Firmware-Update macht Microsofts Spielkonsole Xbox One abwärtskompatibel

Die Verteilung soll am 12. November starten. Dann lassen sich zunächst 104 Xbox-360-Spiele emuliert auf der Xbox One nutzen. Die Liste der unterstützten Titel soll ab Dezember monatlich ergänzt werden. Das Update bringt mit dem Umstieg auf den Windows-10-Kernel auch umfassende Änderungen an der Benutzeroberfläche.

Microsoft wird am Donnerstag, den 12. November, mit der Verteilung eines großen Firmware-Updates für seine Xbox One beginnen. Es bringt eine runderneuerte Oberfläche und macht die Spielkonsole abwärtskompatibel, sodass sich auch Xbox-360-Titel darauf spielen lassen.

Die neue Systemsoftware, die Microsoft als „New Xbox One Experience“ bezeichnet, basiert auf dem Kernel von Windows 10. Sie nimmt umfangreiche Änderungen an der Benutzeroberfläche vor. Beispielsweise wird die Menüstruktur vereinfacht, indem die verschachtelten Untermenüs wegfallen. Häufig genutzte Apps und favorisierte Spiele zeigt die Konsole künftig auf der Startseite an. Durch vertikales Scrollen lassen sich Spielesammlung und angepinnte Inhalte durchsuchen.

Xbox-360-Titel lassen sich bald auch emuliert auf der Xbox One spielen (Bild: Microsoft).

Die wichtigste Neuerung dürfte für viele Nutzer aber die Abwärtskompatibilität sein. Indem sie das Betriebssystem der Xbox 360 emuliert, kann die Xbox One unter Windows 10 auch Titel der älteren Konsolengeneration abspielen.

Diese Funktionalität hatte Microsoft schon auf der Spielemesse E3 Mitte Juni angekündigt. „Wenn Sie ein Spiel über Xbox One Backward Compatibility starten, dann sehen Sie, dass das Spiel zuerst eine virtuelle Xbox-360-Konsole lädt und danach erst den Titel“, erklärte es damals.

Digitale Titel, die Microsoft kompatibel macht, sollen künftig im Bereich „Bereit zur Installation“ auf der Xbox One erscheinen. Spiele, die als optische Datenträger vorliegen, lädt die Konsole nach dem Einlegen der Disc automatisch auf die Festplatte. Danach muss der Datenträger zum Spielen weiter im Laufwerk verbleiben. Beliebte Zusatzfunktionen der Xbox One, beispielsweise das Speichern von Screenshots und kurzen Videoclips sowie das Live-Streamen von Spielesitzungen via Twitch, stehen auch für die Xbox-360-Titel zur Verfügung.

Microsoft muss nach eigenen Angaben jedes Spiel einzeln überarbeiten, damit es in der emulierten Xbox-360-Konsole läuft. Zum Start am 12. November umfasst die Liste der kompatiblen Titel 104 Games. Darunter finden sich Erfolgstitel wie Fallout 3, Assassin’s Creed II, Borderlands und die komplette Gears-of-War-Reihe. Ab Dezember sollen dann regelmäßig weitere Spiele hinzukommen. Fest eingeplant sind etwa Halo Reach, Halo Wars, Call of Duty: Black Ops 1 und die Bioshock-Serie. Grundsätzlich werden alle Xbox-360-Titel, die nach dem 12. November über Games with Gold verfügbar werden, auf der Xbox One spielbar sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Microsoft um die Kompatibilität zu älteren Spielen bemüht. Ein Emulator erlaubte es auch schon, originale Xbox-Spiele auf der Xbox 360 zu nutzen. Mit dem neuen Anlauf will Microsoft Kunden, die aufgrund einer umfangreichen Spielesammlung am Vorgängermodell festhalten, zum Umstieg auf die im Mai 2013 als „Medienzentrale fürs Wohnzimmer“ vorgestellte Xbox One bewegen.

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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