USA: T-Mobile rechnet Videos nicht auf Datenvolumen an

Das Programm "Binge On" geht mit 24 Videodiensten an den Start, deren Streaming nicht mehr auf das mobile Datenvolumen angerechnet wird. Dabei sind unter anderem Netflix, Hulu, HBO sowie ESPN, und weitere sollen bald folgen. Mit preisaggressiven Angeboten wirbt T-Mobile USA den Marktführern AT&T und Verizon kontinuierlich Kunden ab.

T-Mobile USA hat mit „Binge On“ ein Programm für Videostreaming ohne Anrechnung auf das mobile Datenvolumen eingeführt. Zum Start gilt das für 24 Videodienste, darunter Netflix, Vudu, HBO Go und das Sport-Network ESPN. Weitere Anbieter sollen folgen, und jeder Videodienst kann teilnehmen, wen er die technischen Anforderungen erfüllt.

T-Mobile-CEO John Legere (Bild: T-Mobile USA)T-Mobile-CEO John Legere (Bild: T-Mobile USA)

Der Netzbetreiber hat das Videostreaming auf 480p und geringe Bandbreite bei kleinen Displays optimiert. Ein ähnliches Programm hatte der „Un-Carrier“, wie er sich selbst bezeichnet, bereits für Musikstreaming eingeführt, das ebenfalls nicht mehr auf das Datenvolumen der Kunden angerechnet wird. Die Ausweitung auf Videos erscheint überraschend, da diese zunehmend mehr Bandbreite in den Mobilfunknetzen beanspruchen. Wie T-Mobile selbst berichtet, nahm der Videokonsum auf Mobiltelefonen und Tablets seit 2013 um das 2,4-fache zu.

Binge On bezieht sich auf Binge-Watching, was den Konsum großer Mengen von Fernsehsendungen nacheinander meint, vor allem aller Episoden einer TV-Serie in einem Durchgang. So definiert es das britische Collins Dictionary, das es kürzlich zum Wort des Jahres erklärte.

„Nur T-Mobile konnte einen Weg finden, damit Verbraucher unbegrenzt HBO, Hulu, Netflix, Sling TV und mehr sehen können … ohne dass es ihr LTE-Volumen schmälert“, sagte John Legere, der für seine vorlauten Äußerungen bekannte CEO des Mobilfunkanbieters. „Das Duopol hingegen quetscht die Verbraucher aus mit hohen Tarifen und dann noch zusätzlich anfallenden Gebühren.“

Mit Duopol meinte Legere AT&T sowie Verizon Wireless, die beiden mit Abstand führenden Mobilfunkanbieter in den USA. T-Mobile USA liegt in der Kundenzahl weit hinter ihnen zurück und kann auch nicht auf eine vergleichbare Netzabdeckung verweisen, wirbt den beiden Riesen aber seit zehn Quartalen kontinuierlich Kunden ab. Neben preisaggressiven Angeboten tragen dazu vermutlich auch die unterhaltsamen Auftritte Legeres bei, der keine Gelegenheit auslässt, den etablierten Mitbewerb zu verspotten.

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Zusammen mit Binge On kündigte er weitere kundenfreundliche Änderungen an, darunter die Verdoppelung der bisherigen Datenvolumen bei gleichbleibenden Preisen. Die als „Simple Choice“ angebotenen Tarife boten bislang ein monatliches Datenvolumen von 1, 3 oder 5 GByte. Das Angebot „Family Match“ sieht außerdem vor, dass eine Familie das gebuchte Datenvolumen nicht mehr aufteilen muss. Standen etwa zuvor 10 GByte monatlich insgesamt zur Verfügung, stehen jetzt jeder Person im Haushalt volle 10 GByte zu..

Hierzulande gibt es von T-Mobile lediglich das Spotify-Abonnement ohne eine zusätzliche Belastung des Datenvolumens. Der Netzbetreiber bietet dabei für monatlich 9,95 Euro Spotify als „Music-Flat“ an, die zu den meisten Tarifen der Telekom zubuchbar ist.

[mit Material von Kevin Tofel, ZDNet.com]

Themenseiten: LTE, Mobile, Streaming, T-Mobile USA, Video

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