IPO: Square will Aktien für bescheidene 11 bis 13 Dollar ausgeben

Der Finanzierungsrunde E lag noch ein Preis von 15,46 Dollar je Aktie zugrunde. Anlegern wurden 20 Prozent Return-on-Investment garantiert - Square müsste also eine Ausgleichszahlung leisten. Als wahrscheinlicher Termin gilt die Woche vor Thanksgiving, also dem 26. November.

Square hat der US-Börsenaufsicht SEC einen bei seinem Börsengang angestrebten Anfangskurs von 11 bis 13 Dollar gemeldet. Einem Kurs von 13 Dollar würde aber einem Firmenwert von nur rund 4,2 Milliarden Dollar entsprechen – deutlich weniger als die 6 Milliarden Dollar, die Rechengrundlage seiner letzten privaten Finanzierungsrunde waren.

Square Logo (Bild: Square)Im genannten Preisbereich plant es, 27 Millionen Aktien auszugeben. Das wird etwa 8 Prozent von insgesamt um 323 Millionen Aktien entsprechen.

Die Finanzierungsrunde E erstreckte sich über mehrere Monate. Zum Preis von 15,46 Dollar je Aktie nahm der Bezahldienst unter Führung von Jack Dorsey 180 Millionen Dollar ein. Den Anlegern wurde zugleich ein Return-on-Investment von 20 Prozent garantiert. Das heißt, dass Square eine Ausgleichszahlung leisten wird, falls der Erstausgabepreis unter 18,55 Dollar liegt, wie Recode zusammenfasst.

Fortune ergänzt, das untere Ende des jetzt kommunizierten Spektrums liege sogar unter dem Aktienpreis der Finanzierungsrunde D von 11,01 Dollar, die Square im September 2012 durchführte. Vermutlich werde aber keiner der Investoren seine Aktien sofort abstoßen.

Der Bezahldienst wird am New York Stock Exchange unter dem Kürzel SQ notiert werden. Die Transaktion wird federführend durch die Banken Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan abgewickelt werden. Außerdem beteiligt sind Barclays, Deutsche Bank, Jefferies, RBC Capital Markets und Stifel sowie Loyal3 Securities als Co-Manager. Als wahrscheinlichster Termin wird die Woche vor Thanksgiving (26. November) angesehen.

Das 2009 gegründete Unternehmen bot zunächst ausschließlich ein Kartenlesegerät für den Kopfhöreranschluss von Mobilgeräte an, mit dem sich Kartenzahlungen an einem Smartphone oder Tablet durchführen lassen. Inzwischen hat es sein Portfolio um Software aus demselben Geschäftsfeld erweitert. Laut seiner S-1-Eingabe macht es 95 Prozent seiner Umsätze mit Services für digitales Bezahlen und Verkaufsstellen (Point-of-sale, POS), einschließlich einer Kooperation mit der Kaffeehauskette Starbucks.

Für 2014 meldete Square eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr von 54 Prozent auf 850,2 Millionen Dollar. In der ersten Jahreshälfte 2015 wuchsen die Einnahmen gegenüber dem Vergleichszeitraum um 51 Prozent auf 560,6 Millionen Dollar. Zugleich verzeichnet das Unternehmen bisher aber – teils hohe – Verluste. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres lagen sie bei 77,6 Millionen Dollar und damit nur geringfügig unter den 79,4 Millionen Dollar des ersten Halbjahrs 2014. Im Gesamtjahr 2014 verbuchte Square einen Nettoverlust von 154,1 Millionen Dollar, nach einem Minus von 104,5 Millionen Dollar 2013.

Als wichtigen Teil seiner Wachstumsstrategie bezeichnet der Anbieter die zunehmende Bereitschaft von Verbrauchern und Händlern, auf digitale Zahlungsmethoden umzusteigen. Zudem biete der Übergang zu EMV-Chipkarten neue Chancen, stelle aber zugleich einen Risikofaktor da. Ein zu EMV-Chipkarten kompatibles Lesegerät hatte Square Anfang 2015 verfügbar gemacht. Eine weitere Ausführung, die sowohl EMV-Chips als auch NFC unterstützt, will es noch 2015 ausliefern.

Überblick über Squares Ökosystem (Bild: Square)

Abseits des bloßen Reagierens auf Markttrends und der Erweiterung des Produktportfolios dürfte Investoren aber vor allem interessieren, wie stabil Squares Führung ist. Gegründet wurde das Unternehmen von Jim McKelvey und Jack Dorsey, der auch Twitter mitbegründet hat. Anfang Oktober wurde Dorsey erneut zum dauerhaften Twitter-CEO ernannt, womit er nun gleich zwei CEO-Posten innehat.

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Der umfassende Einsatz von Mobilgeräten für berufliche Zwecke hat bei Mitarbeitern zu einem grundlegenden Wandel der Bewertung des Datenschutzes für ihre privaten Daten auf Mobilgeräten geführt. Vor 10 Jahren stellten Arbeitgeber den Arbeitnehmern Computer und Software zur Verfügung. Die meisten Mitarbeiter gingen daher davon aus, dass die Daten und Aktivitäten auf diesen Computern vom Arbeitgeber überwacht werden.

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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