu den Gründungsmitgliedern zählen Siemens, SAP, Hewlett Packard Enterprise, Giesecke & Devrient sowie Deutsche Telekom.

Um Industrie-4.0-Testumgebungen zu vernetzen, haben Siemens, SAP, HPE, Giesecke & Devrient, Deutsche Telekom und Festo zusammen mit den Verbänden Bitkom, VDMA und ZVEI das Labs Network Industrie 4.0 gegründet. Der Trägerverein soll die erforderliche Struktur von Praxistests initiieren und dadurch den Einsatz von Industrie-4.0-Technologien durch mittelständische Firmen in Deutschland fördern.

Industrie 4.0 (Bild:Shutterstock)

Das firmenneutrale Netzwerk als „Allianz aus Unternehmen, Verbänden, Politik und Forschung“ soll die Plattform Industrie 4.0 ergänzen. Weitere Mitgliedsunternehmen werden den Gründungsmitgliedern gleichgestellt sein. Der Verein hat seinen Sitz in Berlin und wird noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen.

Die dezentrale Struktur der Testumgebungen soll auch kleineren und mittleren Unternehmen erlauben, Industrie 4.0 und Digitalisierungslösungen zu erproben. Labs Network Industrie 4.0 e. V. will außerdem zu den verfügbaren Testumgebungen und ihren Anwendungsbereichen beraten und helfen, Testszenarien zu spezifizieren.

Der Begriff Industrie 4.0 beschreibt ITK-Lösungen für die intelligente Vernetzung von Produktentwicklung, Produktion, Logistik und Kunden. Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland dafür insgesamt rund 10,6 Milliarden Euro ausgegeben werden, besagte eine Prognose der Experton Group. Eine Studie des Hightech-Verbands Bitkom ergab, dass Industrie 4.0 in sechs volkswirtschaftlich wichtigen Branchen in Deutschland bis 2025 im Durchschnitt für 1,7 Prozent an zusätzlicher Bruttowertschöpfung pro Jahr sorgen kann. Besonders stark werden demnach der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik und die Chemieindustrie profitieren.

Der Cyber Security Report 2015 der Deutschen Telekom macht allerdings darauf aufmerksam, dass Sicherheitsbedenken Industrie 4.0 bremsen. Daraus geht unter anderem hervor, dass Bedenken bei der IT-Sicherheit für 90 Prozent der Entscheider aus Politik und Wirtschaft der aktuell wichtigste Hinderungsgrund für eine flächendeckende Verbreitung von Industrie 4.0 darstellen. 84 Prozent der Führungskräfte fürchten, dass mit der zunehmenden intelligenten Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produktionsprozessen auch das Risiko für Angriffe wächst. Als weitere notwendige Voraussetzung für einen möglichen Erfolg von Industrie 4.0 sehen 80 Prozent der Entscheider ein schnelles, breitbandiges Internet an. Etwa ebenso viele Manager kritisieren das Fehlen verbindlicher Standards.

Bedarfsorientierte und flexible physische Vernetzung der Testumgebungen durch das Labs Network Industrie 4.0 soll den realen Anforderungen bei der Überwindung herkömmlicher Unternehmens- und Technologiegrenzen entsprechen und die Erprobungsfelder erweitern. Eine Kooperation der SmartFactoryKL in Kaiserslautern mit dem Smart Data Innovation Lab in Karlsruhe soll als erstes Projekt die Synergien zwischen Testfeldern nutzen und einen innovativen Ansatz zur vorausschauenden Wartung von Produktionsanlagen erproben. Labs Network Industrie 4.0 will die Aktivitäten dokumentieren und besonders auf Beiträge zur Standardisierung achten, um sie in den zuständigen Normungsorganisationen einzubringen.

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