Steve Ballmer: Die Menschen wollen nicht für Amazon arbeiten

"Immer wenn Mitarbeiter von Microsoft zu Amazon wechselten, konnten wir darauf zählen, dass sie innerhalb von ein, zwei Jahren zurückkommen würden." Und über Apple sagt Microsofts früherer CEO: "Keiner versucht jetzt im Hardware-Bereich noch ernsthaft, mit ihnen in Konkurrenz zu treten."

Steve Ballmer hat in einem Interview die Unternehmenskulturen von Microsoft und Amazon verglichen. Unter anderem sagte er: „Amazon ist glaube ich ein Ort, wo die Menschen nicht arbeiten möchten.“

Steve Ballmer im Interview (Screenshot: ZDNet.de bei Bloomberg)Steve Ballmer im Interview (Screenshot: ZDNet.de bei Bloomberg)

Ballmer wurde von Bloomberg zu Amazon befragt, da dessen CEO Jeff Bezos im August Microsoft als Country Club bezeichnet hatte – also als exklusives ländliches Heim, das nur Mitgliedern eines bestimmten Vereins zugänglich ist. So wolle Amazon keinesfalls werden, erklärte Bezos damals auch.

Der frühere Microsoft-CEO räumte gleich ein, dass die Rivalität zwischen Amazon und Microsoft intensiv sei – beide sind in der Umgebung von Seattle im Bundesstaat Washington beheimatet und ihre Zentralen keine 20 Kilometer voneinander entfernt. „Microsoft hat eine sehr ausgeprägte Kultur“, erklärte Ballmer. „Immer wenn Mitarbeiter von Microsoft zu Amazon wechselten, konnten wir darauf zählen, dass sie innerhalb von ein, zwei Jahren zurückkommen würden, da das kein großartiges Arbeitsumfeld ist, wo man als Entwickler innovative Dinge tun kann.“

Mit seinen Aussagen spielte Ballmer offenkundig auf einen negativen Bericht der New York Times über Amazons Arbeitsklima vom August an. Bezos widersprach damals energisch: „Der Artikel behauptet, es sei unser bewusster Ansatz, einen seelenlosen, dystopischen Arbeitsplatz zu schaffen, wo niemand Spaß hat und man nie Lachen hört.“ Das sei nicht seine alltägliche Erfahrung. Amazon könne sich keinerlei Verständnis für Mangel an Einfühlungsvermögen leisten. Wer von eventuellen Einzelfällen solcher Art wisse, möge sich bitte an die Personalabteilung oder gleich an den CEO wenden. Er selbst würde ein Unternehmen sofort verlassen, das diese Art Umgang zum Standard erhoben habe.

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Der umfassende Einsatz von Mobilgeräten für berufliche Zwecke hat bei Mitarbeitern zu einem grundlegenden Wandel der Bewertung des Datenschutzes für ihre privaten Daten auf Mobilgeräten geführt. Vor 10 Jahren stellten Arbeitgeber den Arbeitnehmern Computer und Software zur Verfügung. Die meisten Mitarbeiter gingen daher davon aus, dass die Daten und Aktivitäten auf diesen Computern vom Arbeitgeber überwacht werden.

Im Interview mit Bloomberg beschäftigte sich Steve Ballmer aber nicht nur mit Amazon, sondern auch mit Apple. „Keiner versucht jetzt im Hardware-Bereich noch ernsthaft, mit ihnen in Konkurrenz zu treten. Wer greift noch einen Mac an? Oder ein iPad?“ Microsoft jedenfalls nicht betonte dessen Ex-CEO. Das neue Surface Book sei beispielsweise kein Macbook-Konkurrent, sondern „eine neue Kategorie“.

Microsoft hatte sein erstes Notebook Surface Book Anfang des Monats in New York vorgestellt. Es kommt mit einem 13,5 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 3000 mal 2000 Bildpunkten, was einer Pixeldichte von 267 ppi entspricht. In den USA ist es ab 1499 Dollar erhältlich.

Von der Konkurrenz hebt sich das mit Windows 10 ausgestattete Gerät dadurch ab, dass das Display von der Tastatur gelöst und als Tablet genutzt werden kann. Es kann aber auch umgeklappt werden, was im Tabletmodus die Nutzung der in der „Tastatur“ integrierten Nvidia-Grafik-Hardware erlaubt, die in den teureren Konfigurationen ab 1899 Dollar verbaut ist.

[mit Material von Chris Matyszczyk, News.com]

Tipp: Was wissen sie über Microsoft? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Steve Ballmer: Die Menschen wollen nicht für Amazon arbeiten

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  • Am 27. Oktober 2015 um 22:59 von PeerH

    Tja, und er darf nicht mehr für Microsoft arbeiten. Was gut ist, denn nun darf sein Nachfolger den Käse aufräumen, den er mit seiner Ignoranz angerichtet hat.

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